Gewinn bei Mercedes um knapp die Hälfte eingebrochen
Harte Zeiten für Mercedes-Benz. Der Gewinn ist im vergangenen Jahr erneut eingebrochen, der Umsatz ging zurück und auch die Prämie für die Beschäftigten sinkt. Wie konnte das passieren?
dpa dpa
2 min
Der unverwechselbare Stern leuchtet angesichts der angespannten Finanzlage bei Mercedes-Benz aktuell nicht so hell.Mercedes-Benz
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Der Gewinn von Mercedes-Benz ist 2025 um knapp die Hälfte
eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr sei das Konzernergebnis um rund 49
Prozent von 10,4 Milliarden Euro auf 5,3 Milliarden Euro gesunken, teilte der
Stuttgarter Autobauer mit.
Zölle, negative Wechselkurseffekte und der intensive
Wettbewerb in China hätten die Ergebnisse belastet. Kosteneinsparungen von mehr
als 3,5 Milliarden Euro in der Pkw-Sparte hätten hingegen einen Teil des
Gegenwinds kompensiert. Der Umsatz ging um neun Prozent auf 132,2
Milliarden Euro zurück. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank um
57 Prozent auf 5,82 Milliarden Euro.
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Die finanziellen Ergebnisse seien im Rahmen der Prognosen
ausgefallen und seien getragen „von einem klaren Fokus auf Effizienz,
Geschwindigkeit und Flexibilität“, sagte Mercedes-Chef Ola Källenius laut
Mitteilung. „Wir sind bereit für das Jahr 2026“, sagte Källenius. Mit einem
klaren Plan und einem sehr wettbewerbsfähigen Produktportfolio treibe Mercedes
die Transformation konsequent voran.
Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet Mercedes mit einem
Konzernumsatz auf Vorjahresniveau, das operative Ergebnis soll deutlich über
dem Vorjahr liegen. Mittelfristig rechne die Pkw-Sparte wieder mit einem Absatz
von rund zwei Millionen Fahrzeugen. Getragen werden soll das Wachstum auch von
einem Anstieg von mehr als 15 Prozent im Top-End-Segment, zu dem etwa die S-
und G-Klasse zählt.
Insgesamt verkaufte Mercedes im vergangenen Jahr rund
2.160.000 Pkw und Vans. Pkw wurden etwas mehr als 1,8 Millionen verkauft, was
einem Rückgang von neun Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht. In China fiel
der Rückgang mit 19 Prozent besonders deutlich aus. Nach wie vor ist China das
wichtigste Land für Mercedes. Fast ein Drittel aller Pkw setzten die Schwaben
2025 dort ab.
Das Unternehmen hatte bereits vor einem Jahr auf die
angespannte Lage reagiert und ein Sparprogramm ausgerufen. Schon 2024 war das
Konzernergebnis im Jahresvergleich deutlich gefallen. Auch der Umsatz und
Absatz waren damals bereits rückläufig.
Sparprogramm soll Profitabilität ankurbeln
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Das Sparprogramm soll dabei helfen, wieder profitabler zu
werden. Demnach sollen bis 2027 die Produktionskosten um zehn Prozent im
Vergleich zu damals sinken. Zudem würden die Materialkosten optimiert. Auch die
Fixkosten sollen bis 2027 um weitere zehn Prozent sinken. Helfen soll auch ein
Abfindungsprogramm für Beschäftigte in indirekten Bereichen, also nicht in der
Produktion.
Mercedes-Boss Ola Källenius muss ein schwaches Konzernergebnis rechtfertigen.Mercedes-Benz Group AG
Nach dem Gewinneinbruch fällt auch die Prämie für die
Beschäftigten in diesem Jahr erneut geringer aus. Mercedes beteiligt die rund
85.000 anspruchsberechtigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland
mit voraussichtlich bis zu 3.139 Euro am Ergebnis, so Mercedes.
Die Beschäftigten sollen die Prämie mit dem April-Entgelt
erhalten. Deren endgültige Höhe stehe unter dem Vorbehalt der Feststellung des
finalen Jahresabschlusses im März, hieß es laut Mitteilung. Sie sei unabhängig
vom individuellen Gehalt und richte sich nach finanziellen Zielerreichungen des
Unternehmens sowie der Umsetzung der Geschäftsstrategie.
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Aktie für die Beschäftigten
Zudem schenke der Dax-Konzern allen Beschäftigten in
Deutschland eine Mercedes-Aktie. Hintergrund sind Feierlichkeiten rund um die
Patentanmeldung von Carl Benz für sein „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ vor 140
Jahren.
Die Beschäftigten hätten in einem weiterhin anspruchsvollen
globalen Umfeld erneut großes Engagement gezeigt, sagte Personalvorständin
Britta Seeger laut Mitteilung. Die Ergebnisbeteiligung und die Jubiläumsaktie
seien ein wichtiges Zeichen der Anerkennung und Beteiligung, sagte der
Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Ergun Lümali, laut Mitteilung.
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Bereits im vergangenen Jahr war die Prämie nach einem
deutlichen Gewinnrückgang niedriger als in den Vorjahren ausgefallen. Damals
war eine Ergebnisbeteiligung in Höhe von bis zu 5.220 Euro ausgezahlt werden.
2023 und 2024 hatte die Prämie noch bei einer Rekordhöhe von bis zu 7.300 Euro
gelegen.