Neuer Nissan Leaf läuft im britischen Werk Sunderland an
Mit der dritten Generation des Nissan Leaf richtet Nissan sein Werk in Sunderland weiter auf die industrielle Fertigung von Elektrofahrzeugen aus. Neue Plattformen, angepasste Fabrikprozesse und das EV36Zero-Konzept sollen Skalierung, Automatisierung und Effizienz in der Fahrzeugproduktion unterstützen.
Nissan skaliert die Leaf-Fertigung auf neuer EV-Plattform.Nissan
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Das Nissan-Werk Sunderland von oben.Nissan
Nissan hat im britischen Werk Sunderland
mit der Serienfertigung der dritten Generation des Leaf begonnen. Der Standort
ist seit 35 Jahren Teil des europäischen Produktionsnetzwerks des Herstellers
und wurde in den vergangenen Jahren schrittweise für die Elektromobilität
umgebaut. Adam Pennick, Vice President Manufacturing in Großbritannien,
erklärte, der Übergang zur vollständigen Elektrofahrzeugproduktion sei mit
erheblichen organisatorischen und technologischen Anforderungen verbunden
gewesen. Die Transformation habe eine enge Zusammenarbeit über alle
Fachbereiche hinweg erfordert. Die englischen Fachleute haben einen großen Teil ihrer Zeit in Japan verbracht, um die Abstimmung zwischen Entwicklung und Produktion
zu vertiefen. Alle Abteilungen hätten entsprechende Gegenstücke aufgebaut, um
Fertigungs- und Produktentscheidungen frühzeitig in die industrielle Umsetzung
zu übertragen.
Neue Plattform als Produktionssystem
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Technologische Grundlage der neuen
Leaf-Generation ist die "CMF-EV-Plattform". Die Common Modular Family für
Elektrofahrzeuge ist als skalierbares Produktionssystem ausgelegt und soll die
Fertigung unterschiedlicher Modelle auf einer gemeinsamen Basis ermöglichen.
Für Nissan ist diese Architektur ein zentrales Element, um Variantenvielfalt,
Automatisierungsgrad und Kosteneffizienz in der Fahrzeugproduktion miteinander
zu verbinden. Die Plattform wirkt sich auf sämtliche Fertigungsbereiche aus und
reicht vom Presswerk über Karosserie- und Lackiererei bis in die Endmontage.
Damit wird die Produktionslinie stärker standardisiert und zugleich flexibler
für künftige Modellanläufe.
Der Übergang auf die neue Architektur
erforderte umfangreiche Änderungen in den bestehenden Fabrikprozessen. Dominic
Wells, Produktionsleiter im Werk Sunderland, betont, insbesondere in
Karosseriebau und Lackiererei seien neue Prozesse eingeführt worden. Ein
zentraler Schritt sei die Integration der Batterie in die Fahrzeugstruktur.
Wells erklärt, für die Hochzeit von Batterie und Karosserie sei ein
neuer Prozess installiert worden, der mit hohen Investitionen und längeren
Vorlaufzeiten verbunden gewesen sei. Sunderland sei das erste Nissan-Werk
weltweit, das diesen Prozess in Serie anwende. Die Anpassungen zielten darauf
ab, die Produktion zukünftiger Elektromodelle effizienter skalieren zu können.
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Die Resonanz am Markt ist äußerst positiv. Es ist ein sehr gutes Produkt. Für uns im Werk bietet es die Möglichkeit, unsere Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.
Adam Pennick, Vice President Manufacturing Großbritannien
EV36Zero, Energie und Automatisierung
Adam Pennick, Vice President Manufacturing Nissan GroßbritannienNissan
Der Produktionsanlauf des neuen Leaf ist in
das "EV36Zero"-Konzept eingebettet. Dieses verbindet Fahrzeugfertigung,
Batteriemontage und Energieversorgung zu einem integrierten Produktionssystem.
Nach Angaben des Unternehmens würden rund 20 Prozent des Energiebedarfs des
Werks durch Windkraftanlagen und Photovoltaik direkt vor Ort gedeckt.
Unmittelbar gegenüber dem Werk befindet sich eine neue Batteriegigafactory, die
als Teil der lokalen Wertschöpfungskette konzipiert ist. Andy Marsh, Vice
President Production Engineering, Quality Assurance sowie Manufacturing
Strategy & Planning für Europa und Afrika, betont, der neue Leaf sei die
Zukunft des Standorts. Die jahrzehntelange Fertigungs- und
Engineering-Erfahrung fließe in automatisierte Prozesse, Qualitätssicherung und
den stabilen Hochlauf der Serie ein. Wie andere Hersteller und Zulieferer prüfe
auch Nissan kontinuierlich neue Formen der Automatisierung und der
Mensch-Roboter-Zusammenarbeit, um Produktionssysteme weiterzuentwickeln.