ZYT eröffnet Europazentrale in Braunschweig
Braunschweig soll für ZYT zur Basis des Europageschäfts werden. Der chinesische Zulieferer will dort lokale Entwicklung, Tests auf europäischen Straßen und Kooperationen mit Forschung und Industrie bündeln.
ZYT setzt beim Aufbau seines Europageschäfts auf lokale Entwicklungsstrukturen. In Braunschweig arbeite man unter anderem mit der Technischen Universität zusammen, wie CEO Shen Shaojie bei der Eröffnung des neuen Europasitzes erklärte.
ZYT
Der chinesische Technologieanbieter ZYT hat seine Europazentrale in Braunschweig eröffnet. Mit dem neuen Standort rückt das Unternehmen näher an europäische Automobilhersteller, Forschungseinrichtungen und lokale Testumgebungen. Nach Unternehmensangaben sollen von Braunschweig aus unter anderem Projekte für autonomes Fahren weiterentwickelt und stärker an europäische Anforderungen angepasst werden.
„Die Stadt gehört zu Deutschlands führenden Wissenschafts- und Engineering-Standorten. Sie ist Heimat wichtiger Forschungseinrichtungen wie der TU Braunschweig und des DLR und verfügt über starke industrielle Kompetenzen. Wir befinden uns hier am Braunschweig Research Airport, einem der wichtigsten europäischen Cluster für Mobilität und Luftfahrt. Dort arbeiten mehr als 3.700 Fachleute aus zahlreichen Institutionen an der Zukunft der Mobilität“, erklärt Nils Oldemeyer, Head of VQ Europe bei ZYT, die Standortwahl.
Eine wichtige Rolle spiele für ZYT die Nähe zur TU Braunschweig. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben mit der Universität zusammenarbeiten und deren Engineering-Kompetenz nutzen. Der Standort am Forschungsflughafen soll zudem Zugang zu Testinfrastruktur, Mobilitätsforschung und weiteren industriellen Partnern ermöglichen.
Europa rückt stärker in den Fokus
Mit der Eröffnung der Europazentrale setzt ZYT seine angekündigte Strategie „In Europe, for Europe“ fort. Der Standort in Braunschweig soll dem Unternehmen helfen, näher an Kunden, Entwicklungsanforderungen und europäischen Rahmenbedingungen zu arbeiten. Der Schritt nach Deutschland baue zudem auf Verbindungen mit europäischen Automobilakteuren auf, die bis ins Jahr 2018 zurückreichen. Damals begann ZYT unter anderem mit Volkswagen zu kooperieren. Diese Verbindung habe sich seither über Projekte im Bereich Intelligent Driving weiterentwickelt.
„Heute ist ein prägender Moment für uns. Wir eröffnen offiziell unsere Europazentrale hier in Braunschweig. Europa ist der Ort, an dem das moderne Automotive Engineering geboren wurde. Die Standards, Sicherheitssysteme und die Fertigungskultur, an denen sich die Welt orientiert, sind hier entstanden. Während sich die Branche in Richtung intelligentes Fahren bewegt, wird Europa erneut im Zentrum dieses Wandels stehen. Und wir wollen früh hier sein“, kommentiert zudem CEO Shen Shaojie.
Technologisch konzentriere sich ZYT auf Lösungen für autonomes Fahren. Der CEO verweist unter anderem auf ein multimodales Foundation Model, das verschiedene Sensordaten zusammenführen und Fahrentscheidungen unterstützen soll. Für Europa will der Anbieter diese Technologien unter lokalen Bedingungen weiterentwickeln und validieren.
Lokale Teams, Daten und Testumgebungen
ZYT sehe in der neuen Europazentrale mehr als einen Vertriebsstandort, wie die Unternehmensvertreter bei der Eröffnungszeremonie betonen. Der Zulieferer will in Braunschweig auch Kompetenzen für Business Development sowie Forschung und Entwicklung aufbauen. Zudem sollen lokale Tests auf europäischen Straßen eine größere Rolle spielen. Damit adressiert der Zulieferer eine zentrale Herausforderung bei Fahrerassistenzsystemen und automatisierten Fahrfunktionen. Systeme, die in einem Markt entwickelt wurden, lassen sich nicht ohne Weiteres auf andere Verkehrsbedingungen übertragen. Europäische Straßen, Verkehrsregeln und regulatorische Anforderungen verlangen eigene Entwicklungs- und Validierungsschritte.