Innerhalb von drei Monaten
Mercedes-Benz fährt S-Klasse und EQS in Sindelfingen hoch
Mercedes-Benz hat in Sindelfingen innerhalb von drei Monaten die Neuauflagen von S-Klasse, deren Maybach-Version und EQS in die Serie gebracht. Für die Schwaben kommt es auch bei den Top-End-Modellen mehr denn je auf Flexibilität und Effizienz an.
Innerhalb von nur drei Monaten hat Mercerdes-Benz es geschafft, die Produktion dreier Top-End-Modelle auf die Bein zu stellen. Dazu gehört der überarbeitete EQS.
Mercedes-Benz
Mercedes-Benz hat im Werk Sindelfingen einen ungewöhnlich
engen Takt geschafft: Innerhalb von nur drei Monaten liefen dort gleich drei Facelifts
in die Serie – S‑Klasse, Maybach S‑Klasse sowie der EQS. Produziert werden alle
Varianten gemeinsam in der Factory 56, unabhängig davon, ob sie
vollelektrisch oder mit Hybridantrieb fahren.
Factory 56 als Taktgeber
Die 2020 eröffnete Montagehalle gilt konzernweit als
Referenz für neue Fertigungskonzepte. Statt klassischem Bandtransport kommen in
Sindelfingen mehr als 400 fahrerlose Transportsysteme zum Einsatz.
Produktionsdaten stehen den Mitarbeitenden über das MO360‑Ökosystem in Echtzeit
zur Verfügung, ergänzt durch KI‑gestützte Anwendungen.
Mercedes‘ neuer Vorstand für Produktion und Logistik Michael
Schiebe ordnet den Hochlauf entsprechend ein: „Der erfolgreiche Hochlauf der
drei aktualisierten Top-End Modelle in der Factory 56 – einer der
modernsten Montagehallen der Welt – verdeutlicht eindrucksvoll, worauf unser
Erfolg basiert: auf innovativen Produkten, exzellenten Teams und
zukunftsweisender Produktion.“
Lokale Lieferketten für den EQS
Beim EQS setzt Mercedes-Benz konsequent auf kurze Wege.
Zentrale Antriebskomponenten stammen aus dem rund 20 Kilometer entfernten Werk
Untertürkheim, die Hochleistungsbatterien aus der Batteriefabrik im Werkteil
Hedelfingen. Die Belieferung der Factory 56 erfolgt bedarfsgerecht über
die internen Logistikketten – ebenfalls mit FTS.
Der Ansatz folgt der „Local-for-Local“-Strategie des
Konzerns, mit der regionale Wertschöpfung gestärkt und gleichzeitig die
Reaktionsfähigkeit im Produktionsnetzwerk erhöht werden soll.
Qualifikation als Schlüssel für Standort
Ein wesentlicher Teil der Vorbereitungsphase floss in die
Qualifizierung der Belegschaft. Neben klassischen Anlauftrainings standen auch
Schulungen im Umgang mit KI‑basierten Anwendungen auf dem Programm. Ergänzt
wird dies durch ergonomisch optimierte Arbeitsplätze und die sogenannte Blue‑Sky‑Architektur
mit Tageslicht in der Halle.
Standortleiterin Sara Gielen betont die Rolle der
Mitarbeitenden: „Sie alle sind das Rückgrat dieses Standorts und maßgeblich für
den Erfolg des Unternehmens und seiner Fahrzeuge verantwortlich.“
Mit dem Dreifach-Hochlauf unterstreicht Mercedes-Benz
zugleich die Rolle Sindelfingens als Kompetenzzentrum für Fahrzeuge im Top‑End‑Segment.
Gesamtbetriebsratsvorsitzender Ergun Lümali spricht von einem wichtigen Signal:
„Gemeinsam stellen wir Sindelfingen stark für die Zukunft auf und sichern gute
Arbeit über die Region hinaus.“
Flexibilität soll Produktionskosten runterbringen
Der Start der Serienproduktion fällt bei Mercedes-Benz in
eine Zeit des wirtschaftlichen Gegenwindes. Zuletzt meldeten die Schwaben einen
deutlichen Gewinnrückgang für das vergangene Jahr, immerhin verlief das erste Quartal
besser als erwartet. Besonders belastend wirkten unter anderem Zölle,
Wechselkurseffekte sowie der intensive Wettbewerb in China, dem wichtigsten
Einzelmarkt.
Mercedes-Benz muss daher wie viele andere OEMs auch Kosten
einsparen – vor allem in der Produktion. Bis 2027 sollen die Produktionskosten
um zehn Prozent sinken, ebenso die Fixkosten; zusätzlich stehen optimierte
Materialkosten und Abfindungsprogramme für Beschäftigte außerhalb der Fertigung
auf der Agenda. Konzernchef Ola Källenius verweist dabei auf einen „klaren
Fokus auf Effizienz, Geschwindigkeit und Flexibilität“ und sieht den Konzern
damit für 2026 gut aufgestellt.
Die flexible Fertigung in der Factory 56 – mit gemischter
Produktion von Elektro‑ und Verbrennermodellen auf einer Linie – wird so auch zu einem operativen Baustein, um die
ambitionierten Kostenziele mit dem geplanten Wachstum im Top‑End‑Segment zu
verbinden.
Die Serienproduktion von S-Klasse, Maybach und EQS in Sindelfingen in Bildern: