Hohe Abschreibungen auf E-Auto-Strategie
Stellantis fährt massiven Verlust ein
US-Präsident Trump verlässt den E-Auto-Kurs – und der Vielmarkenkonzern Stellantis spürt die Folgen in dramatischer Weise. Der neue Chef will gegensteuern.
Weil Donald Trump von der E-Auto-Strategie der US-Regierung abgewichen ist und Stellantis sich daraufhin mit einem Nachfrageloch in einem seiner wichtigsten Märkte konfrontiert sah, muss der Vielmarkenkonzern nun viel Geld abschreiben.
Stellantis
Stellantis hat im vergangenen Jahr wegen hoher
Abschreibungen auf seine Elektroautostrategie einen riesigen Milliardenverlust
gemacht. Unterm Strich standen 22,3 Milliarden Euro Minus, wie die Opel-Mutter
in Amsterdam mitteilte.
Der Vielmarkenkonzern – dazu gehören unter anderem Fiat,
Peugeot, Chrysler, Alfa Romeo und Jeep – mit Wurzeln in Frankreich, Italien und
den USA hatte bereits vor Wochen mitgeteilt, dass er wegen der Änderung des
Elektrokurses der Regierung von US-Präsident Donald Trump und der folgenden
Nachfrageschwäche in seinem wichtigen Markt USA viel Geld abschreiben muss.
Letztlich beliefen sich die Wertminderungen im Gesamtjahr auf 25,4 Milliarden
Euro.
Aber auch bereinigt um die Sonderkosten kam der VW-Rivale
stark unter Druck und fuhr im Tagesgeschäft wegen Preisdrucks rote Zahlen ein –
sowohl in Nordamerika, wo der Konzern einst mit seinen Pick-ups und SUVs den
Löwenanteil seiner Gewinne machte, als auch in Europa.
Wie der neue Konzernchef den Kurs ändern will
Der neue Konzernchef Antonio Filosa war eigentlich
angetreten, um den Konzern nach einer hausgemachten Krise in den USA im
Tagesgeschäft wieder auf Kurs zu bringen - nun musste er mit einem
Großreinemachen beginnen, das den Konzern lange mit Milliardenzahlungen
belasten wird. Erst 2027 sei wieder mit einem Zufluss an freien Mitteln im
Fahrzeuggeschäft (Free Cashflow) zu rechnen, hieß es.
Stellantis streicht Elektromodelle, bietet mehr Verbrenner-
und Mischantriebe an und baut die Produktion und seine Lieferketten um. Donald
Trump hatte Subventionen für Elektroautos gestrichen und Abgasregelungen
geändert. Auch die anderen US-Autoriesen General Motors und Ford mussten viele
Milliarden auf ihren eingeschlagenen Elektrokurs abschreiben.