Nachfolger von Milan Nedeljkovic

Raymond Wittmann wird neuer Produktionsvorstand bei BMW

Raymond Wittmann übernimmt ab Mai 2026 das Produktionsressort vom neuen BMW-Boss Milan Nedeljkovic. Der Rollout der Neuen Klasse, milliardenschwere Werksumbauten und hoher Margendruck könnten seinen Einstieg zur Feuertaufe machen.

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BMWs Chefstratege Raymond Wittmann wird ab Mai die Produktionsgeschicke beim Münchner Autobauer leiten.

Ende vergangenen Jahres war klar: Der aktuelle Produktionsvorstand von BMW, Milan Nedljkovic, soll neuer CEO beim Münchener Premium-OEM werden. Nun ist auch klar, wer ihm auf dem Posten des Chef-Produktioners folgen wird: Ab dem 13. Mai 2026 – wenn Nedeljkovic zum BMW-Boss aufsteigt – übernimmt Raymond Wittmann das so erfolgskritische Vorstandsressort. Das hat der Aufsichtsrat in seiner heutigen Sitzung beschlossen.

Wittmann ist seit 2015 bei BMW und verantwortet seit 2024 den Bereich Konzernstrategie und -entwicklung. Davor hatte der heute 47-Jährige mehrere Führungsfunktionen in verschiedenen Unternehmensressorts inne, unter anderem als Montageleiter im Stammwerk München, als Finanzchef der Vertriebsregion Amerika und als Projektleiter für den Aufbau des Produktionsstandorts im mexikanischen San Luis Potosí. Vor seiner Arbeit beim bayerischen Autobauer war der gebürtige Münchner acht Jahre als Berater bei McKinsey unterwegs, unter anderem auch als Partner.

Wittmann muss Transformation und Kostendisziplin balancieren

„Raymond Wittmann verbindet strategisches Denken mit operativer Exzellenz und betriebswirtschaftlicher Verantwortung. Mit seinem breiten, ressortübergreifenden Erfahrungsschatz und seiner internationalen Perspektive verfügt er über die entscheidenden Qualitäten für die Führung des Produktionsressorts“, kommentierte BMW-Aufsichtsratschef Nicolas Peter die Personalie.

Wittmann übernimmt in einer Zeit, in der BMW eine herausfordernden Transformation meistern muss: Für ihn gilt es, den Rollout der Neuen Klasse mit völlig neuer E/E-Architektur ins weltweite Produktionsnetzwerk parallel zu notwendigen Umbauten einiger zentraler Werke wie München zu managen. Hinzu kommt wie bei vielen anderen OEMs derzeit ein anhaltender Margendruck, der effiziente Produktionsprozesse und klare Kostendisziplin erfordert, um die Profitabilität trotz hoher Investitionen zu sichern. Auf Nachfrage von Automobil Produktion nach der künftigen Rolle des neuen Produktionschefs wollte sich BMW zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern.

Ein interessanter Nebenaspekt bleibt: Der Einzug Wittmann in den BMW-Vorstand bedeutet auch eine weitere Verjüngung des Gremiums. Mit 47 Jahren ist er neben Beschaffungsvorstand Nicolai Martin (47) das jüngste Vorstandsmitglied.