Wichtiges Signal für den deutschen Standort

Opel darf nächste Astra-Generation in Rüsselsheim fertigen

Opel lässt die nächste Astra-Generation wieder in Rüsselsheim entwickeln und bauen. Der Mutterkonzern Stellantis verbindet die Investition mit seiner neuen Plattformstrategie. Trotzdem verliert die deutsche Marke konzernintern an Gewicht.

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Zusammen mit dem Vorgänger Opel Kadett wurden vom Astra bis heute gut 25 Millionen Stück verkauft. Auch in Zukunft wird Opels Kompakter in Rüsselsheim vom Band laufen.

Für die kommende Generation des Opel Astra wird Rüsselsheim weiterhin der zentrale Entwicklungs- und Produktionsstandort sein. Der Kompaktwagen soll künftig auf der neuen STLA-Architektur von Stellantis basieren und erneut am Stammsitz der Marke gefertigt werden.

Damit erhält das Werk in Hessen langfristig Planungssicherheit in einem Konzernumfeld, das gleichzeitig auf Effizienzsteigerungen und eine stärkere Konzentration auf Kernmarken setzt. Erst kürzlich vermeldete Stellantis, man wolle die Produktionskapazitäten in Europa um jährlich 800.000 Fahrzeuge zu reduzieren und die Werksauslastung deutlich zu erhöhen.

Astra bleibt strategisch wichtig für Opel

Für Opel bleibt der Astra eines der wichtigsten Modelle im Portfolio. Nach Angaben des Herstellers wurden bislang rund 25 Millionen Einheiten von Kadett und Astra verkauft. Die künftige Generation soll erneut in Rüsselsheim entworfen, entwickelt und produziert werden.

„Die Vergabe der nächsten Astra-Generation an unser Werk in Rüsselsheim bekräftigt das Engagement von Opel für Deutschland als Industriestandort“, sagte Florian Huettl. Besonders wichtig sei die Nähe zum neuen Unternehmenscampus „grEEn-campus“, der derzeit entsteht. Auch Emanuele Cappellano, COO von Stellantis Enlarged Europe, ordnete die Investition strategisch ein: „Das C-Segment, auf das rund 30 Prozent des gesamten Pkw-Absatzes in Europa entfallen, ist ein wesentlicher Bestandteil der europäischen Strategie von Stellantis.“

Stellantis ordnet Markenrolle von Opel neu

Die Zusage für den Astra erfolgt allerdings in einer Phase, in der Opel innerhalb des Konzerns an Bedeutung einbüßt und quasi ins zweite Glied des insgesamt 14 Marken starken Stellantis-Konglomerats zurücktreten muss. In den kommenden fünf Jahren will der franco-italienische Multi rund 60 Milliarden Euro investieren. Rund 70 Prozent davon fließen jedoch in die Kernmarken Jeep, Ram, Peugeot und Fiat. Opel wird konzernintern gemeinsam mit Marken wie Citroën, Chrysler und Alfa Romeo als Marke mit regionalem Fokus fortgeführt.

Gleichzeitig treibt Stellantis die Zusammenarbeit mit chinesischen Partnern voran. Besonders deutlich wird das beim angekündigten neuen Elektro-SUV von Opel im C-Segment, das gemeinsam mit Leapmotor entwickelt werden soll. Das Fahrzeug soll ab 2028 im spanischen Saragossa gebaut werden. Entwicklungsteams in Deutschland und China arbeiten dabei gemeinsam an dem Modell.

Neue Plattformen für Astra und Corsa

Sowohl der kommende Astra als auch die nächste Generation des Corsa sollen auf der neuen „STLA One“-Plattform basieren. Die Architektur ist Teil der Konzernstrategie zur stärkeren Vereinheitlichung von Technologien und elektrischen Antrieben.

Der aktuelle Corsa bleibt für Opel wirtschaftlich besonders relevant. Nach Unternehmensangaben ist das Modell seit mehr als fünf Jahren Deutschlands meistverkaufter Kleinwagen. Insgesamt wurden bislang mehr als 15 Millionen Fahrzeuge der Baureihe verkauft.

Milliardeninvestitionen am Standort Deutschland

Parallel zur Modelloffensive investiert Stellantis weiter in den deutschen Standort. In Rüsselsheim entsteht derzeit die neue Unternehmenszentrale „grEEn-campus“. Insgesamt summieren sich die laufenden Projekte laut Unternehmen auf mehr als eine Milliarde Euro.

Aufsichtsratschef Xavier Chéreau bezeichnete „Made in Germany“ dabei als strategischen Vorteil für Opel innerhalb des Stellantis-Konzerns. Zugleich verwies er auf die industrielle Basis und den sozialen Dialog am Standort Rüsselsheim.