ERP-Branchenlösung für Skalierung

Trailer-E-Antriebe: Digitale Standards vor Serienproduktion

Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein ERP-System? Trailer Dynamics entschied sich bewusst für die Einführung vor dem Produktionsstart und schuf damit die Basis für saubere Prozesse und Skalierung.

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Weißer Elektro-Lkw mit grünem Stecker-Symbol auf einem offenen Speditionshof, Beschriftung mit Trailer Dynamics
LOGISTIK: Ein Lkw mit elektrifiziertem Trailer von Trailer Dynamics demonstriert auf einem Firmengelände das Potenzial für kraftstoffsparende Green Logistics.

Schon vor dem Produktionsstart stieß Trailer Dynamics auf großes Interesse bei Logistikern. Zahlreiche Vorbestellungen zeigten, dass das Unternehmen mit seinem Ansatz einen Nerv trifft. Inzwischen ist die Vor-Serienproduktion herstellerunabhängiger, elektrifizierter Antriebsstränge für Trailer, die sich an Diesel- und E-Sattelzugmaschinen koppeln lassen, angelaufen. Tests haben gezeigt, dass Kunden mit der Technologie eine durchschnittliche Kraftstoffeinsparung von 40 Prozent erreichen. Bei batterieelektrischen Sattelzugmaschinen lässt sich die Reichweite zudem verdoppeln.

Für den Langstreckenverkehr fehlten bislang praktikable und wirtschaftliche Ansätze, die Unternehmen schnell an emissionsarme Green Logistics heranführen. Gleichzeitig gilt der Straßengüterverkehr als Hauptverursacher der stagnierenden, hohen Treibhausgasemissionen im europäischen Straßenverkehr.

Klare Prozesse vor dem Produktionsstart

„Die Idee, einen elektrischen Antriebsstrang in den Trailer auszulagern und via Plug-and-Play an jede konventionelle Sattelmaschine koppeln zu können, kann ein echter Game-Changer werden“, sagt Sascha Stehmann, IT-Leiter von Trailer Dynamics. „Mit dieser Technologie ist auch eine wirtschaftliche und damit schnelle Umrüstbarkeit von Bestandsflotten möglich. Und gleichzeitig lässt sich die Reichweite von E-LKWs massiv erhöhen.“ Stehmann verantwortet bei Trailer Dynamics den Aufbau und die spätere Betreuung der IT und wirkt damit auch an der Gestaltung der Unternehmensprozesse mit. Ein erster Baustein war die Einführung und Inbetriebnahme eines ERP-Systems.

Unterseite eines Lkw-Anhängers mit eTrailer-Beschriftung und Batteriesymbolen
Der eTrailer von Trailer Dynamics zeigt den elektrifizierten Antriebsstrang, der in Logistikflotten für höhere Effizienz und weniger Emissionen sorgen soll.

Fokus auf Standard und Anschlussfähigkeit

Excel und ähnliche Tools reichen für Projekte dieser Art oft nur am Anfang. Sobald ein Unternehmen produziert und verkauft, braucht es abteilungsübergreifende Abläufe, die sich nachvollziehbar steuern lassen. „Daher macht es Sinn, diese Prozesse so früh wie möglich durch ein ERP-System abzudecken und bestenfalls – soweit es geht – an einem bewährten Standardsystem anzulehnen“, so Stehmann.

Trailer Dynamics entschied sich für PSIpenta/ERP von PSI Software SE und setzt damit auf einen Standard, der den Automotive-Bereich breit abdeckt. Das Team wollte auftrags- und kundenspezifische Fertigung mit einer auftragsgelösten Produktion verbinden, um Baugruppen bei Bedarf vorzuproduzieren. Gleichzeitig soll das System international mitwachsen, sich leicht bedienen lassen und sich perspektivisch an angrenzende Systeme koppeln lassen, etwa an PDM- und PLM-Lösungen.

ERP-Best-Practices als Leitplanke

Trailer Dynamics startete mit einem Prozess- und Systemdesign und orientierte sich dabei an den Best-Practice-Prozessen des Anbieters. So definierte das Team zentrale Basisabläufe entlang des Standards, unter anderem für Materialeinkauf, Warenannahme und Buchhaltung. Perspektivisch sollen durchgängige Prozesse entstehen – von der Produktkonfiguration durch Kunden über die automatische Anlage eines Kundenvorgangs und der Stücklisten im ERP bis hin zu Produktion, Auslieferung und Rechnungslegung.

Weil Trailer Dynamics schrittweise vorgeht und das System vor dem Serienanlauf aufsetzt, hielt sich die Datenmenge zum Start in Grenzen. Dadurch ließ sich der Datenimport vergleichsweise einfach umsetzen. Gleichzeitig nutzte das Unternehmen die Phase, um Informationen und Abläufe sauber zu implementieren und die verantwortlichen Mitarbeitenden „on-the-job“ zu trainieren, so Stehmann. Der Umgang mit dem System unterstützt vor allem auch Kolleginnen und Kollegen, die aus anderen Branchen kommen, beim Aufbau von Prozessverständnis in der Produktion. Zudem schärft er das Bewusstsein dafür, wer an welcher Stelle zum Informationsgehalt beiträgt, warum Datengenauigkeit zählt und welcher Detailgrad im System hinterlegt sein muss.

Was bildet das ERP perspektivisch End-to-End ab?

√ Produktkonfiguration durch Kunden

√ Automatische Anlage von Kundenvorgang und Stücklisten im System

√ Auftragsgelöste Vorproduktion

√ Kundenspezifische Fertigung und Auslieferung

√ Rechnungslegung

√ Mehrwerkesteuerung für perspektivische Internationalisierung

32 statt 62 Projekttage

Am Ende lief das Projekt deutlich schneller als geplant. Trailer Dynamics führte das ERP-System in 32 statt 62 vorgesehenen Projekttagen ein und blieb unter Budget. Stehmann führt das auf mehrere Faktoren zurück: eine günstige Ausgangssituation, internes ERP-Know-how sowie eine verlässliche Zusammenarbeit mit erfahrenen Beratern. System und Team kannte er bereits aus früheren Stationen. „Daher wusste ich, dass PSIpenta auch für Trailer Dynamics die richtige Lösung ist.“

Die Effekte zeigten sich laut Stehmann schon wenige Wochen nach dem Go-live, vor allem beim Reporting und in der abteilungsübergreifenden Datentransparenz. Wareneingänge, offene Zahlungen oder Budgetabweichungen lassen sich nun per Knopfdruck auswerten. Das reduziert den Aufwand für Listenabgleiche und Rückfragen zwischen den Bereichen.

Warum ist ein früher ERP-Start sinnvoll?

√ Die Datenmenge ist zum Einstieg gering, der Import bleibt überschaubar.

√ Prozesse lassen sich entlang bewährter Standards sauber aufsetzen.

√ Teams können schrittweise „on-the-job“ im System lernen.

Ausblick

Trailer Dynamics verfügt mit dem Branchen-ERP über eine digitale Grundlage für abteilungsübergreifende Prozesse und den weiteren Ausbau Richtung Smart Factory. Der gewählte Zeitpunkt brachte dabei praktische Vorteile. Die Datenmenge war zum Einstieg gering, Prozesse ließen sich sauber aufsetzen, und Mitarbeitende konnten schrittweise im System lernen. 

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