Werk in Grünheide profitiert
Tesla macht mehr Umsatz und Gewinn
Laut Elon Musk liegt die Zukunft von Tesla in Robotern und selbstfahrenden Robotaxis. Aktuell lebt die Firma jedoch vom Autoverkauf. Und dieses Geschäft lief zuletzt wieder besser. Vom Aufwärtstrend soll nun auch das Werk in Grünheide profitieren.
Die dunklen Wolken über Tesla haben sich vorerst verzogen.
Adobe Stock / Björn Wylezich
Tesla hat im vergangenen Quartal dank wieder besserer
Auslieferungen mehr Umsatz und Gewinn gemacht. Die Erlöse stiegen im
Jahresvergleich um 16 Prozent auf 22,39 Milliarden Dollar, wie der von
Tech-Milliardär Elon Musk geführte Elektroauto-Vorreiter mitteilte. Der Gewinn
stieg um 17 Prozent auf 477 Millionen Dollar. Die Aktie reagierte im
nachbörslichen Handel mit einem Plus von über drei Prozent.
Die weltweiten Tesla-Auslieferungen kletterten im
ersten Quartal im Jahresvergleich um 6,3 Prozent auf 358.023 Fahrzeuge. Im
Vorjahresquartal waren die Auslieferungen noch um 13 Prozent gefallen.
Musk erklärte bereits nach den Absatzrückgängen im
vergangenen Jahr, die Zukunft von Tesla liege ohnehin in autonom
fahrenden Robotaxis und humanoiden Robotern. Zugleich brachte Tesla etwas
günstigere Versionen des Model 3 und des Model Y auf den Markt.
Modellwechsel und Musk-Politik
Zu den Rückgängen im vergangenen Jahr hatte unter anderem
eine Umrüstung der Produktionslinien für ein Update des Bestsellers Model Y
beigetragen. Ein weiterer Faktor waren die Kontroversen um die politischen
Aktivitäten von Firmenchef Elon Musk, der eine Zeit lang ein enger Vertrauter
von US-Präsident Donald Trump war und in dessen Auftrag die Regierungsausgaben
stutzen sollte. Einige potenzielle Interessenten wurden von Musks rechten
politischen Ansichten abgeschreckt.
Außerdem sorgte Trump dafür, dass in den USA Ende September
2025 die Steuervergünstigung von 7.500 Dollar beim Kauf eines Elektroautos
wegfiel. Tesla brachte das einen Rekordabsatz mit der Torschlusspanik
im dritten Quartal – mit einem darauffolgenden weiteren Rückgang.
Tesla-Werk Grünheide soll personell wachsen
Der neuerliche Aufwärtstrend sorgt nun auch für einen positiven
Effekt für Teslas einzigen europäischen Produktionsstandort im brandenburgischen
Grünheide. Wie das Unternehmen der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, soll die
Zahl der Beschäftigten dort kurzfristig um 1.000 aufgestockt werden. Damit
würden dort 11.700 Menschen arbeiten. Tesla begründet die Steigerung mit der
gestiegenen Nachfrage. Vor etwas mehr als zwei Jahren arbeiteten dort rund
12.400 Beschäftigte.
„Die Geschäftsführung der Gigafactory Berlin-Brandenburg hat heute
bekanntgegeben, dass sie bis Ende Juni 1.000 neue Arbeitsplätze schaffen wird,
um die Wochenproduktion ab dem 3. Quartal um circa 20 Prozent zu steigern“,
erklärte Tesla. Erste Einstellungen seien schon ab Mai geplant. „Dies ist eine
direkte Reaktion auf die gestiegene Nachfrage nach dem Model Y.“
Hunderte neue Beschäftigte für Batteriezellfertigung geplant
Tesla will nach eigenen Angaben außerdem voraussichtlich rund 500
Leiharbeitnehmerinnen und -arbeitnehmer im Laufe des Jahres in feste,
unbefristete Arbeitsverhältnisse übernehmen. Unabhängig davon habe die Suche
nach mehreren hundert neuen Beschäftigten für die Batteriezellfertigung
begonnen, die in der ersten Jahreshälfte 2027 starten soll.
Die Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg öffnete vor rund vier Jahren.
Tesla-Chef Elon Musk will die Fabrik massiv ausbauen und nach eigenen Angaben „wahrscheinlich
den größten Fabrikkomplex in Europa daraus machen“. Der Ausbau lag wegen der
Marktlage bisher in Wartestellung.