Lanzador-Projekt vor dem Aus

Lamborghini stoppt Elektroauto-Pläne

Lamborghini verabschiedet sich von seinen Elektroauto-Ambitionen: Der Supersportwagenbauer setzt wegen geringer Nachfrage künftig auf Plug in Hybride und verschiebt die vollständige Elektrifizierung auf unbestimmte Zeit.

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Im Jahr 2023 zeigte Lamborghini mit dem Lanzador seine Idee eines reinen Elektroautos. Gut zwei Jahre später ist das Projekt Geschichte.

Lamborghini vollzieht eine deutliche Kehrtwende in seiner Elektrifizierungsstrategie und gibt die Entwicklung seines ersten rein elektrischen Serienmodells mit dem Namen Lanzador auf. CEO Stephan Winkelmann erklärte gegenüber The Times man reagiere damit auf die schwache Nachfrage nach vollelektrischen Hochleistungsfahrzeugen im Luxussegment. Elektroautos liefen Gefahr, für das Unternehmen zu einem „teuren Hobby“ zu werden, so Winkelmann.

Kein Stromer-Interesse bei Lamborghini-Kunden

Das ursprünglich geplante Elektroauto sollte auf dem 2023 vorgestellten Lanzador-Konzept basieren und zwischen 2028 und 2029 in Serie gehen. Diese Pläne sind nun vom Tisch: Stattdessen soll das Modell als Plug‑in‑Hybrid auf den Markt kommen. Laut CEO Winkelmann sei die Bereitschaft der Lamborghini‑Kundschaft, ein vollelektrisches Fahrzeug zu kaufen, „nahezu bei null“, was die Investitionen in ein reines BEV als finanziell nicht verantwortbar erscheinen lasse.

Mit dem Strategiewechsel wird Lamborghini seine gesamte Modellpalette bis 2030 auf Plug‑in‑Hybride ausrichten. Gleichzeitig will der Hersteller seine ikonischen Verbrennungsmotoren „so lange wie möglich“ weiterbauen, erklärte Winkelmann. Die aktuelle Hybridisierung zeigt bereits Wirkung: Modelle wie der Revuelto oder der Urus SE haben laut mehreren Berichten zur Absatzsteigerung beigetragen. 2025 lieferte Lamborghini weltweit 10.747 Fahrzeuge aus – ein neuer Rekord.

Fehlende Emotionen zu E-Autos

Winkelmann betont, dass Kunden weiterhin den emotionalen Charakter eines Lamborghini schätzen – insbesondere Klang, Feedback und Performance der Verbrennungsmotoren. Elektroautos könnten diese emotionale Bindung derzeit nicht in gleichem Maße erzeugen. Plug‑in‑Hybride böten dagegen die „beste Balance“ aus elektrischer Agilität und traditionellem Fahrgefühl.

Andere Luxusmarken verfolgen hingegen unterschiedliche Strategien: Ferrari etwa hält an seinem ersten Elektroauto fest, das im Mai vorgestellt werden soll. Lamborghini dagegen setzt auf einen moderateren Übergang, um Marktakzeptanz und Markenidentität nicht zu gefährden.