Elektro-Joint-Venture

Renault Group zielt auf vollständige Eigentümerschaft an Flexis

Renault, Volvo und CMA CGM geben die Unterzeichnung einer verbindlichen Vereinbarung bekannt, wonach die Renault-Gruppe die jeweiligen Anteile der Volvo-Gruppe und der CMA CGM-Gruppe am Elektro-Joint-Venture Flexis übernimmt.

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Die Renault Group wird die Entwicklung einer völlig neuen, vollelektrischen Reihe von leichten Nutzfahrzeugen überwachen.

Das Joint Venture Flexis SAS wurde 2024 von den drei Unternehmen Renault Group, Volvo Group und CMA CGM Group gegründet. Hierfür schloss sich Renault mit dem schwedischen OEM Volvo und dem französischen Schifffahrts- und Logistikunternehmen CMA CGM zusammen, um mithilfe eines agilen Startup-Ansatzes die Herausforderungen der Energiewende in der LCV sowie Last-Mile-Logistik zu meistern, wie Automobil Produktion bereits 2022 von der Gründungsidee berichtete. Jetzt melden die Partner die Unterzeichnung einer verbindlichen Vereinbarung, vorbehaltlich der kartellrechtlichen Genehmigungen, die es der Renault Group ermöglicht, die vollständige Eigentümerschaft an Flexis SAS zu übernehmen.

Die Nfz-Produktion soll wie geplant bis Ende 2026 beginnen

Die Vereinbarung sieht vor, dass die Renault Gruppe die jeweiligen Anteile der Volvo Gruppe und der CMA CGM Gruppe an Flexis (45 respektive zehn Prozent) übernimmt. Die Renault Group werde die Entwicklung einer völlig neuen, vollelektrischen Reihe von leichten Nutzfahrzeugen überwachen, die hochmoderne Technologien integriere, heißt es in einer Mitteilung der Unternehmen. Wie ursprünglich geplant, soll die Produktion bis Ende 2026 beginnen. Diese Veränderung in der Unternehmensführung soll den Unternehmen zufolge weder die Produktambition noch den ursprünglichen Industrieplan ändern, der darauf abzielt, „bahnbrechende Produkte und Dienstleistungen im Bereich der elektrischen mittleren Transporter“ bereitzustellen. 

Wie die Unternehmen mitteilen, sind der Wert des Projekts, die seit 2024 gelegten Grundlagen sowie die entwickelten Technologien, zu der eine Skateboard-Plattform, ein 800V-Motor und Software Defined Vehicle-Architektur zählen, mehr denn je auf die Herausforderungen der städtischen Logistik und deren wachsenden Dekarbonisierungsbedarf abgestimmt. Renault werde die ambitionierten Projekte mit voller Kraft weiterhin verfolgen. Beginnen werde man mit dem Renault Trafic Van E‑Tech Electric ab Ende 2026. In Frankreich arbeiten nahezu 1.300 Personen an der Entwicklung an verschiedenen Standorten der Renault Group in der Region Île‑de‑France bis hin zur Industrialisierung im Werk Sandouville in der Normandie. Die Volvo Group soll über Renault Trucks diese Produkte ab 2027 vertreiben, in Kontinuität zur langjährigen Zusammenarbeit zwischen der Renault Group und Renault Trucks im Bereich der leichten Nutzfahrzeuge. Bei der CMA CGM Group sei man stolz darauf, dieses Projekt in dieser entscheidenden Entwicklungsphase unterstützt zu haben, heißt es weiter.  

Renault ist bei der E-Mobilität breit aufgestellt

Im Bereich der Elektromobilität zeigt sich Renault in einer breiten Aufstellung. So arbeiten etwa die Allianzpartner Nissan und Mitsubishi über das Ampere-Werk in Douai (Frankreich) an der Produktion neuer E-Fahrzeuge auf Basis der Plattformen AmpR Small und AmpR Medium. Auf der modularen Produktionslinie von Ampere in Douai werden mehrere Elektromodelle für Renault, Nissan, Mitsubishi Motors und Alpine gefertigt. Erst Ende des vergangenen Jahres meldeten die Renault Group und Ford auf dem Gebiet der Elektromobilität künftig strategisch zusammenzuarbeiten. Ford will demnach zwei rein elektrische Pkw-Modelle für Europa auf Basis der Ampere-Plattform von Renault entwickeln lassen. Die Fahrzeuge entstehen in Frankreich bei Renaults „ElectriCity“. Sie sollen die Einstiegspreislage bedienen – ein Marktsegment, in dem Ford bisher keine eigenständige Lösung anbieten konnte. Das erste Modell ist für Anfang 2028 angekündigt.