Nur leichter Gewinnrückgang
BMW legt robustere Zahlen vor als die Konkurrenz
Zum letzten Mal legt Oliver Zipse als BMW-Chef Jahreszahlen vor. Sie sind mit einem nur leichten Gewinnrückgang besser als bei der Konkurrenz. Die Prognose ist aber zurückhaltend.
Zum letzten Mal präsentiert BMW-Boss Oliver Zipse die finanziellen Ergebnisse des Vorjahrs - er dürfte angesichts der Resultate der Wettbewerber nicht ganz unzufrieden sein.
BMW
BMW stemmt sich überraschend erfolgreich gegen die Krise.
Während Konkurrenten große Gewinneinbrüche melden, ist der Überschuss bei BMW
im vergangenen Jahr nur um drei Prozent auf knapp 7,5 Milliarden Euro gesunken,
wie der Konzern mitteilte. Damit liegt das Unternehmen deutlich über den
Erwartungen von Analysten, die einen Gewinn unter 7 Milliarden erwartet hatten.
Der Umsatz sank allerdings um 6,3 Prozent auf 133 Milliarden und die Prognose
für 2026 ist negativ.
Stabiler als die Konkurrenz
BMW kommt bisher vergleichsweise gut durch die allgemeine
Krise der deutschen Autoindustrie. Zwar ist es bereits der dritte
Gewinnrückgang auf Jahressicht, doch die beiden deutschen Konkurrenten Mercedes
und Volkswagen haben ihre Gewinne vergangenes Jahr jeweils fast halbiert. Im
Vergleich dazu ist der Rückgang bei den Münchnern geradezu harmlos.
Das reicht auch, um BMW im Gewinnranking auf Platz eins zu
heben: Bei Mercedes standen 2025 noch 5,3 Milliarden Euro Plus unter dem
Strich, beim sehr viel größeren Volkswagen-Konzern 6,9 Milliarden.
Bisher keine Stellenstreichungen
Und während die anderen deutschen Autobauer Jobs abbauen,
ist BMW bisher ohne Stellenstreichungsprogramme durch die Krise gekommen.
Ein klarer Pluspunkt der Münchner dürfte dabei sein, dass
sie dank eines eigenen großen Werks in den USA von den dortigen Zöllen
zumindest teilweise verschont werden. Knapp 413.000 Autos wurden dort
vergangenes Jahr gebaut, mehr als die Hälfte davon blieb in den USA. Das
bedeutet, dass BMW weniger als die Hälfte der in den USA verkauften Autos
importieren musste.
Zudem profitieren sie davon, dass sie ihre Werke so
gestaltet haben, dass auf einem Band Elektroautos, Hybride und Verbrenner
entstehen können. Das hilft die Unsicherheiten beim Hochlauf der
Elektromobilität abzufedern. BMW-Chef Oliver Zipse betont: „Wir haben uns in
den letzten Jahren strategisch richtig aufgestellt. Davon profitieren wir
heute: Wir müssen in einem herausfordernden Umfeld nicht umsteuern, sondern
können unseren Kurs halten und unsere Strategie weiter konsequent umsetzen.“
Zipses letzte Zahlen
Die Jahresbilanz ist die letzte, die Zipse verantwortet. Am
14. Mai übernimmt sein designierter Nachfolger Milan Nedeljkovic. Bislang ist
er Produktionsvorstand, ein Amt das auch Zipse vor seinem Aufstieg an die
Unternehmensspitze bekleidet hatte. Mittlerweile ist auch klar, wer
Nedeljkovic als oberster Produktioner nachfolgen wird.
Nedeljkovic ist also schon seit längerem mit Zipses
wichtigsten Projekt befasst, das in den kommenden Jahren über Wohl und Wehe von
BMW mitbestimmen wird. Die „Neue Klasse“, deren erster Vertreter iX3
vergangenes Jahr vorgestellt wurde, steht seit wenigen Tagen bei den
Händlern.
Bisher ist sie stark gestartet. Angesichts hoher
Bestellungen hat BMW bereits im Januar eine zusätzliche Schicht in der
Produktion eingeführt. In Kürze wollen die Münchner zudem das nächste Auto der
Neuen Klasse vorstellen: Mit dem i3 – also dem elektrischen Gegenstück zum 3er –
in einem für die Münchner zentralen Volumenbereich.
Vorsichtige Prognose
Bei den Aussichten auf das laufende Jahr ist BMW allerdings
zurückhaltend und geht davon aus, dass der Vorsteuergewinn trotz stabiler
Auslieferungen moderat sinken wird. Dazu tragen unter anderem Belastungen durch
Zölle, Währungseffekte und teurere Rohstoffe bei.