Neues E-Modell im Stammwerk
BMW startet Serienproduktion des i3 im Werk München
BMW hat im Stammwerk München die Serienfertigung des i3 gestartet. Nach vierjährigem Umbau bei laufender Produktion sinken die Fertigungskosten um weitere zehn Prozent – ab 2027 läuft dort nur noch Elektroantrieb vom Band.
BMWs Hoffnungsträger im 3er-Segment rollt nun in der bayerischen Landeshauptstadt vom Band.
BMW/Fabian Kirchbauer
Im BMW-Werk München ist heute die Serienproduktion des neuen BMW i3 angelaufen. Bestellbar ist das Modell bereits seit Mitte Juni – deutlich früher als ursprünglich vorgesehen. Die Nachfrage seit diesem vorgezogenen Bestellstart hat dem Werk nach eigenen Angaben eine ungewöhnlich steile Anlaufkurve beschert. „Die Modelle der Neue Klasse zeigen eine starke Beliebtheit. Auch der BMW i3 als zweites Modell der Neuen Klasse erfreut sich kurz nach dem vorgezogenen Bestellstart bereits großer Nachfrage“, sagte BMWs Vertriebsvorstand Jochen Goller.
Der i3 ist nach dem iX3 das zweite Serienmodell der Neuen Klasse und zugleich das erste vollelektrische Fahrzeug im für BMW so wichtigen 3er-Segment. Anders als der iX3, der im neuen Werk Debrecen anläuft, kommt der i3 aus dem Münchner Stammwerk.
Vier Jahre Umbau bei laufendem Band
Dem Produktionsstart ging eine vierjährige Transformation des Werks voraus, die parallel zur laufenden Fertigung von bis zu 1.000 Fahrzeugen der 3er- und 4er-Reihe pro Tag stattfand. Auf rund einem Drittel der Werksfläche entstanden ein neuer Karosseriebau sowie eine neue Montagehalle inklusive Logistikflächen. Zuletzt kam eine Auslieferungshalle hinzu, die sich laut BMW noch in der Inbetriebnahme befindet und in der die Fahrzeuge vor der Übergabe an den Vertrieb final geprüft werden.
„Der Produktionsstart des BMW i3 läutet eine neue Ära in unserem Stammwerk ein. Mit dem vollelektrischen BMW i3 bringen wir zusammen, was zusammengehört: Kaum ein Modell steht so sehr für BMW wie die 3er-Reihe – und kaum ein Produktionsstandort so sehr für unsere Marke wie das Werk München“, sagt Produktionsvorstand Raymond Wittmann. Seit 1975 sind laut BMW mehr als neun Millionen Fahrzeuge der 3er-Reihe im Stammwerk gefertigt worden.
Fertigungskosten sinken um weitere zehn Prozent
Für die Werksleitung ist der Anlauf auch ein Effizienzprojekt. „Mit dem Produktionsstart des BMW i3 reduzieren wir die Fertigungskosten im Werk München um weitere zehn Prozent“, sagt Werkleiter Peter Weber. Als Treiber nennt BMW vorausschauende Planung, engere Abstimmung mit Entwicklung und Lieferanten, gezielte Automatisierung und Digitalisierung sowie die neue Fahrzeugarchitektur der Neuen Klasse selbst, die unter anderem auf eine Zonenarchitektur mit „Smart eFuses“ statt klassischer Sicherungen setzt – mit entsprechenden Einsparungen bei Kabelsatz und Gewicht.
Ab 2027 soll das Werk München ausschließlich vollelektrische Fahrzeuge produzieren. Weitere Modelle der Neuen Klasse sollen laut BMW in Kürze folgen.
Auch bei den Kernkomponenten setzt BMW auf ein regionales Werksnetzwerk. Die Hochvoltbatterien der sechsten Generation für den i3 kommen aus dem neu gebauten Werk Irlbach-Straßkirchen in Niederbayern, rund 90 Minuten von München entfernt. Der Gen6-E-Motor wird im österreichischen Werk Steyr gefertigt, wo sämtliche Kernkomponenten des E-Antriebs – von Rotor und Stator über den Inverter bis zum Getriebe – vor Ort entstehen. Das E-Motor-Gehäuse dafür liefert die Aluminiumgießerei im Werk Landshut.
Das ist der neue BMW i3
Der i3 50 xDrive kommt laut vorläufigen WLTP-Angaben auf eine Reichweite von 758 bis 912 Kilometern bei einem Energieverbrauch von 13,4 bis 16,1 kWh/100 km. Mit DC-Laden von bis zu 400 kW sollen sich in zehn Minuten bis zu 400 Kilometer Reichweite nachladen lassen. Angetrieben wird das Fahrzeug von einer neuen E/E-Architektur mit vier spezialisierten Steuerrechnern, die BMW als „Superbrains“ bezeichnet – unter anderem für Fahrdynamik, automatisiertes Fahren, Infotainment sowie Basis- und Komfortfunktionen. Die Rechenleistung soll gegenüber bisherigen BMW-Modellen um bis zu das Zwanzigfache steigen.