Ministerpräsident Lies sieht Standortgarantie
Ist die Zukunft des VW-Werks in Emden gesichert?
Niedersachens Ministerpräsident Olaf Lies sieht die Zukunft des VW-Werks Emden gesichert: Für ihn ist eine Standortgarantie alternativlos. Nach Milliardeninvestitionen setzt VW dort voll auf E-Autos – trotz angekündigtem weltweiten Kapazitätsabbau.
Emden ist einer der zentralen Herstellungsstandorte der Elektromodelle von Volkswagen. Hier laufen der ID. 4 und der ID. 7 vom Band.
Volkswagen AG
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies geht nach eigenem
Bekunden fest von einer Zukunft des VW-Werkes im ostfriesischen Emden aus. In
einer Diskussionsrunde während der Jubiläumsfeier zum 40-jährigen Bestehen der
Emder Kunsthalle sagte der SPD-Politiker auf die Frage des Moderators, ob es
eine Standortgarantie für VW in Emden gäbe: „Ja, die gibt es. Es gibt keine
Alternative“, sagte der Regierungschef, der auch im Aufsichtsrat des Autobauers
sitzt. Bei VW in Emden arbeiten rund 7.700 Beschäftigte, es ist der wichtigste
industrielle Arbeitgeber in Ostfriesland.
In Emden baut VW inzwischen nach einer Milliardeninvestition in sein Werk
ausschließlich E-Autos wie den ID.7. „Wir haben hier zur richtigen Zeit auf die
richtige Zukunft gesetzt“, beteuerte Lies. Die Zukunft werde elektrifiziert
sein, da sei Emden ein Vorreiter. „Wir sehen jetzt, wir haben die richtigen
Modelle.“
Erwartung an VW-Management
Der SPD-Politiker betonte zudem, das Emder VW-Werk sei auch mehr als ein
Produktionsstandort. „Das sind hier wahnsinnig tolle Kolleginnen und Kollegen“,
sagte Lies. „Und ich erwarte am Ende auch von denen, die oben im Management in
Verantwortung sitzen, dass sie nicht nur darüber denken, was sie tun, dass sie
vor allem darüber nachdenken, wer für den Erfolg des Unternehmens gesorgt hat
und das waren die vielen Kollegen (...).“
VW-Konzernchef Oliver Blume hatte erst vor wenigen Tagen im Manager Magazin
angesichts des schwierigen Marktumfeldes angekündigt, weltweit
Produktionskapazitäten abzubauen. „Überkapazitäten sind für unser Unternehmen
langfristig nicht tragfähig“, hatte Blume gesagt. „Und in der heutigen Markt-
und Wettbewerbssituation ist die Volumenplanung der Vergangenheit
unrealistisch.“ Eine Entscheidung, ob dafür Werke geschlossen werden müssen,
ist laut Blume noch nicht getroffen.
Blume sagte auch: „Es gibt intelligentere Methoden, als gleich ein Werk zu
schließen.“ Derzeit baut Volkswagen bei der Kernmarke und vor allem den
Töchtern Audi und Porsche in Deutschland zusammengenommen 50.000 Jobs ab, um
die Kosten zu senken. Das Land Niedersachsen ist mit 20 Prozent am VW-Konzern
beteiligt.