Eine Milliarde Euro im Rahmen von Frankreichs E-Strategie

Stellantis plant neue E-Auto-Generation am Standort Mulhouse

Stellantis will ab 2029 im Werk Mulhouse eine neue Generation von Elektrofahrzeugen fertigen. Mehr als eine Milliarde Euro fließen laut Staatspräsident Macron in den Standort und unterstützen den Elektrifizierungspakt Frankreichs.

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Stellantis' Standort im elsässischen Mühlhausen soll eine wichtige Rolle für die Elektrofizierungspläne des französischen Staates spielen.

Stellantis will seine Elektrifizierungsstrategie in Europa mit einer Großinvestition in Frankreich untermauern. Wie Staatspräsident Emmanuel Macron im Élysée-Palast ankündigte, plant der Konzern, mehr als eine Milliarde Euro in das Werk Mulhouse (Mühlhausen) zu investieren, um dort ab 2029 eine neue Generation von Elektrofahrzeugen zu produzieren.

Damit erhält der Standort im Elsass erstmals eine klare Perspektive in der Transformation zur Elektromobilität. Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Mulhouse bislang als einer der letzten französischen Stellantis-Standorte ohne langfristige Modellzusage galt.

Teil eines staatlich orchestrierten Elektrifizierungspakts

Die Investition ist eng verknüpft mit der industriepolitischen Agenda der französischen Regierung. Macron hatte Vertreter aus Industrie und Energie zur „Réunion de l’équipe de France de l’électrification“ geladen und dort einen nationalen Elektrifizierungspakt vorgestellt.

Ziel ist es, die Rolle von Strom im Energiesystem deutlich auszubauen und gleichzeitig Wertschöpfung im eigenen Land zu halten. „Wir müssen unseren Energieverbrauch elektrifizieren – das ist das Herzstück unseres Plans für die Industrie“, sagte Macron in seiner Rede. Er betonte zudem den industriepolitischen Anspruch: „Die Elektrifizierung ist … eine Strategie für unser Land, um unabhängiger, wettbewerbsfähiger zu werden und mehr Arbeitsplätze zu schaffen.“

Im Zuge des Pakts haben laut Regierung rund 200 Unternehmen Investitionen zugesagt. Insgesamt sollen Tausende Firmen beteiligt sein, um die Elektrifizierung in Industrie, Verkehr und Gebäuden voranzutreiben.

Reindustrialisierung als Leitmotiv

Die Entscheidung zugunsten von Mulhouse ist damit mehr als eine Produktionsverlagerung. Vielmehr ordnet sich das Projekt in Macrons Strategie ein, industrielle Wertschöpfung rund um Batterie- und Elektrofahrzeugproduktion in Frankreich zu bündeln. „Wir bieten diesem Standort in Mulhouse eine echte industrielle Zukunft – das ist der Kern unserer konkreten Strategie für eine Region, die das Automobil liebt, die diese Geschichte hat und an sie glaubt“, bekräftigte der Präsident.

Gleichzeitig soll die stärkere Elektrifizierung dazu beitragen, die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten zu reduzieren und die inländische Stromproduktion auszubauen. Bis 2035 soll der Anteil fossiler Energien deutlich sinken.

Einordnung in die Stellantis-Strategie

Die Mulhouse-Investition fügt sich in die globale Ausrichtung des Konzerns ein. Stellantis hatte erst kürzlich einen Strategieplan mit einem Volumen von rund 60 Milliarden Euro vorgestellt, der unter anderem mehr als 60 neue Modelle und zahlreiche Plattform-Updates vorsieht. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Vereinfachung der Fahrzeugarchitekturen und dem Ausbau elektrischer Modellreihen. Insgesamt sind bis zum Ende des Jahrzehnts zahlreiche batterieelektrische Neufahrzeuge geplant.

Dass nun auch Mulhouse zum Produktionsstandort für eine „nächste Generation“ von E‑Autos werden soll, markiert innerhalb dieser Strategie einen neuen Baustein. Details zu Modellen oder Plattformen wurden bislang jedoch weder von Macron noch von Stellantis selbst genannt.

Offene Punkte bei Umsetzung und Portfolio

Der Konzern hält sich bislang mit konkreten Angaben zurück. Gegenüber Medien verweist Stellantis darauf, man arbeite an der Zukunft der Werke, einschließlich Mulhouse, und werde Details zu gegebener Zeit bekanntgeben. Parallel sind bereits andere Produktionsentscheidungen getroffen worden: So plant Stellantis, kleinere Elektrofahrzeuge ab 2028 im italienschen Pomigliano zu fertigen.

Welche Modelle oder Plattformen in Mulhouse zum Einsatz kommen, bleibt daher offen. Branchenbeobachter erwarten, dass die neue E‑Generation auf den kommenden konzernweiten Architekturen basieren wird.