Wie weit sind humanoide Roboter für die Autofabrik?
Das Fraunhofer IPA will humanoide Roboter mit dem Humanoid Capabilities Navigator vergleichbar machen. Im Gespräch mit den Autoren zeigt sich: Das Whitepaper ist auch für die Automobilproduktion relevant. Doch wie viel ist schon Praxis?
Martin LargeMartinLargeMartin LargeRedakteur
6 min
Fraunhofer IPA stellt mit dem Humanoid Capabilities Navigator ein Bewertungsmodell für humanoide Roboter vor. Warum das Whitepaper auch für die Automobilproduktion relevant ist.Fraunhofer IPA / Fotograf: Rainer Bez
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Humanoide Roboter haben ein Sichtbarkeitsproblem der besonderen Art: Sie sind extrem präsent, aber ihr realer industrieller Nutzen ist oft schwer zu greifen. Gerade in der Automobilproduktion sorgen Bilder zweibeiniger Roboter in Werkhallen regelmäßig für Aufmerksamkeit. Zwischen beeindruckender Demonstration, PR-tauglichem Zukunftsversprechen und belastbarem Produktionseinsatz liegt jedoch meist noch einiges an Entwicklungsarbeit. Genau an dieser Stelle setzt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA mit seinem Whitepaper "Humanoid Capabilities Navigator" an.
Viele Humanoiden-Einsätze sind aktuell vor allem Marketing.
Simon Schmidt, Geschäftsbereichsleiter „Automatisierte Intralogistik-, Fertigungs- und Montagesysteme am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Simon Schmidt, Geschäftsbereichsleiter „Automatisierte Intralogistik-, Fertigungs- und Montagesysteme am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA"Fraunhofer IPA / Fotograf: Rainer Bez
Automobil Produktion hat mit Simon Schmidt, Geschäftsbereichsleiter
„Automatisierte Intralogistik-, Fertigungs- und Montagesysteme am
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, über den Humanoid Capabilities Navigator und seine Relevanz für die Automobilproduktion gesprochen. Die Quintessenz: Das Bewertungsmodell ist bewusst branchenneutral angelegt, lässt sich aber klar auf Automotive übertragen. Gleichzeitig ordnet Fraunhofer den aktuellen Hype um humanoide Roboter deutlich nüchterner ein, als viele Bilder aus Fabrikhallen vermuten lassen.
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Doch der Reihe nach. Das Papier will die Debatte über humanoide Robotik aus der Buzzword-Zone holen und auf eine systematischere Grundlage stellen. Der Kern des Ansatzes: Nicht der Gesamteindruck eines Roboters entscheidet über seine industrielle Eignung, sondern die Frage, welche konkreten Fähigkeiten er für eine konkrete Aufgabe tatsächlich mitbringt. Das Whitepaper beschreibt den HCN deshalb als Bewertungsrahmen für industrielle und logistische Anwendungen, der technische Fähigkeiten transparent machen und mit realen Einsatzszenarien verknüpfen soll. Ziel ist ausdrücklich eine Einordnung jenseits „marketing-driven impressions“.
Was ist der Humanoid Capabilities Navigator?
Der Humanoid Capabilities Navigator, kurz HCN, ist ein Reifegradmodell für humanoide Robotersysteme. Das Fraunhofer IPA strukturiert die Technik dafür in vier zentrale Fähigkeitsbereiche: Mobilität und Fortbewegung, Manipulation, Kognition sowie Safety und Security. Innerhalb dieser Domänen werden einzelne Fähigkeiten auf Stufen von 0 bis 4 eingeordnet. Level 0 steht für nicht oder kaum belastbar vorhandene Fähigkeiten, Level 4 für hochautonome, robuste und stark generalisierte Fähigkeiten unter dynamischen oder unbekannten Bedingungen. Das Modell ist laut Whitepaper bewusst nicht als lineare Leistungsskala gemeint, sondern als Einordnung qualitativer Reifesprünge in Richtung Autonomie, Robustheit und Unsicherheitsbeherrschung.
