Konsolidierung europäischer Standorte
Aumovio verkauft Standort in Rheinböllen
Aumovio verkauft seinen Standort in Rheinland-Pfalz an RHB-Industries. Produktion, F&E, Geschäftsaktivitäten und rund 320 Beschäftigte sollen an die Falkensteg-Tochter übergehen – ein weiterer Schritt zur Konsolidierung des europäischen Werksnetzes.
Der Aumovio-Standort Rheinböllen soll an RHB-Industries übergehen. Der neue Eigentümer will die bestehende Bremsenkompetenz sichern und das Werk perspektivisch für zusätzliche Märkte öffnen.
Aumovio
Aumovio und die Transformationsberatung Falkensteg haben eine Vereinbarung über den Verkauf des Aumovio-Standorts in Rheinböllen getroffen. Im Rahmen der Vereinbarung übernimmt die spezifisch von Falkensteg gegründete RHB-Industries sämtliche Geschäftsaktivitäten sowie Beschäftigte am Standort. Die Transaktion stehe unter dem Vorbehalt der üblichen Bedingungen und Genehmigungen und soll voraussichtlich Mitte des Jahres abgeschlossen werden.
Am Standort Rheinböllen produziert die Continental-Tochter Bremssättel und elektrische Parkbremsen. Zudem werden vor Ort autonome, mobile Roboter entwickelt und produziert. In Rheinböllen sind rund 320 Mitarbeiter beschäftigt. Aumovio und RHB-Industries stehen nach eigenen Angaben in engem Austausch mit den Sozialpartnern, die früh eingebunden wurden und den Prozess von Beginn an konstruktiv begleitet haben. So habe man unter anderem bereits eine tarifliche Regelung zur Überleitung der Beschäftigungsbedingungen abgeschlossen.
Hinter RHB-Industries steht ein Team der Transformationsberatung Falkensteg, die sich auf die Automobilindustrie spezialisiert hat. RHB-Industries wird den Standort inklusiver aller Vermögenswerte erwerben und die gesamte Belegschaft übernehmen. Alexander Dietel, Partner bei Falkensteg, kommentiert: „Der Standort Rheinböllen ist für uns ein Schlüsselbaustein. Die hohe Qualifikation des Teams und die belastbare Fertigungsbasis geben uns die ideale Ausgangslage, um das Werk zukunftssicher aufzustellen.“
RHB-Industries soll Rheinböllen breiter aufstellen
Für Aumovio stellt der geplante Verkauf einen weiteren Schritt dar, die Anzahl der Produktionsstandorte auf einem Niveau zu konsolidieren, welches eine effiziente Marktdurchdringung nachhaltig unterstützt. „Wir sind überzeugt, dass RHB-Industries mit der großen Management- und Transformationskompetenz im Automobilbereich von Falkensteg der richtige Eigentümer ist, um den Standort in die Zukunft zu führen. Unser gemeinsames Ziel ist es, Kontinuität für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kunden und Partner sicherzustellen und dem Standort Rheinböllen eine Perspektive zu geben. Mit dem Verkauf fokussieren wir uns auf Geschäft, das langfristig wettbewerbsfähig ist", erläutert Philipp von Hirschheydt, Vorstandsvorsitzender von Aumovio.
RHB-Industries plant, am Standort Rheinböllen eine Auftragsfertigung im Bremsenbereich einzuführen, um laufende Serienprojekte zu unterstützen. Dieses Modell sichere vorerst ein verlässliches Produktionsvolumen und schafft Stabilität und Orientierung für die Belegschaft. RHB-Industries verpflichtet sich gleichzeitig zukunftsfähige Geschäftsideen zu entwickeln, die Produktion und Beschäftigung am Standort auch langfristig ermöglichen.
„Damit der Standort eine belastbare Zukunftsperspektive erhält, müssen wir ihn in einem überschaubaren Zeitraum für zusätzliche Märkte öffnen. Die Erfahrung mit sicherheitskritischen Komponenten und einer ausgeprägten Prozessdisziplin prädestiniert den Produktionsstandort insbesondere für Anwendungen in den Bereichen Defense, bremsennahe Anwendungen, Contract Manufacturing Robotik und Prozessindustrie (Großwärmepumpen). Auf dieser Basis wollen wir die vorhandene Bremsenkompetenz gezielt weiterentwickeln“, erklärt Alexander Dietel. Für den Bereich der autonomen, mobilen Roboter beabsichtigt RHB-Industries, einen strategischen Investor zu identifizieren, der Technologie, Knowhow und Teile der Belegschaft übernimmt.