Bündelung der Produktionsverantwortung

VW-Vorstand Vollmer übernimmt auch Seat, Cupra und Skoda

Vor kurzem kündigte der VW-Konzern die Bündelung der Produktionsverantwortung für die Brand Group Core an. Während die operative Verantwortung in fünf Regionen unterteilt wird, fällt Vorstand Christian Vollmer strategische Entscheidungen auf Markengruppenebene.

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Christian Vollmer wird künftig die zentrale Produktionsverantwortung für die Volkswagen-Marken VW, Seat, Cupra und Skoda tragen.

Mitte Januar hat Volkswagen die Steuerung seiner Volumenmarken neu geordnet. Im Zuge der Neuaufstellung der Brand Group Core werden Produktion, Entwicklung und Einkauf markenübergreifend gebündelt. Ziel ist es, Entscheidungsprozesse zu beschleunigen, Kosten zu senken und die industrielle Komplexität zu reduzieren. 

Ein zentrales Element dieser Neuordnung ist die „Future Production Governance“. Der bisherige Produktionsvorstand der Marke VW Christian Vollmer übernimmt im neu geschaffenen Vorstand der Brand Group Core nun die Verantwortung für die Produktion aller Volumenmarken. Damit wird die Produktionssteuerung erstmals klar auf Markengruppenebene gebündelt und aus der alleinigen Markenhoheit herausgelöst.

Strategisch zentral, operativ regional

Die künftige Entscheidungslogik folgt einem zweistufigen Modell. Vollmer beschreibt die neue Rollenverteilung: „Strategische Entscheidungen, etwa über Investitionen oder Anläufe, werden in Zukunft auf Markengruppenebene getroffen; die operative Umsetzung der Entscheidungen erfolgt auf Regionsebene.“ Die weltweit mehr als 20 Werke der Brand Group Core werden dazu in fünf Produktionsregionen organisiert. Bei deren Zuschnitt wurden laut Unternehmen mehrere Kriterien berücksichtigt: geografische Lage, rechtliche Rahmenbedingungen, bestehende Netzwerke sowie synergetische Fahrzeugprojekte.

Besonders die letzteren beiden Punkte dürften der Grund dafür sein, dass eine der neuen Regionen aus den Skoda-Werken in Tschechien, dem Mehrmarkenwerk in der Slowakei sowie den Skoda-Fabriken in Indien besteht, wie Automobil Produktion aus Unternehmenskreisen erfuhr. Für die Werke der Brand Group Core auf der Iberischen Halbinsel trägt seit dem 1. Januar André Kleb als Chief Production Officer die regionale Verantwortung und berichtet an Vollmer. Die personelle Besetzung der weiteren Regionen soll schrittweise bis Sommer erfolgen, so Volkswagen gegenüber AP.

Neue Rolle für die Regionsleiter

Vollmer präzisiert den Zuschnitt: „Der Regionsleiter führt die Werke seiner Region und verantwortet damit die effiziente Planung und Fertigung der Fahrzeuge. Dazu liegen in seiner Verantwortung die Logistik, Produktionsplanung und -technik, Projekt-, Produkt- und Anlaufmanagement, Produktivität sowie die Realisierung effizienter, regionaler Lösungen mit weiteren Geschäftsbereichen wie z.B. der Beschaffung.“ Für die Werkleiter vor Ort bedeutet das eine stärkere Fokussierung auf die Fahrzeugfertigung und die operative Optimierung. Standortübergreifende Themen wie Planung und Anlauf neuer Produkte werden verstärkt auf regionaler Ebene gebündelt.

Eine Milliarde Euro bis 2030

Im Produktionsbereich beziffert Volkswagen das kumulierte Einsparpotenzial bis 2030 auf rund eine Milliarde Euro. „Diese Summe beinhaltet Personalkosten, die eingespart werden, etwa durch die synergetische Bündelung von Funktionen auf regionaler Ebene und die Verschlankung von Entscheidungsprozessen. Zudem werden durch die standortübergreifende Zusammenarbeit in den jeweiligen Produktionsclustern regionale Kostenvorteile genutzt“, so Vollmer.

Bei der Bildung der Regionen wurden verschiedene Kriterien berücksichtigt, etwa geografische Lage der Werke, rechtliche Rahmenbedingungen in den jeweiligen Ländern, bestehende Netzwerke und synergetische Fahrzeugprojekte.

Christian Vollmer, VW

Damit setzt Volkswagen auf eine Kombination aus strategischer Zentralisierung und operativer Regionalisierung. Die Investitionshoheit liegt künftig auf Markengruppenebene, während die Regionen für Umsetzung, Produktivität und Effizienz verantwortlich zeichnen. Gleichzeitig soll die markenspezifische Differenzierung der Produkte gewahrt bleiben. Bereits heute werden in Werken wie Bratislava, Kvasiny, Martorell oder Zwickau Fahrzeuge mehrerer Marken gefertigt. Auch unter der neuen Governance-Struktur soll diese Mehrmarkenfähigkeit erhalten bleiben.

Mit Vollmer an der Spitze der Produktion etabliert die Brand Group Core damit ein Steuerungsmodell, das weniger auf parallele Markenlogiken und stärker auf ein gemeinsames industrielles Optimum setzt. Ob sich die erwarteten Effizienzgewinne realisieren lassen, wird sich in Investitionsgeschwindigkeit, Anlaufstabilität und Stückkosten zeigen.