Schwache E-Auto-Nachfrage bremst Joint Venture aus

Samsung SDI übernimmt GM-Anteil an US-Batteriewerk

Samsung SDI beendet das Batterie-Joint-Venture mit General Motors in Indiana und übernimmt den 49,99-Prozent-Anteil des US-Konzerns. Als zentralen Grund nennt der koreanische Hersteller die schwächer als erwartete Nachfrage nach Elektrofahrzeugen.

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GM-CEO Mary Barra und Samsung-SDI-CEO Yoon-ho Choi blickten bei der Signing Ceremony des gemeinsamen Joint Ventures im Jahr 2023 noch optimistisch drein.

Der südkoreanische Batteriezellenhersteller Samsung SDI beendet das gemeinsame Batteriewerk mit General Motors im US-Bundesstaat Indiana und übernimmt die bislang von GM gehaltenen 49,99 Prozent der Anteile. Ausschlaggebend für die Entscheidung sei die schwächer als erwartete Entwicklung der Nachfrage nach Elektrofahrzeugen gewesen. Damit reagiert Samsung SDI auf die veränderten Marktbedingungen im nordamerikanischen EV-Geschäft.

Das Unternehmen wird die bisherige Gemeinschaftsgesellschaft „SynergyCells“ künftig allein weiterführen. Die Fabrik entsteht derzeit in New Carlisle im Bundesstaat Indiana und sollte ursprünglich als Joint Venture die Batterieversorgung für Elektrofahrzeuge von GM unterstützen. Geplant war eine Jahreskapazität von 27 Gigawattstunden, der Produktionsstart war für 2027 vorgesehen.

Schwache EV-Nachfrage verändert die Strategie

Samsung SDI begründet den Schritt ausdrücklich mit der Abschwächung des Elektroautomarktes. In einer Stellungnahme erklärte das Unternehmen: „Die Änderung der Eigentümerstruktur erfolgte unter Berücksichtigung der Marktveränderungen seit der Ankündigung des Joint Ventures, einschließlich des langsamer als erwarteten Wachstums der E-Auto-Nachfrage. Die beiden Partner haben entschieden, andere Formen der Zusammenarbeit außerhalb des Joint Ventures zu suchen.“

Die Entwicklung steht exemplarisch für die aktuelle Situation in Nordamerika: Mehrere Hersteller und Zulieferer haben ihre Investitions- und Produktionspläne im EV-Segment angepasst. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits zuvor berichtet, dass sich die Bauarbeiten am Standort aufgrund der schwächeren Marktentwicklung verlangsamt hätten.

Fokus auf Energiespeicher statt reine E-Mobilität

Trotz des Endes des Joint Ventures bleibt der Standort für Samsung SDI strategisch wichtig. Nach der vollständigen Übernahme soll die Fabrik künftig flexibler für verschiedene Batterieanwendungen genutzt werden. Dazu zählen neben Elektrofahrzeugen insbesondere Batteriesysteme für stationäre Energiespeicher (ESS).

Ein Samsung-SDI-Sprecher erklärte: „Diese Übernahmeentscheidung berücksichtigt die jüngsten Marktveränderungen und soll gleichzeitig die strategische Partnerschaft mit GM fortführen. Zugleich wollen wir die Anlage nutzen, um proaktiv auf den schnell wachsenden ESS-Markt in den USA zu reagieren.“

Zusammenarbeit mit GM bleibt bestehen

Vom Rückzug aus dem Gemeinschaftsunternehmen unberührt bleibt die technologische Zusammenarbeit beider Unternehmen. Parallel zur Übernahme haben Samsung SDI und GM eine Vereinbarung zur Entwicklung einer neuen Generation prismatischer Batteriezellen unterzeichnet. Die Batterien sollen hohe Energiedichten und kurze Ladezeiten ermöglichen und perspektivisch in künftigen Elektrofahrzeugen des US-Herstellers eingesetzt werden.

Damit endet zwar das gemeinsame Produktionsprojekt in seiner bisherigen Form. Die Partnerschaft zwischen Samsung SDI und General Motors soll jedoch über gemeinsame Batterieentwicklung und zukünftige Fahrzeugprogramme fortgeführt werden.