Autokonzern investiert eine Milliarde Euro

Stellantis plant drei neue Peugeot-Modelle in Mulhouse

Stellantis will ab 2029 im Werk Mulhouse drei elektrifizierte Modelle der Marke Peugeot fertigen. Dafür sollen gut eine Milliarde Euro an Investitionen in den Standort und die Fortentwicklung der neuen STLA-One-Plattform fließen.

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Stellantis' Standort im elsässischen Mühlhausen soll eine wichtige Rolle für die Elektrofizierungspläne des französischen Staates spielen.

Stellantis konkretisiert seine Pläne für den Standort Mulhouse: Der Konzern will dort ab 2029 drei neue Modelle der Marke Peugeot produzieren, allesamt im C‑Segment und entweder vollelektrisch oder als Hybrid ausgelegt. Grundlage ist die neue, konzerneigene Plattform „STLA One“, die erstmals zum Einsatz kommt.

Stellantis ruft dafür ein Investition von mehr als einer Milliarde Euro auf, die zuvor bereits von Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron angekündigt worden war. Neben der Fahrzeugproduktion (ca. 400 Millionen Euro) soll das Geld auch in die Weiterentwicklung der Plattform selbst fließen (ca. 500 Millionen Euro).

Mulhouse wird Teil der neuen Plattformstrategie

Mit der Entscheidung wird das Werk im Elsass erstmals fest in die nächste Generation der Stellantis-Architekturen integriert. Die Plattform STLA One ist als modulare und skalierbare Basis ausgelegt, die sowohl unterschiedliche Fahrzeuggrößen als auch mehrere Antriebsarten abdecken kann. Ziel sei es, Entwicklungszeiten und Komplexität zu reduzieren und die Kosten um bis zu 20 Prozent zu senken so Stellantis.

Peugeot übernimmt dabei eine Vorreiterrolle im Konzern: Die Marke ist die erste, die Fahrzeuge auf der neuen Architektur auf den Markt bringt. Stellantis ordnet Peugeot zudem weiterhin als eine seiner vier globalen Kernmarken ein, die das größte Volumen- und Renditepotenzial versprechen.

Fokus auf das volumenstarke C‑Segment

Die Wahl des Segments ist kein Zufall. Stellantis zielt mit den neuen Modellen auf das C‑Segment, das rund 30 Prozent des europäischen Pkw-Marktes ausmacht. Die neuen Fahrzeuge sollen die Marktabdeckung des Konzerns in Europa gezielt stärken und gleichzeitig den Übergang zur Elektromobilität beschleunigen.

Damit rückt Mulhouse in eine strategisch relevante Position innerhalb des europäischen Produktionsnetzwerks. Der Standort mit rund 4.500 Beschäftigten gilt als etablierter Pfeiler der französischen Automobilindustrie, hatte bislang jedoch keine langfristige Perspektive im Zuge der Transformation.

Einbettung in Frankreichs Industriepolitik

Die Investition fügt sich eng in die industriepolitische Agenda der französischen Regierung ein. Präsident Macron hatte den Schritt als Teil eines umfassenden Elektrifizierungspakts vorgestellt, der darauf abzielt, industrielle Wertschöpfung im Land zu halten und auszubauen.

„Wir müssen unseren Energieverbrauch elektrifizieren – das ist das Herzstück unseres Plans für die Industrie“, hatte Macron betont. Zugleich unterstrich er den industriepolitischen Anspruch: Die Elektrifizierung sei „eine Strategie für unser Land, um unabhängiger, wettbewerbsfähiger zu werden und mehr Arbeitsplätze zu schaffen“.

Stellantis selbst verweist ebenfalls auf die politische Flankierung. Insbesondere Fördermaßnahmen für emissionsarme Fahrzeuge und der Fokus auf „Made in Europe“ hätten günstige Rahmenbedingungen für die Investition geschaffen.

Absicherung des Standorts im Strukturwandel

Für Mulhouse bedeutet die Entscheidung vor allem Planungssicherheit. In einem Umfeld tiefgreifender Umbrüche wird der Standort nicht nur ausgelastet, sondern langfristig in die Konzernstrategie eingebunden. Stellantis betont ausdrücklich die Bedeutung der vorhandenen Kompetenzen vor Ort und sieht die Investition als Bekenntnis zur industriellen Basis in Frankreich.

Konzernchef Antonio Filosa formulierte es bei der Ankündigung entsprechend klar: „Diese Entscheidung zeugt von der Professionalität und dem außergewöhnlichen Engagement unserer Teams.“ Gleichzeitig hob er die strategische Rolle Frankreichs hervor: Das Land stehe exemplarisch für die Verbindung aus globaler Aufstellung und lokaler Verankerung im Konzern.

Noch offene Details zur Modellpalette

Trotz der nun bestätigten Eckpunkte bleiben konkrete Produktdetails weiterhin offen. Weder Stückzahlen noch genaue Modellbezeichnungen wurden bislang bekanntgegeben. Klar ist auf jeden Fall: Die drei neuen Peugeot-Modelle werden entweder voll elektrisch oder hybrid sein und auf der neuen Plattform basieren.

Den Produktionsauftakt für die neue STLA-One-Plattform soll Gerüchten zufolge ein neuer Peugeot 208 ab kommenden Jahr in Spanien machen.

Damit konkretisiert Stellantis zwar seine langfristige Ausrichtung, lässt aber operative Fragen zunächst offen. Branchenbeobachter erwarten, dass mit dem Hochlauf der STLA‑Architekturen in den kommenden Jahren weitere Standortentscheidungen und Modellzuweisungen folgen werden.

Einordnung in die Stellantis-Strategie

Die Mulhouse-Investition fügt sich in die globale Ausrichtung des Konzerns ein. Stellantis hatte erst kürzlich einen Strategieplan mit einem Volumen von rund 60 Milliarden Euro vorgestellt, der unter anderem mehr als 60 neue Modelle und zahlreiche Plattform-Updates vorsieht. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Vereinfachung der Fahrzeugarchitekturen und dem Ausbau elektrischer Modellreihen. Insgesamt sind bis zum Ende des Jahrzehnts zahlreiche batterieelektrische Neufahrzeuge geplant.