Neue E-Modelle aus Wuhan

Stellantis und Dongfeng vertiefen Partnerschaft

Stellantis und Dongfeng stärken ihr über drei Jahrzehnte bestehendes Joint Venture: Ab 2027 sollen in Wuhan neue Elektro-Modelle von Peugeot und Jeep für China und den Export vom Band laufen. Stellantis hofft, auf dem chinesischen Markt wieder Fuß fassen zu können.

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Stellantis hofft, vor allem mit der Marke Peugeot in China wieder mehr Erfolg zu haben.

Stellantis und Dongfeng richten ihre langjährige Partnerschaft neu aus und rücken dabei die industrielle Rolle des Joint Ventures Dongfeng Peugeot Citroën Automobile (DPCA) stärker in den Mittelpunkt. Im Fokus der Vereinbarung steht insbesondere der Ausbau der Produktion am Standort Wuhan, der künftig eine deutlich größere Bedeutung für den internationalen Fahrzeugverbund erhalten soll.

Wuhan als Knotenpunkt für globale Produktion

Das DPCA-Werk in Wuhan soll ab 2027 zur zentralen Fertigungsbasis für neue Elektromodelle werden. Geplant ist zunächst die Produktion von zwei neuen batterieelektrischen Peugeot-Modellen, die sowohl für den chinesischen Markt als auch für den Export vorgesehen sind. Die Fahrzeuge greifen die Designsprache aktueller Konzeptstudien auf, die zuletzt auf der Auto China in Peking gezeigt wurden.

Parallel dazu soll der Standort auch zwei neue elektrifizierte Offroad-Modelle der Marke Jeep produzieren. Während Peugeot stärker auf die lokale Nachfrage sowie ausgewählte Exportmärkte zielt, sind die Jeep-Modelle laut Stellantis primär für den globalen Vertrieb vorgesehen. Damit entwickelt sich das Werk in Wuhan von einer klassischen China-Produktionsstätte zunehmend zu einer Exportplattform innerhalb des Stellantis-Konzerns.

Investitionen in Fertigung und Kapazitäten

Die industrielle Transformation des Standorts ist mit erheblichen Investitionen verbunden. Insgesamt sollen mehr als acht Milliarden Yuan, umgerechnet rund eine Milliarde Euro, in den Ausbau fließen. Stellantis beteiligt sich daran mit etwa 130 Millionen Euro.

Ziel ist es, die bestehenden Fertigungsstrukturen auf die Anforderungen moderner Elektrofahrzeuge umzustellen. Dazu gehört die Anpassung von Produktionslinien ebenso wie der Ausbau technologischer Kompetenzen vor Ort. Gleichzeitig wollen beide OEMs von den Rahmenbedingungen in der Region Hubei profitieren, die gezielt den Aufbau von Elektromobilitätskapazitäten unterstützt.

Gemeinsame Plattformstrategie und Skaleneffekte

Die Produktion mehrerer Marken und Modelle an einem Standort ist Teil einer übergeordneten Skalierungsstrategie. Stellantis nutzt dabei seine konzernweite Plattformarchitektur, um Synergien in Entwicklung und Fertigung zu realisieren. Das Joint Venture DPCA übernimmt in diesem Kontext eine neue Rolle als Baustein im globalen Produktionsnetzwerk.

Die Bündelung von Volumen verschiedener Marken ermöglicht eine bessere Auslastung des Werks und eine effizientere Nutzung von Komponenten und Technologien. Gleichzeitig stärkt sie die Wettbewerbsfähigkeit durch sinkende Stückkosten und eine flexiblere Produktion.

Flankierend zur konkreten Produktionsvereinbarung haben Stellantis und Dongfeng eine Absichtserklärung unterzeichnet, die eine intensivere Zusammenarbeit in den Bereichen Entwicklung, Technologie und industrielle Umsetzung vorsieht. Die Umsetzung der Projekte steht noch unter dem Vorbehalt weiterer Vereinbarungen und behördlicher Genehmigungen.

Stellantis in China unter Druck

Die Neuausrichtung der Produktion in Wuhan ist auch vor dem Hintergrund der schwierigen Marktposition von Stellantis in China zu sehen. In den vergangenen Jahren haben sich die Absatzzahlen des Konzerns in der Volksrepublik deutlich rückläufig entwickelt. Ex-Konzernchef Carlos Tavares suchte sogar nach alternativen Joint-Venture-Partnern zu Dongfeng, um dem Business im Reich der Mitte wieder mehr Schwung zu verleihen. Nun also folgt der strategische Schwenk wieder zum alten Partner Dongfeng.

Mit dem Ausbau der Produktion in Wuhan setzen beide Unternehmen ein klares Signal: China soll sich für Stellantis nicht nur wieder zu einem florierenden Absatzmarkt, sondern auch in Sachen Fertigung zu einem integralen Bestandteil des globalen Produktionsnetzwerk entwickeln.