Partnerschaft mit ProLogium

Mercedes treibt Entwicklung von Feststoffbatterien voran

Mercedes-Benz intensiviert die Zusammenarbeit mit ProLogium und testet dessen neue Gen4-Feststoffbatteriezellen. Derweil nimmt die neue Gigafactory des taiwanesischen Batteriefabrikanten in Dünkirchen weiter Gestalt an.

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Parallel zum Ausbau der Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz erweitert ProLogium seine Produktionskapazitäten mit dem Bau einer neuen Gigafactory im französischen Dünkirchen.

Mercedes-Benz hat mit dem taiwanischen Batterieentwickler ProLogium eine neue Testvereinbarung geschlossen. Im Fokus stehen die neuesten Gen4-Lithium-Keramikzellen des Unternehmens, die künftig als potenzielle Energiespeicher für kommende Elektrofahrzeuge von Mercedes-Benz infrage kommen könnten. Parallel dazu beschleunigt ProLogium den Aufbau seiner geplanten Gigafactory im französischen Dünkirchen.

Die Vereinbarung baut auf einer langjährigen Zusammenarbeit der beiden Unternehmen auf, die bereits 2016 begann. Mercedes-Benz hatte sich früh an ProLogium beteiligt und gemeinsam mit dem Batteriehersteller mehrere Entwicklungs- und Validierungsprogramme für Feststoffzelltechnologien durchgeführt.

Im Rahmen des neuen Abkommens erhält Mercedes-Benz bevorzugten Zugang zur Evaluierung der Gen4-Zellen von ProLogium. Die Batterien werden umfangreichen elektrischen, thermischen und sicherheitsrelevanten Tests in den Entwicklungszentren des Herstellers sowie bei spezialisierten externen Prüfinstituten unterzogen. Ziel ist es, die Eignung der Technologie für zukünftige Fahrzeuggenerationen zu bewerten.

Neuer Ansatz bei Feststoffbatterien

Mit seiner Gen4-Plattform verfolgt ProLogium einen eigenen Ansatz zur Lösung eines zentralen Problems der Feststoffbatterieentwicklung: der Verbindung von hoher Sicherheit, großer Energiedichte und industrieller Skalierbarkeit. Die sogenannten „superfluidisierten“ Lithium-Keramik-Batterien kombinieren laut Unternehmen die Vorteile klassischer Feststoff- und Flüssigbatterien. Die Technologie setzt auf einen nicht brennbaren anorganischen Elektrolyten, keramische Separatoren sowie einen proprietären Sicherheitsmechanismus. Gleichzeitig sollen die Zellen hohe Ladeleistungen, schnelle Ladezeiten und eine gute Performance bei niedrigen Temperaturen ermöglichen.

ProLogium nennt fünf zentrale Vorteile der Gen4-Technologie: hohe Sicherheit, hohe Leistungsfähigkeit, hohe Energiedichte, skalierbare Produktion und eine wettbewerbsfähige Kostenstruktur.

Fast zehn Jahre gemeinsame Entwicklung

Die Zusammenarbeit zwischen Mercedes-Benz und ProLogium hat sich über mehrere Entwicklungsstufen hinweg intensiviert. Gemeinsam wurden unterschiedliche Lithium-Keramik-Zellformate validiert, darunter Pouch-Zellen, prismatische Zellen der nächsten Generation sowie die von ProLogium entwickelte Bipolar-Zelltechnologie.

„Über nahezu ein Jahrzehnt hat sich unsere Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz von der frühen Zellentwicklung und Validierung bis hin zur Erprobung unserer neuesten Gen4-Technologie für zukünftige Fahrzeuganwendungen entwickelt“, sagte ProLogium-Gründer und CEO Vincent Yang. Entscheidend für den Erfolg neuer Batteriegenerationen seien nicht allein technologische Innovationen, sondern deren wirtschaftliche und skalierbare Produktion.

Mercedes‘ Entwicklungsvorstand Jörg Burzer bezeichnete die Partnerschaft als wichtigen Baustein der Batterietechnologiestrategie des Unternehmens. Die Kombination aus ProLogiums Feststoffbatterie-Knowhow und den Entwicklungs-, Test- und Integrationskompetenzen von Mercedes-Benz solle die Erprobung zukünftiger Batteriegenerationen für Elektrofahrzeuge beschleunigen.

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Ausbau der Produktion in Europa

Für die kommerzielle Umsetzung setzt ProLogium auf den Ausbau seiner Produktionskapazitäten. Die erste Gigafactory des Unternehmens im taiwanischen Taoyuan hat die Validierung der Fertigung im Gigawattstunden-Maßstab bereits abgeschlossen. Dort laufen derzeit die Produktion von C-Mustern sowie Demonstrationsfahrzeugprogramme als Vorbereitung auf die spätere Serienfertigung.

Das Fertigungs-Knowhow soll nun nach Europa übertragen werden. Im Februar 2026 erfolgte der erste Spatenstich für die erste Ausbaustufe der Gigafactory in Dünkirchen. Nach Angaben des Unternehmens befindet sich das Projekt inzwischen in der Umsetzungsphase. Aktuell laufen verschiedene Infrastrukturmaßnahmen, darunter Elektroinstallationen und die Anbindung an das Stromnetz. Die Baustelle soll Anfang Oktober 2026 erstmals mit Energie versorgt werden.

Die Fabrik erhält speziell für die Batterieproduktion entwickelte Reinraum- und Trockenraumlösungen. Darüber hinaus strebt ProLogium für den Standort eine BREEAM-Nachhaltigkeitszertifizierung an.

Die erste Ausbaustufe der Gigafactory soll bis 2030 schrittweise eine Jahreskapazität von vier Gigawattstunden erreichen. Der Start der Massenproduktion ist für Ende 2028 vorgesehen. Langfristig ist der Standort auf eine maximale Kapazität von bis zu 44 GWh ausgelegt. Unterstützt wird die Produktion durch das bereits bestehende Forschungs- und Entwicklungszentrum von ProLogium in Paris-Saclay.