Toyota, FAW und GAC ordnen China-Geschäft neu
Toyota, FAW und GAC haben eine strategische Allianz für ihr China-Geschäft vereinbart. GAC soll Anteile an FAW Toyota übernehmen, während die beiden Gemeinschaftsunternehmen ihre Zusammenarbeit in Entwicklung, Produktion und Vertrieb ausbauen.
Toyota baut seine Partnerschaften in China um. Im Fokus stehen gemeinsame Ressourcen und die Entwicklung neuer Fahrzeugtechnologien.
Toyota
Der japanische Automobilhersteller Toyota und die beiden chinesischen Konzerne China FAW Corporation Limited (FAW) und Guangzhou Automobile Group (GAC) haben ein Rahmenabkommen für eine strategische Allianz unterzeichnet. Damit wollen die drei Unternehmen ihre Beteiligungsverhältnisse neu ordnen und die Zusammenarbeit ihrer beiden Gemeinschaftsunternehmen ausbauen. An der Unterzeichnung in Guangzhou nahmen FAW-Präsident Liu Yigong, Toyota-Präsident Kenta Kon und GAC-Vorsitzender Feng Xingya teil.
Die Zusammenarbeit reicht mehr als zwei Jahrzehnte zurück. FAW und Toyota vereinbarten 2002 eine strategische Partnerschaft und gründeten das Gemeinschaftsunternehmen FAW Toyota Motor. Im Jahr 2004 folgte das Joint Venture zwischen GAC und Toyota, das heute unter dem Namen GAC Toyota Motor firmiert. Beide Gemeinschaftsunternehmen sind in Forschung und Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Service tätig. Nach Angaben von Toyota haben sich bislang mehr als 23 Millionen Kunden in China für Fahrzeuge der beiden Joint Ventures entschieden.
Wie werden die Beteiligungen an FAW Toyota neu geordnet?
Im Rahmen der Vereinbarung wird GAC den bisherigen 50-prozentigen Anteil von FAW an FAW Toyota durch die Ausgabe eigener Aktien übernehmen. Nach Abschluss der Transaktion soll FAW Toyota weiterhin als eigenständiges Unternehmen operieren. FAW wird im Gegenzug zu einem strategischen Aktionär von GAC. Die Beteiligungsänderung basiert auf einer zuvor zwischen FAW und der GAC-Muttergesellschaft Guangzhou Automobile Industry Group vereinbarten Kooperation, mit der beide Konzerne ihre Kapitalverflechtung und die gemeinsame Nutzung industrieller Ressourcen ausbauen wollen.
In einem weiteren Schritt sollen FAW Toyota und GAC Toyota ihre Aktivitäten in Forschung und Entwicklung, Beschaffung, Produktion und Vertrieb enger aufeinander abstimmen. Dadurch wollen die Partner Ressourcen unternehmensübergreifend einsetzen und die Wettbewerbsfähigkeit ihrer chinesischen Standorte verbessern. Ein Schwerpunkt liegt auf der Elektrifizierung und der Entwicklung intelligenter Fahrzeugtechnologien. Konkrete Investitionssummen, neue Fahrzeugprojekte oder ein Zeitplan für die operative Integration wurden bislang nicht genannt.
Toyota, FAW und GAC wollen nun die erforderlichen Verfahren für die Beteiligungsänderung und die weitere Zusammenarbeit vorantreiben. Dabei sollen regulatorische Anforderungen sowie die Bedürfnisse des chinesischen Marktes berücksichtigt werden. Die Allianz soll die Geschäftsentwicklung der beiden Gemeinschaftsunternehmen langfristig unterstützen, ohne die Eigenständigkeit von FAW Toyota aufzugeben.
Warum richtet Toyota seine Zusammenarbeit in China neu aus?
Die Neuordnung fällt in eine Phase rückläufiger Verkaufszahlen. So ging Toyotas Absatz in China im ersten Halbjahr um 17,1 Prozent auf rund 695.000 Fahrzeuge zurück. Die engere Zusammenarbeit der Joint Ventures lässt sich daher auch als Reaktion auf den Wettbewerbsdruck im chinesischen Automobilmarkt einordnen. Toyota setzt dabei bereits seit Jahren auf lokale Entwicklung und Partnerschaften. 2020 gründete der Hersteller mit BYD ein Joint Venture für Elektrofahrzeuge. Auch die Verzahnung von Produktion und Engineering wurde 2026 innerhalb des Konzerns organisatorisch vorangetrieben. Die nun vereinbarte Allianz mit FAW und GAC erweitert diesen Ansatz auf die Zusammenarbeit der chinesischen Gemeinschaftsunternehmen.