Übernimmt Geely eine Montagehalle von Ford in Spanien?
Der chinesische Geely-Konzern hat laut einem Medienbericht die Montagehalle „Body 3“ im Ford-Werk nahe Valencia übernommen. Geplant seien ein eigenes elektrifiziertes Modell sowie ein weiteres Fahrzeug für Ford auf gemeinsamer Plattform.
Entstehen am Ford-Standort nahe Valencia bald auch Modelle des Geely-Konzerns?
Ford
Der chinesische Automobilkonzern Geely hat sich laut einem
Bericht von La Tribuna de Automoción die Montagehalle „Body 3“ im Ford-Werk
Almussafes, südlich von Valencia, gesichert. Damit soll dem Unternehmen eine
unabhängige Fahrzeugproduktion innerhalb des Standorts ermöglicht werden.
Die Anlage galt zuletzt als ungenutzt. Sie wurde
ursprünglich für die Fertigung von Modellen wie Mondeo, Galaxy und S‑Max auf
Basis der Ford-CD4-Plattform errichtet.
NEV-Fahrzeug und Ford-Derivat geplant
Dem Bericht zufolge plant Geely, in Valencia ein eigenes Modell auf Basis der
modularen GEA-Plattform (Global Intelligent Electric Architecture) zu fertigen.
Diese Architektur unterstützt verschiedene Antriebsarten – von Hybrid über
Plug-in-Hybrid bis hin zu vollelektrischen Varianten.
Zusätzlich könnte ein weiteres Fahrzeug für Ford entstehen,
das ebenfalls auf dieser Plattform basiert. Damit würde die Zusammenarbeit
zwischen beiden Herstellern vertieft.
Als möglicher Kandidat für die Fertigung gilt ein kompakter SUV aus dem
Geely-Portfolio, intern als „135“ geführt. Das Modell, mutmaßlich der EX2
(Europa: E2), kombiniert Elektroantrieb mit einer Reichweite von bis zu 325
Kilometern (WLTP) und zählt in China zu den volumenstärksten Fahrzeugen seines
Segments.
Potenzial für mehr Produktion und Beschäftigung
Sollte das Projekt umgesetzt werden, könnte das Werk Almussafes mittelfristig
wieder Produktionsvolumina auf Vor-Pandemie-Niveau erreichen. Damals lag die
Jahreskapazität bei über 300.000 Einheiten. Neben der Sicherung der bestehenden rund 4.000 Arbeitsplätze
wären laut Bericht auch zusätzliche Neueinstellungen denkbar.
Ford selbst wollte den Abschluss einer Vereinbarung nicht
bestätigen. Man führe regelmäßig Gespräche mit verschiedenen Partnern, konkrete
Ergebnisse seien jedoch nicht bekannt gegeben worden.