Neue Investitionsrunde

Xpeng geht bei den humanoiden Robotern den nächsten Schritt

Xpeng bringt seinen humanoiden Roboter Iron näher an die Serienproduktion: Die Robotiksparte hat sich in einer aktuellen Investitionsrunde mehr als 900 Millionen US-Dollar gesichert. Das Kapital soll vor allem in Entwicklung, Produktionsanlagen und Kommerzialisierung fließen.

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Vier weiße humanoide Roboter, die aussehen wie Schaufensterpuppen mit einem schwarzen Gesicht, stehen auf grauem Grund in einem minimalistischen Studio und gehen auf den Betrachter zu.
Könnte bald in Serienproduktion gehen: Der Xpeng Iron 2.0.

Der chinesische Elektroautohersteller Xpeng treibt die Industrialisierung seiner humanoiden Roboter voran. Die Robotiksparte des Unternehmens hat Finanzierungsvereinbarungen über mehr als 900 Millionen US-Dollar geschlossen. Nach der Finanzierungsrunde, die die größte einzelne private Kapitalbeschaffung war, die bislang für Physical AI-Projekte in China verzeichnet wurde, wird das Geschäft mit mehr als 6,3 Milliarden US-Dollar bewertet. Angeführt wird die Runde von IDG Capital, beteiligt sind außerdem Gaorong Ventures sowie Tencent und Alibaba als strategische Investoren. Die Kontrolle über die Abteilung möchte der Hersteller jedoch in eigener Hand behalten.

Für die weitere Entwicklung des humanoiden Roboters Iron ist vor allem entscheidend, wohin das neue Kapital fließen wird. Neben der Hard- und Softwareentwicklung sowie dem Training der KI-Modelle nennt Xpeng hier ausdrücklich den Aufbau durchgängiger Produktionsanlagen und die Vorbereitung der internationalen Vermarktung. Damit schafft das Unternehmen weitere Voraussetzungen, um den Roboter aus der Entwicklungs- und Demonstrationsphase in eine industrielle Fertigung zu überführen.

Serienproduktion weiterhin für Ende 2026 geplant

Xpeng hält an seinem Zeitplan fest: Iron soll bis Ende 2026 in die Serienproduktion gehen. Zunächst ist ein Einsatz in eigenen Stores und auf Unternehmensgeländen vorgesehen. Der offizielle Marktstart und erste Auslieferungen in China sowie in internationale Märkte sollen 2027 folgen. Die nun gesicherte Finanzierung verleiht diesem Zeitplan nun neue Glaubwürdigkeit.

Dabei will Xpeng Erfahrungen und Infrastruktur aus dem Automobilgeschäft auf die Robotik übertragen. Nach Unternehmensangaben sollen unter anderem bestehende Kompetenzen bei Entwicklung, Lieferkette und Fertigung genutzt werden, um Qualitätsstandards aus der Automobilproduktion auf humanoide Roboter zu übertragen. Kernkomponenten wie Chips, Steuergeräte, Bewegungsmodule und Roboterhände entwickelt Xpeng eigenen Angaben zufolge selbst.

„In den vergangenen zwölf Jahren hat sich Xpeng konsequent der Forschung und Entwicklung interner Full-Stack-Lösung verschrieben und damit eine solide technologische Grundlage für das Zeitalter der physischen KI geschaffen."

He Xiaopeng, Vorsitzender und CEO Xpeng

Auch technisch hat das Unternehmen den Iron zuletzt noch einmal weiterentwickelt. Die aktuelle Generation 2.0 arbeitet mit drei von Xpeng entwickelten Turing-AI-Chips, die zusammen eine effektive Rechenleistung von bis zu 2.250 TOPS bereitstellen sollen. Dadurch sollen KI-Modelle direkt auf dem Roboter laufen und komplexere Aufgaben ohne permanente Fernsteuerung ermöglichen.

Trotz der Finanzierungsrunde steht der Nachweis einer skalierbaren Serienfertigung noch aus. Konkrete Angaben zu geplanten Stückzahlen, Produktionskapazitäten oder Kosten pro Roboter nennt Xpeng bislang nicht. Die zusätzlichen Mittel bringen den geplanten Serienanlauf zwar ein gutes Stück näher – ob sich humanoide Roboter anschließend aber auch in größeren Stückzahlen wirtschaftlich fertigen und vermarkten lassen, muss sich erst noch zeigen.