Wichtig ist dabei: Ein hoher Reifegrad ist nicht automatisch notwendig. Fraunhofer betont ausdrücklich, dass viele wirtschaftlich relevante Anwendungen bereits bei vergleichsweise niedrigen Maturitätsgraden möglich sein können – vorausgesetzt, die Fähigkeiten sind zuverlässig, reproduzierbar und sicher integriert. Genau das macht den Ansatz für Produktionsverantwortliche interessant. Denn in der Fabrik zählt nicht, ob ein Roboter futuristisch wirkt, sondern ob er eine Aufgabe stabil, sicher und wirtschaftlich erfüllt.
Warum ist das Whitepaper für die Automobilproduktion relevant?
Obwohl Automotive im Whitepaper nicht als eigene Branchenvertikale auftaucht, ist der Bezug zur Automobilproduktion klar erkennbar. Das Fraunhofer-Team wählt vier exemplarische Use Cases aus industriellen und logistischen Umgebungen:
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Truck Loading/Unloading
Order Fulfillment/Picking
Machine Tending
sowie Maintenance / Fundamental Service Tasks.
Diese Fälle sollen typische Aufgaben aus Produktion, Intralogistik und Wartung abdecken und einen realistischen, wirtschaftlich relevanten Anwendungskorridor aufspannen.
Gerade für Automotive ist vor allem Machine Tending spannend. Das Whitepaper beschreibt darunter das automatisierte oder teilautomatisierte Be- und Entladen von Produktionsmaschinen wie CNC-Anlagen, Spritzgussmaschinen oder Pressen. Ziel ist es, repetitive manuelle Tätigkeiten zu reduzieren, Zykluszeiten zu stabilisieren, die Anlagenverfügbarkeit zu verbessern und die Flexibilität in gemischten Produktionsumgebungen zu erhöhen. Genannt werden unter anderem das Aufnehmen von Rohteilen, das präzise Einlegen in die Maschine, das Starten des Prozesses, das Entnehmen bearbeiteter Teile, die Sichtprüfung und die Dokumentation. Der angenommene Kontext ist klar produktionsnah: mittelgroße CNC-Maschinen in einer Fertigungshalle, Aluminiumteile bis 5 kg, Taktzeitdruck, benachbarte Arbeitsplätze und physische Maschinenschnittstellen wie Buttons, Display und Status-LEDs.
Dass Automotive nicht eigens überschrieben wird, sei laut Simon Schmidt dennoch kein Versehen. Im Gespräch mit Automobil Produktion sagt er, das Bewertungsmodell sei „branchenneutral“. Es beleuchte bewusst beispielhafte Anwendungen, „die es in vielen Branchen gibt“. Automotive sei beim Thema Humanoide zwar besonders sichtbar und habe bereits vielbeachtete Piloten umgesetzt. Zugleich betont Schmidt aber, dass die grundlegenden Treiber keineswegs exklusiv zur Autobranche gehörten. Arbeitskräftemangel, hoher Kostendruck und der Umgang mit Kleinserien seien, wie er sagt, Herausforderungen, die „fast alle Branchen“ spürten.
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Auch auf die Frage, ob Automotive im HCN nur implizit vorkommt, antwortet Schmidt recht klar. Man habe „alle Branchen und Industrien mitgedacht, für die Humanoide interessant sein könnten“, und deshalb ein neutrales, breit einsetzbares Bewertungsschema entwickelt. Genau das erklärt, warum der Automotive-Bezug im Whitepaper zwar nicht plakativ herausgestellt wird, aber inhaltlich sehr wohl vorhanden ist.
Welche Use Cases hält Fraunhofer für realistisch?
