Weniger Importe aus China
Ford verlagert Lincoln-Produktion in die USA
Ford will die Produktion seiner Premiummarke Lincoln ab 2030 in den USA ausbauen und die Fahrzeugimporte aus China für den US-Markt schrittweise beenden. Der Konzern erwartet dadurch zusätzliche Arbeitsplätze und stärkt seine Fertigungsbasis in Nordamerika.
In Louisville, Kentucky, wird bereits der Lincoln Navigator gebaut.
Ford
Ford baut die Fertigung seiner Premiummarke Lincoln in den USA aus. Wie der Automobilhersteller mitteilte, soll die Produktion von Lincoln-Fahrzeugen ab dem Jahr 2030 deutlich ausgeweitet werden. Gleichzeitig will Ford die Einfuhr von in China produzierten Lincoln-Modellen für den US-Markt schrittweise einstellen.
Mit diesem Schritt setzt der Konzern stärker auf seine nordamerikanischen Produktionsstandorte und verfolgt das Ziel, die lokale Wertschöpfung auszubauen. Nach Angaben des Unternehmens soll die Ausweitung der Fertigung tausende direkte und indirekte Arbeitsplätze in den USA schaffen.
Fokus auf bestehende US-Werke
Bereits heute produziert Lincoln wichtige Modelle in den Vereinigten Staaten. Der große SUV Navigator läuft im Kentucky Truck Plant in Louisville vom Band, der Aviator wird im Chicago Assembly Plant gefertigt. Beide Modelle werden zudem in verschiedene Exportmärkte geliefert, darunter Kanada, Mexiko und Länder des Nahen Ostens. Die angekündigte Expansion soll auf dieser bestehenden Fertigungsbasis aufbauen.
Ford-Chef Jim Farley betonte die strategische Bedeutung der Entscheidung: „Lincoln ist eine durch und durch amerikanische Marke, und Ford ist Amerikas Autohersteller. Das war nicht unbedingt der einfachste Weg. Tatsächlich entscheiden sich viele unserer Wettbewerber nicht für diesen Weg. Aber Ford produziert in Amerika, weil wir an Amerika glauben – und auf diesen Glauben setzen wir erneut.“
Ford verweist auf starke US-Produktion
Im Zusammenhang mit der Ankündigung verwies Ford auf seine Produktionskennzahlen in den USA. Nach Unternehmensangaben war der Konzern 2025 führend bei der Fahrzeugmontage in den Vereinigten Staaten, bei Fahrzeugexporten sowie bei der Zahl der tariflich beschäftigten Produktionsmitarbeiter. Mehr als zwei Millionen Fahrzeuge wurden im vergangenen Jahr in den USA gefertigt. Zudem beschäftigt Ford dort rund 56.300 Produktionsmitarbeiter auf Stundenlohnbasis.
Mit dem geplanten Ausbau der Lincoln-Fertigung unterstreicht Ford seine langfristige Ausrichtung auf die USA als Produktionsstandort – und richtet sich somit zugleich an die US-Regierung unter Donald Trump, die mittels aggressiver Zollpolitik die heimischen Wirtschaft vor allem gegenüber dem Wettbewerber China schützen will. Welche Lincoln-Modelle künftig zusätzlich in den Vereinigten Staaten gefertigt werden sollen und welche Werke dabei eine zentrale Rolle spielen werden, ließ das Unternehmen zunächst offen.