G-Klasse als Drohnenträger

Mercedes plant Kooperation mit Drohnen-Startup Tytan

Mercedes-Benz konkretisiert seine Pläne, stärker in das Geschäft mit der Rüstungsindustrie einzusteigen. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Startup Tytan soll eine G-Klasse für den Transport von Drohnensystemen umgebaut werden.

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Drei Personen stehen im Freien vor einem grünen Spezialfahrzeug mit der Aufschrift „Tytan“. Die Frau in der Mitte hält ein Modell des Fahrzeugs in einer transparenten Box, während die beiden Männer links und rechts neben ihr in Anzügen posieren.
Von links: Balázs Nagy, CEO und Co-Founder von TYTAN Technologies, Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, sowie Michael Schiebe, Mercedes-Vorstand für Produktion, Qualität und Supply Chain Management, bei der Vorstellung der geplanten Zusammenarbeit im Bereich mobiler Drohnenabwehrsysteme.

Mercedes-Benz möchte mit dem Drohnen-Startup Tytan Technologies zusammenarbeiten. Beide Unternehmen unterzeichneten am Rande der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin eine entsprechende Absichtserklärung. Im Zentrum der Kooperation soll ein Drohnenabwehrsystem stehen, für das die Marke mit dem Stern die Trägerfahrzeuge bereitstellen soll, wie beide Unternehmen in Berlin mitteilten.

„Mit dem Memorandum of Understanding mit Tytan Technologies bündeln wir unsere jeweiligen Stärken: Mercedes‑Benz steht heute wie künftig für robuste und verlässliche Basisfahrzeuge, Tytan für hochspezialisierte Kompetenz in den Bereichen Drohnen-, Sensor- und Missionstechnologie“, erklärt Mercedes‘ Produktionsvorstand Michael Schiebe in Berlin. „Gemeinsam wollen wir an innovativen Lösungen für Sicherheits- und Schutzaufgaben arbeiten. Für Mercedes‑Benz ist der Ausbau unserer langjährigen Expertise im Verteidigungssektor ein strategisches Entwicklungsfeld.“

Modifizierte G-Klasse als Drohnenträger 

Im Mittelpunkt der geplanten Zusammenarbeit soll ein Flugabwehrsystem namens „Drone Defender“ stehen. Der modifizierte Geländewagen G-Klasse könnte dafür als Plattform für ein fahrzeugbasiertes Drohnenabwehr- und Einsatzsystem dienen sowie der angepasste Lieferwagen Sprinter als Basis für einen mobilen Drohnenträger. Die Bundeswehr nutzt schon die Basis der G-Klasse für das Radfahrzeug namens „Wolf“. Angaben über einen möglichen Zeitplan und die Höhe der möglichen Investitionen machte eine Sprecherin nicht. 

Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius hatte sich zuletzt offen für einen Ausbau des Rüstungsgeschäfts des Autobauers gezeigt. Dies müsse aber „wirtschaftlich sinnvoll“ sein, sagte Källenius dem Wall Street Journal nach Angaben des Blattes. „Die Welt ist unberechenbarer geworden, und ich denke, es ist absolut klar, dass Europa sein Verteidigungsprofil stärken muss", sagte er. „Sollten wir dabei eine positive Rolle spielen können, wären wir dazu bereit.“