Montage des Audi e-tron GT in den Böllinger Höfen

Bei Audi will man keine singulären Leuchtturmprojekte auf der grünen Wiese, sondern Investitionen in existierenden Werke wie etwa in die Böllinger Höfe, wo der e-tron GT gefertigt wird. (Bild: Audi)

Bei der Volkswagen-Tochter will man die Zukunft der Produktion ganzheitlich mit einer aus verschiedenen Perspektiven heraus entwickelten Strategie gestalten. Die Ingolstädter nennen sie daher factory360, womit man die Themen Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit, Flexibilität und Attraktivität als gleichberechtigte Ziele verankere. Im Verbund mit der Unternehmensstrategie Vorsprung 2030, die besagt, dass man ab 2026 nur noch rein elektrische Modelle auf den Weltmarkt bringt und bis 2033 die Produktion von Verbrennermodellen sukzessive auslaufen lässt, führt dies zu einer Schritt für Schritt erfolgenden Befähigung aller Standorte, Elektroautos zu produzieren.

Audi Produktionsvorstand Gerd Walker
Will keine singulären Leuchtturmprojekte auf der grünen Wiese: Audi-Produktionsvorstand Gerd Walker. (Bild: Audi)

Audi setzt auf Förderung für Bestandswerke

Anders als viele Wettbewerber baue man auf das bestehende Netzwerk. Man wolle keine singulären Leuchtturmprojekte auf der grünen Wiese, so Audis Produktionsvorstand Gerd Walker. "Wir investieren vielmehr in unsere existierenden Werke, so dass sie am Ende ebenso effizient und flexibel sind wie neu gebaute Produktionsstandorte, so genannte Greenfield-Werke.“ Bis Ende des Jahrzehnts fertige man an allen Produktionsstandorten elektrische Modelle und mache alle Mitarbeitenden im Rahmen eines Weiterbildungsbudgets in Höhe von rund 500 Millionen Euro "fit für die Zukunft", so Walker weiter.

Schon jetzt fertigt Audi in den Böllinger Höfen sowie in Brüssel vollelektrische Autos in Serie. Ab 2023 wird dann auch in Ingolstadt in Form des Q6 e-tron ein reines E-Modell vom Band rollen. Den Q6 e-tron wird man zunächst zusammen auf einer Linie mit dem Audi A4 und dem A5 fertigen. In den Jahren darauf folgen den Ingolstädtern zufolge dann die Werke Neckarsulm, San José Chiapa und Győr mit E-Produktionen; 2029 sollen alle Werke mindestens ein Vollelektro-Fahrzeug bauen. Je nach örtlichen Gegebenheiten will man die verbleibenden Verbrennermodelle bis Anfang des kommenden Jahrzehnts auslaufen lassen.

Audi baut Werk in China für PPE-Modelle

Dennoch baut auch Audi neue Fertigungen. So entsteht derzeit im Rahmen eines Kooperationsunternehmens für die lokale Fertigung von Modellen auf Basis der sogenannten Premium Platform Electric (PPE) eine Produktionsstätte im chinesischen Changchun. Zum Ende des Jahres 2024 entsteht dort das erste Automobilwerk in China, in dem ausschließlich vollelektrische Audi-Modelle vom Band fahren. Wie man beim OEM betont, werden neue Werke ausschließlich dort gebaut, wo zusätzliche Kapazitäten benötigt werden.

Zur Elektrifizierung der Endprodukte will der OEM diese für weitere Sprünge in der Produktivität nutzen. Zu den zentralen Zielen zählt dabei eine Reduktion der jährlichen Fabrikkosten: Bis 2033 will man diese um die Hälfte reduzieren. Hierfür soll die Komplexität in den Fahrzeugen verringert werden, wo sie der Kundschaft keinen Vorteil bringe. Dazu werde ein möglichst schlanker Produktionsprozess künftig schon ganz früh in der Entwicklung der Fahrzeuge bedacht, heißt es bei Audi. Weiter will man die Digitalisierung der Produktion voranbringen, etwa mit der auf lokalen Servern basierten produktionsnahen Lösung EdgeCloud4Production. Eine taktungebundene Modulare Montage soll darüber hinaus den einfacheren Umgang mit hoher Produktvarianz ermöglichen.

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