Medienbericht

Arbeitnehmer lehnen Werkschließungen bei VW ab

Die Arbeitnehmerseite bei Volkswagen bekräftigt ihre Ablehnung von Werksschließungen in Deutschland. Gleichzeitig signalisiert sie Gesprächsbereitschaft über Lösungen für Überkapazitäten – etwa durch Kooperationen oder neue Nutzungskonzepte für Standorte.

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Bei Volkswagen herrscht wie so häufig Unruhe: Muss sich der Konzern von bestimmten Produktionsstätten verabschieden?

Die Arbeitnehmervertreter bei Volkswagen ziehen eine klare Linie: Werksschließungen in Deutschland wird es mit ihnen nicht geben. Gleichzeitig zeigt sich die Belegschaftsseite offen für alternative Konzepte, um die Auslastung der Werke zu verbessern. Das geht aus einer gemeinsamen Erklärung hervor, über die die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Klare rote Linien bei Standorten

Betriebsratschefin Daniela Cavallo, IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner und Bezirksleiter Thorsten Gröger machten deutlich, dass die Vereinbarungen aus dem Jahr 2024 weiterhin gelten. Diese schließen Standortschließungen ausdrücklich aus.

„Die grundlegende Situation hat sich nicht verändert – ebenso wenig wie die roten Linien der Arbeitnehmerseite“, heißt es in der Erklärung. „Mit uns wird es keine Werksschließungen geben.“

Volkswagen sucht Lösungen für Überkapazitäten

Volkswagen steht unter Druck, sein Produktionsnetzwerk effizienter auszurichten. Hintergrund sind unter anderem eine schwächere Nachfrage, hohe Investitionen in die Elektromobilität sowie zunehmender Wettbewerb – insbesondere aus China.

Statt Werke zu schließen, prüft der Konzern laut Reuters alternative Ansätze. Diskutiert werden unter anderem Kooperationen mit Partnern aus China zur besseren Auslastung, Neunutzungen für bestehende Standorte, etwa für die Rüstungsindustrie sowie interne Umverteilungen von Produktionsvolumina.

So laufen derzeit Gespräche über einen möglichen Verkauf des Werks Osnabrück an das israelische Rüstungsunternehmen Rafael.

Management signalisiert Handlungsbedarf

Nach einem erneuten Gewinnrückgang zu Jahresbeginn hat Vorstandschef Oliver Blume seinen Sparkurs verschärft. Auch Markenchef Thomas Schäfer verwies zuletzt auf die Notwendigkeit, Überkapazitäten abzubauen. Werksschließungen bezeichnete er dabei als „zweitbeste Lösung“.

Trotz ihrer klaren Haltung bei Standorten signalisiert die Arbeitnehmerseite Gesprächsbereitschaft. Voraussetzung sei jedoch, dass bestehende Zusagen eingehalten werden, schreibt Reuters. Dazu zählen sichere Arbeitsplätze, langfristige Perspektiven und gute Arbeitsbedingungen. „Wir sind offen für Vorschläge – sowohl innerhalb des Konzerns als auch mit externen Partnern“, erklärten Cavallo, Benner und Gröger gegenüber der Nachrichtenagentur. Gleichzeitig kündigten sie an, gegen Maßnahmen vorzugehen, die diesen Grundsätzen widersprechen.