Deutsche Industrie ist europäische Spitze bei KI-Einsatz
KI verlässt das Pilotprojekt und ist längst Werksalltag: Laut Cisco-Studie setzen 65 Prozent der deutschen Industriebetriebe künstliche Intelligenz bereits produktiv ein. Ziele sind messbare Effizienzgewinne und niedrigere Kosten.
Autobauer wie Audi setzen vor allem in der Produktion an vielen Prozesspunkten KI-Anwendungen ein.
Audi
Künstliche Intelligenz hält Einzug in die Industrie und
kommt immer öfter real zum Einsatz. Zu diesem Ergebnis kommt eine Cisco-Studie
vor der am Montag beginnenden Hannover Messe. Fast zwei Drittel der deutschen
Industriebetriebe setzen KI demnach bereits in laufenden Industrieprozessen
ein.
Die Technologie komme damit aus dem Experimentierstadium heraus. „KI wird
Realität“, sagte Cisco-Manager Christian Korff der Deutschen Presse-Agentur.
„KI hält Einzug in die Produktion, um Produktionsprozesse zu verbessern.“
Deutsche Unternehmen seien hier sogar führend. Mit 65 Prozent liege der Anteil
der Industrieunternehmen, die KI aktiv einsetzen, hier deutlich höher als im
Rest Europas. Und auch höher als im weltweiten Durchschnitt. Europaweit liegt
der Wert den Angaben zufolge nur bei 56 Prozent. Und auch weltweit waren es mit
61 Prozent weniger als in Deutschland.
KI soll Produktivität steigern und Kosten senken
Für die Untersuchung hatte Cisco weltweit mehr als 1.000 Führungskräfte aus
Unternehmen in 19 Ländern befragt, davon rund 500 Manager in Europa und etwa
100 aus Deutschland. Am häufigsten genannt wurden dabei der Einsatz von
KI-Assistenten, den fast drei von vier deutschen Industriebetrieben zumindest
untersuchen. Wichtigste Ziele hinter der KI-Offensive: Verbesserung der
Produktivität, gefolgt von Kostensenkung.
„Die Reise hat vor zwei, drei Jahren begonnen - und jetzt ernten wir die
Früchte“, sagte Korff. „Am Anfang dieser KI-Welle war noch eine hohe
Erwartungshaltung da. Es wurden fast panikartig Projekte initiiert.“ Jetzt sei
das Thema im realen Betrieb angekommen. „Da ist wahnsinnig viel Neugier im
Spiel. Neugier und die Erkenntnis, wie leistungsfähig das ist.“
Investitionen machen sich binnen zwei Jahren bezahlt
Das mache sich nun bezahlt. „KI ist angekommen, wird genutzt, hat auch einen
betriebswirtschaftlichen Nutzen und löst das Versprechen ein, dass sich diese
Investition auch lohnt.“ Genau das würden Unternehmen auch erwarten, dass sich
Investitionen bezahlt machen, „idealerweise innerhalb von ein bis maximal zwei
Jahren“, so Korff. Und das sei „mittlerweile absolut realistisch“.
Allerdings zeige die Studie auch: Viele Firmen würden bei dem Thema noch
hinterherhinken. Rund 40 Prozent der Firmen hätten die Zusammenarbeit von IT
und Betriebsteam noch nicht vollzogen, berichtet Korff. Hier müsse dringend
nachgebessert werden. „Wir können es uns eigentlich nicht leisten, dass über
ein Drittel der Unternehmen abgehängt wird.“