Effizientere Werke, schlankere Strukturen

So will Volkswagen wieder wettbewerbsfähiger werden

Volkswagen verschärft seinen Sparkurs. Der Konzern will Überkapazitäten abbauen, Produktionsnetzwerke neu ausrichten und bis 2030 konzernweit rund 50.000 Stellen streichen. Die Maßnahmen sollen jährlich mehr als sechs Milliarden Euro einsparen.

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Volkswagen-Chef Oliver Blume schwört auf der digitalen Hauptversammlung die Aktionäre auf ein umfangreiches Restrukturierungsprogramm ein.

Der Volkswagen-Konzern treibt seinen tiefgreifenden Umbau weiter voran. Auf der Hauptversammlung hat Konzernchef Oliver Blume einen Zukunftsplan vorgestellt, der vor allem auf den Abbau von Überkapazitäten, die Reduzierung von Komplexität und eine effizientere Produktionsstruktur abzielt. Bis 2030 sollen dadurch jährliche Netto-Einsparungen von mehr als sechs Milliarden Euro erzielt werden. Grundlage dafür sind unter anderem Stellenabbauprogramme, Kapazitätsanpassungen und eine Straffung der Konzernorganisation.

„Wir machen den Volkswagen Konzern noch robuster und wettbewerbsfähiger“, sagte Blume. Ziel sei es, das Unternehmen „kostenseitig, strukturell und technologisch noch zukunftsfähiger“ aufzustellen.

Produktionskapazitäten werden weiter reduziert

Aus Sicht der industriellen Fertigung gehört die Anpassung des Produktionsnetzwerks zu den zentralen Hebeln des Programms. Volkswagen kündigt an, die bestehenden Überkapazitäten konsequent weiter abzubauen. Das Produktionsnetzwerk solle künftig stärker an den tatsächlichen Markterfordernissen ausgerichtet werden und regionaler, effizienter sowie wirtschaftlicher arbeiten.

Als drittes strategisches Handlungsfeld nennt Blume ausdrücklich die Neuausrichtung des Produktionsverbunds: „Überkapazitäten sollen weiter abgebaut werden – Ziel ist ein regionales, intelligentes und wirtschaftliches Produktionsnetzwerk.“

Parallel dazu sollen Modell- und Variantenvielfalt reduziert sowie Plattformen und Elektronikarchitekturen stärker vereinheitlicht werden. Aus Produktionssicht verspricht sich der Konzern davon höhere Stückzahlen pro Fahrzeugmodell, weniger Komplexität in den Werken und geringere Entwicklungskosten.

50.000 Stellen stehen zur Disposition

Einen wesentlichen Beitrag zur Kostensenkung leisten die bereits vereinbarten Personalmaßnahmen. Für Volkswagen, Audi, Porsche und die Softwaretochter Cariad wurde der Abbau von rund 50.000 Stellen vereinbart. Allein bei der Volkswagen AG sollen 35.000 Arbeitsplätze wegfallen. Nach Konzernangaben sind bereits mehr als 28.000 Austritte bis 2030 verbindlich vereinbart worden.

Volkswagen betont, dass Tarifeinigungen und Personalabbau bereits Wirkung zeigen. Für das Jahr 2025 beziffert der Konzern die nachhaltigen Kosteneffekte auf rund eine Milliarde Euro. Zusammen mit den geplanten Kapazitätsreduktionen sollen die Einsparungen bis 2030 deutlich steigen.

Auch an den deutschen Volkswagen-Standorten seien Fortschritte erzielt worden. Die Fabrikkosten wurden laut Unternehmen allein 2025 im Durchschnitt um mehr als 20 Prozent gesenkt.

Sparen als Reaktion auf schwache Ertragslage

Der verschärfte Restrukturierungskurs erfolgt vor dem Hintergrund einer anhaltend schwierigen Geschäftsentwicklung. Der Volkswagen-Konzern ist mit einem erneuten Gewinnrückgang ins Jahr 2026 gestartet. Im ersten Quartal sank das Konzernergebnis nach Steuern um 28,4 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro. Der Umsatz ging gleichzeitig um 2,5 Prozent auf 75,7 Milliarden Euro zurück. Die operative Umsatzrendite lag lediglich bei 3,3 Prozent.

Belastet wird das Geschäft insbesondere durch rückläufige Auslieferungen in China und Nordamerika, zunehmenden Wettbewerbsdruck chinesischer Hersteller sowie zusätzliche Handelsbarrieren. Konzernchef Blume verwies zuletzt auf „Kriege, geopolitische Spannungen, Handelsbarrieren, verschärfte Regulatorik und einen harten Wettbewerb“ als wesentliche Belastungsfaktoren.

Finanzvorstand Arno Antlitz hatte zudem erklärt, dass die zusätzlichen US-Zölle den Konzern jährlich mit rund vier Milliarden Euro belasten. Vor diesem Hintergrund reichten die bisher definierten Kostensenkungsprogramme nicht mehr aus.

Renditeziel: acht bis zehn Prozent

Mit dem Zukunftsplan verfolgt Volkswagen das Ziel, bis 2030 wieder deutlich profitabler zu werden. Angestrebt wird eine operative Umsatzrendite zwischen acht und zehn Prozent. Gleichzeitig soll der Netto-Cashflow im automobilen Kerngeschäft deutlich steigen.

„Die Lage bleibt anspruchsvoll. Trotzdem haben wir es selbst in der Hand“, sagte Blume auf der Hauptversammlung. Für die kommenden Jahre setzt Volkswagen dabei vor allem auf eine schlankere Organisation, niedrigere Kosten und eine stärkere Auslastung seiner Produktionsstrukturen.