Neues Dreier-Bündnis mit Daimler Truck und Volvo

Toyota steigt bei Brennstoffzellen-Joint-Venture Cellcentric ein

Toyota will gemeinsam mit Daimler Truck und Volvo die Entwicklung von Brennstoffzellensystemen für schwere Nutzfahrzeuge weiter vorantreiben. Dafür beteiligen sich die Japaner jetzt am Joint Venture Cellcentric.

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v.l.: Daimler-Truck-CEO Karin Rådström, Toyota-Chef Koji Sato und Volvo-CEO Martin Lundstedt bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung.

In Sachen Brennstoffzellen-Technologie im Lkw-Segment gibt es bald ein neues schlagkräftiges Dreier-Bündnis: Toyota plant als gleichberechtigter Anteilseigner in das Brennstoffzellen-Joint-Venture Cellcentric einzutreten, das bislang von Daimler Truck und der Volvo Group getragen wurde. Die drei Unternehmen haben dazu eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet.

„Wir sind stolz, dass Toyota beabsichtigt, Anteilseigner von Cellcentric zu werden“, sagte Daimler-Truck-CEO Karin Rådström. Die Integration eines dritten Partners solle die Entwicklung und Skalierung von Wasserstofftechnologien beschleunigen und batterieelektrische Lösungen ergänzen.

Ergänzung der Kompetenzen

Cellcentric soll auch in der neuen Konstellation als unabhängiges Unternehmen agieren, teilten die Unternehmen mit. Toyota will sich über eine Kapitalerhöhung beteiligen und die eigene Brennstoffzellenexpertise einbringen. Toyota-CEO Koji Sato betonte: „Gemeinsam können wir eines der weltweit führenden Brennstoffzellensysteme für schwere Nutzfahrzeuge erschaffen.“ Der Schritt sei ein wichtiger Baustein auf dem Weg in eine „Wasserstoffgesellschaft“.

Auch Volvo-CEO Martin Lundstedt sprach von einem „wichtigen Signal an Kunden, Lieferanten und weitere Akteure im Ökosystem“ und hob die Bedeutung gemeinsamer Skaleneffekte hervor.

Entwicklung von Kernkomponenten

Neben der Systementwicklung soll Toyota gemeinsam mit Cellcentric künftig auch an der Fertigung von Brennstoffzellen-Einzelzellen arbeiten, einer der technologischen Schlüsselkomponenten. Zudem wollen die Partner entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette enger zusammenarbeiten, um Infrastruktur und Versorgung zu pushen.

Cellcentric-CTO Nicholas Loughlan sieht den Einstieg des japanischen Konzerns als Bestätigung: „Ein starkes Zeichen des Vertrauens in unser Unternehmen von einem der weltweit führenden Automobilhersteller.“

Toyota setzt auf Wasserstoff

Toyota setzt im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern weiterhin stark auf Wasserstoff – sowohl im Pkw- als auch im Nutzfahrzeugbereich. Während Elektroantriebe für leichte Fahrzeuge dominieren, sieht Toyota im Schwerlastsegment klare Vorteile für Brennstoffzellen: hohe Reichweiten, kurze Betankungszeiten und geringere Batteriegewichte.

Gleichzeitig baut Toyota seine globale Brennstoffzellenproduktion aus und kooperiert für Lkw-Anwendungen bereits mit Hino, Kenworth und mehreren Logistikpartnern in Japan und den USA. Der Einstieg bei Cellcentric stärkt nun die Position des Konzerns in Europa – einem Markt, in dem politische Rahmenbedingungen wie der EU-Green-Deal wasserstoffbasierte Antriebslösungen fördern.

Wie geht es weiter mit dem Dreier-Bündnis?

Die jetzt unterzeichnete Vereinbarung ist unverbindlich. Die Unternehmen führen Gespräche weiter und streben eine rechtsverbindliche Vertragsstruktur an, die anschließend den Aufsichtsgremien sowie den Kartellbehörden vorgelegt wird. In allen anderen Geschäftsbereichen bleiben Daimler Truck, Volvo und Toyota nach eigenen Bekundungen Wettbewerber.