Toyota ernennt Finanzchef Kenta Kon zum neuen Konzernboss
Etwas überraschend tauscht Toyota seinen Chef aus: Der bisherige CFO Kenta Kon folgt auf Koji Sato, der andere Aufgaben im Konzern übernimmt. Die Japaner hoffen, durch den Führungswechsel bessere Finanzergebnisse einzufahren.
Der bisherige Toyota-Boss Koji Sato (l.) und sein Nachfolger Kenta Kon bei der Bilanzpressekonferenz.
Toyota
Der weltgrößte Autobauer Toyota hat nach einem
Rekordquartal im Verkauf seinen Gewinnausblick angehoben und tauscht
überraschend den Chef aus. Die Japaner wollen im laufenden Geschäftsjahr (Ende
März) nun 3,8 Billionen Yen (20,5 Mrd Euro) operativen Gewinn erwirtschaften,
das sind 0,4 Billionen mehr als bisher, wie der Konzern mitteilte. Analysten
hatten hingegen noch etwas mehr auf dem Zettel. Zugleich macht der VW-Rivale
den bisherigen Finanzvorstand Kenta Kon ab April zum Unternehmenschef.
Die Toyota-Aktie gewann.
Chefwechsel für mehr Marge
Grund für den Chefwechsel sei unter anderem eine geplante Verbesserung der
Profitabilität des Konzerns – hier stünden dringende Maßnahmen an, hieß es
von Toyota. Kon solle die gesamte Wertschöpfungskette ins Auge nehmen. Der
Manager löst den seit 2023 amtierenden Koji Sato ab, der als Chief Industry
Officer die Zusammenarbeit mit Zulieferern und in der Branche insgesamt
forcieren soll. Das Toyota-Papier legte zwei Prozent zu und hat im laufenden Jahr fast 13
Prozent Kursplus erzielt. Auf Sicht von einem Jahr ist die Aktie fast ein
Drittel mehr wert. In dieser Zeit hat sich der japanische Yen gegenüber dem
US-Dollar und anderen Währungen abgeschwächt, was dem exportorientierten
Autobauer Schwung gibt und auch die Umsätze auf dem wichtigen US-Markt bei
Umrechnung in Yen aufpolstert.
Solide Finanzen, gesteigerter Absatz
Toyota verdiente von Oktober bis Dezember im Tagesgeschäft 1,19 Billionen
Yen und damit fast so viel wie ein Jahr zuvor - trotz Zollbelastungen vor allem
auf dem US-Markt von rund 300 Milliarden Yen. Auf dem wichtigen
nordamerikanischen Markt steigerte Toyota gar den operativen Gewinn.
Im Heimatmarkt Japan hingegen sank das Ergebnis trotz gestiegenen Verkäufen.
Unter dem Strich ging der Nettogewinn insgesamt wegen Sonderfaktoren um über 40
Prozent auf 1,26 Billionen Yen zurück. Der Umsatz stieg um knapp neun Prozent
auf 13,5 Billionen Yen. Im vergangenen Quartal hatte Toyota wie bereits bekannt den Absatz um
drei Prozent auf 2,5 Millionen Fahrzeuge gesteigert. Inklusive nicht
konsolidierter Gemeinschaftsunternehmen lieferten die Japaner fast drei
Millionen Fahrzeuge an Kunden aus, ein leichtes Plus von 1,4 Prozent. Damit
festigte Toyota seinen Vorsprung vor dem VW-Konzern als zweitgrößtem
Autokonzern, der nur auf knapp 2,4 Millionen Auslieferungen kam und damit ein
Minus von fast fünf Prozent hinnehmen musste.