IG Metall kündigt Proteste an
IAV will 1.400 stellen streichen
Entwicklungsdienstleister IAV muss offenbar Personal einsparen, um Überkapazitäten abzubauen. Gewerkschaftsvertreter werfen der Führungsetage Planlosigkeit vor.
Der Engineering-Experte IAV will wettbewerbsfähiger werden und zieht dafür auch Stellenabbau in Betracht.
IAV
Der Automobil-Entwicklungsdienstleister IAV will bundesweit
rund 1.400 Stellen abbauen, vor allem in Berlin. Das sagte ein Sprecher des
Unternehmens auf dpa-Anfrage. Die Gewerkschaft IG Metall hat Proteste dagegen
angekündigt. Nach Angaben des Unternehmens wurden die Mitarbeiter am Morgen
über die Pläne informiert. Das Betriebsgelände in Berlin-Charlottenburg soll
bis spätestens 2027 veräußert werden, ein „kompakter Kern“ der Beschäftigten
aber in der Hauptstadt bleiben.
Den übrigen Mitarbeitenden des Dienstleisters werde ein Wechsel nach Gifhorn in
Niedersachsen angeboten. Ziel des Stellenabbaus ist IAV zufolge,
Überkapazitäten abzubauen und die Organisation an veränderte Marktbedingungen
anzupassen. „Die Maßnahmen sind Teil der Transformation, mit der IAV
langfristig Wettbewerbsfähigkeit sichern und hochwertige
Engineering-Arbeitsplätze in Deutschland erhalten will.“
IG Metall kritisiert die Stellenstreichungen
Die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen kritisierte die Pläne als
verantwortungslos. Eine Schließung des Stammsitzes Berlin mit 1.250
Beschäftigten werde die Gewerkschaft nicht hinnehmen.
Das IAV-Management habe keinen Plan und keine Idee, um das Unternehmen in eine
gute Zukunft zu führen. Statt eine Strategie für eine langfristige Sicherung
der Arbeitsplätze vorzulegen, setze die Geschäftsführung die Axt an. „Dies wird
auf massiven Widerstand der IG Metall und der Beschäftigten stoßen.“
Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Chemnitz, Eddie Kruppa, wies darauf
hin, dass von den Abbauplänen auch Stollberg in Sachsen betroffen sei. „Die
Kolleginnen und Kollegen werden sich gemeinsam und solidarisch dagegenstellen.“
Proteste gegen die Stellenstreichungen in Berlin sind bereits für die kommende
Woche angekündigt.