G-Klasse als Drohnenträger
Mercedes plant Kooperation mit Drohnen-Startup Tytan
Mercedes-Benz konkretisiert seine Pläne, stärker in das Geschäft mit der Rüstungsindustrie einzusteigen. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Startup Tytan soll eine G-Klasse für den Transport von Drohnensystemen umgebaut werden.
Von links: Balázs Nagy, CEO und Co-Founder von TYTAN Technologies, Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, sowie Michael Schiebe, Mercedes-Vorstand für Produktion, Qualität und Supply Chain Management, bei der Vorstellung der geplanten Zusammenarbeit im Bereich mobiler Drohnenabwehrsysteme.
William Veder
Mercedes-Benz möchte mit dem Drohnen-Startup Tytan
Technologies zusammenarbeiten. Beide Unternehmen unterzeichneten am Rande der
Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin eine entsprechende
Absichtserklärung. Im Zentrum der Kooperation soll ein Drohnenabwehrsystem
stehen, für das die Marke mit dem Stern die Trägerfahrzeuge bereitstellen soll,
wie beide Unternehmen in Berlin mitteilten.
„Mit dem Memorandum of Understanding mit Tytan Technologies
bündeln wir unsere jeweiligen Stärken: Mercedes‑Benz steht heute wie künftig für robuste und verlässliche Basisfahrzeuge, Tytan für
hochspezialisierte Kompetenz in den Bereichen Drohnen-, Sensor- und
Missionstechnologie“, erklärt Mercedes‘ Produktionsvorstand Michael Schiebe in
Berlin. „Gemeinsam wollen wir an innovativen Lösungen für Sicherheits- und Schutzaufgaben arbeiten. Für Mercedes‑Benz ist der Ausbau unserer langjährigen Expertise im Verteidigungssektor ein strategisches
Entwicklungsfeld.“
Modifizierte G-Klasse als Drohnenträger
Im Mittelpunkt der geplanten Zusammenarbeit soll ein Flugabwehrsystem namens „Drone
Defender“ stehen. Der modifizierte Geländewagen G-Klasse könnte dafür als
Plattform für ein fahrzeugbasiertes Drohnenabwehr- und Einsatzsystem dienen
sowie der angepasste Lieferwagen Sprinter als Basis für einen mobilen
Drohnenträger. Die Bundeswehr nutzt schon die Basis der G-Klasse für das
Radfahrzeug namens „Wolf“. Angaben über einen möglichen Zeitplan und die Höhe
der möglichen Investitionen machte eine Sprecherin nicht.
Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius hatte sich zuletzt offen für einen Ausbau des
Rüstungsgeschäfts des Autobauers gezeigt. Dies müsse aber „wirtschaftlich
sinnvoll“ sein, sagte Källenius dem Wall Street Journal nach Angaben des
Blattes. „Die Welt ist unberechenbarer geworden, und ich denke, es ist absolut
klar, dass Europa sein Verteidigungsprofil stärken muss", sagte er. „Sollten
wir dabei eine positive Rolle spielen können, wären wir dazu bereit.“