Neuer Boss schaut nach Europa

Baut Geely bald Premium-Modelle in Werken von Volvo?

Geely könnte ab 2028 Fahrzeuge seiner höher positionierten Marken Zeekr und Lynk & Co in europäischen Volvo-Werken fertigen. Das kündigte der neue Geely-Chef An Conghui an. Damit treibt der chinesische Konzern seine Lokalisierungsstrategie voran.

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Werden Geelys Premiumfahrzeuge wie der Zeekr 001 bald auch bei Volvo in Torslanda oder Gent produziert? Es würde zu den aktuellen Lokalisierungsstrategien vieler chinesischer OEMs passen.

Der chinesische Automobilkonzern Geely will ab 2028 offenbar Fahrzeuge seiner höher positionierten Marken in europäischen Volvo-Werken produzieren. Das kündigte Geelys neuer Chairman An Conghui im Rahmen der Halbjahreskonferenz an. Darüber berichtet das chinesische Branchenportal CarNewsChina unter Verweis auf Aussagen des Managers.

Demnach sollen die europäischen Produktionsstandorte von Volvo künftig eine zentrale Rolle in der Lokalisierungsstrategie des Konzerns übernehmen. In den Werken sollen Fahrzeuge aus dem Geely-Markenverbund gefertigt werden, die im Premium- beziehungsweise gehobenen Segment positioniert sind.

Volvo-Standorte als Basis für Europa-Geschäft

Welche Modelle konkret in Europa gebaut werden sollen, ließ Geely bislang offen. Damit dürften allerdings vor allem Fahrzeuge der Marken Zeekr und Lynk & Co gemeint sein. Während Lynk & Co als Semi-Premium-Marke positioniert ist, richtet sich Zeekr klar an das Premiumsegment. Mögliche Kandidaten könnten die SUV-Modelle Lynk & Co 900 sowie die Plug-in-Hybride Zeekr 9X und Zeekr 8X.

Für die Produktion könnte Geely auf mehrere Volvo-Standorte zurückgreifen. Volvo Cars betreibt Fahrzeugwerke im schwedischen Torslanda sowie im belgischen Gent. Zudem entsteht derzeit ein weiteres Werk in der Slowakei, dessen Produktionsstart für Anfang 2027 vorgesehen ist.

Die Ankündigung erfolgt kurz nach einer wichtigen personellen Veränderung an der Konzernspitze. Geely-Gründer Li Shufu hat den Vorsitz von Geely Automobile abgegeben. Sein Nachfolger An Conghui soll unter anderem die Zusammenarbeit innerhalb des Konzerns sowie die Synergien mit dem Mutterunternehmen Zhejiang Geely Holding Group stärken. Li Shufu bleibt weiterhin Chairman der Geely Holding.

Lokalisierung gewinnt an Bedeutung

Mit einer Fertigung in Europa würde Geely seine Präsenz auf dem Kontinent deutlich ausbauen. Der Konzern verfolgt bereits mehrere Produktionsprojekte außerhalb Chinas. Ab 2028 soll die Fertigung zweier Geely-Modelle in einem Gemeinschaftsprojekt mit Ford am spanischen Standort Valencia anlaufen.

Für Geely könnte die lokale Produktion nicht nur Lieferketten verkürzen, sondern auch helfen, die Marktposition seiner Marken in Europa zu stärken. Welche Fahrzeuge tatsächlich in den Volvo-Werken gefertigt werden und an welchem Standort die Produktion startet, dürfte jedoch erst in den kommenden Jahren entschieden werden.