Ein humanoider Roboter des Fraunhofer IPA demonstriert eine feinmotorische Alltagsaufgabe beim Ausräumen eines Geschirrspülers. Solche Szenarien zeigen, wie wichtig präzise Manipulation, Objekterkennung und sichere Bewegungsplanung für künftige Industrieanwendungen sind.Fraunhofer IPA / Fotograf: Rainer Bez
Ein interessanter Punkt des Whitepapers ist die relativ nüchterne Einordnung der Reifeanforderungen. Für Machine Tending reichen nach der HCN-Logik bereits Level 2 in allen vier Domänen aus: Mobilität, Manipulation, Kognition sowie Safety & Security. Die Autoren begründen das mit der vergleichsweise statischen und gut definierten Produktionsumgebung. Anders formuliert: Nicht jede produktionsnahe Aufgabe verlangt nach humanoider Höchstleistung. Manche Anwendungen werden gerade deshalb interessant, weil die Umgebung strukturiert ist und der Roboter keine grenzenlose Flexibilität, sondern robuste Ausführung liefern muss.
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Im Interview konkretisiert Schmidt diese Sicht mit Blick auf die Automobilproduktion. Kurz- bis mittelfristig hält er vor allem Kommissionieren, Transport und einfache Montagetätigkeiten für realistische Einsatzfelder. Entscheidend sei aus seiner Sicht, dass „die Flexibilität Humanoider gekoppelt mit einer sicheren und wirtschaftlichen Anwendung der entscheidende Mehrwert“ sein müsse. Vorstellbar seien daher zunächst eher Aufgaben, die nicht streng taktzeitkritisch sind, dafür aber potenziell rund um die Uhr ausgeführt werden könnten. Das passt gut zur Logik des Whitepapers, das die Machbarkeit eines Use Cases nicht vom Gesamteindruck eines Roboters abhängig macht, sondern von einzelnen, ausreichend reifen Fähigkeitsbausteinen.
Nicht die Form des Roboters gewinnt, sondern die Technologie dahinter.
Simon Schmidt, Geschäftsbereichsleiter „Automatisierte Intralogistik-, Fertigungs- und Montagesysteme am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Sind humanoide Roboter in der Fabrik schon mehr als Marketing?
Beim Griff in standardisierte Lagerboxen zeigt der humanoide Roboter eine typische Kommissionieraufgabe aus Intralogistik und Produktion. Gerade solche strukturierten Use Cases gelten im Humanoid Capabilities Navigator als besonders interessant für einen frühen Praxiseinsatz.Fraunhofer IPA / Fotograf: Rainer Bez
Bei aller Offenheit für die Technologie bleibt Schmidt bemerkenswert nüchtern. Zahlreiche klassische Industrieroboteranwendungen würden in der Automobilproduktion auf absehbare Zeit hochrelevant bleiben – etwa in der Karosseriefertigung. Dort, so Schmidt, ergäben Humanoide oft keinen Sinn: „In diesen Anwendungen ist bei heutigem Prozess und Produktionsfluss keine Flexibilität und menschenähnliche Arbeitsweise gefragt, eher genau das Gegenteil.“
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Noch deutlicher wird er beim Blick auf viele aktuelle Demonstrationen: „Aktuell sind viele Humanoiden-‚Einsätze‘ tatsächlich Marketing und suggerieren, dass sie technologisch weiter sind, als es der Realität entspricht.“ Diese Aussage ist bemerkenswert offen, zumal der Markt derzeit stark von aufmerksamkeitsstarken Bildern und Videos lebt. Zugleich verweist Schmidt darauf, dass Hersteller und Investoren durchaus nachvollziehbare Strategien verfolgten und die technologischen Fortschritte „aktuell immens“ seien. Einige der heute angekündigten Szenarien könnten deshalb durchaus zu realen industriellen Einsätzen werden.
Diese Einschätzung harmoniert mit dem Whitepaper. Dort wird in einer Fallstudie der humanoide Roboter G1 von Unitree Robotics in dieselbe Taxonomie eingeordnet wie die Use Cases. Das Fazit fällt nüchtern aus: Der Roboter zeigt zwar vor allem bei Mobilität und Fortbewegung beachtliche Fortschritte, doch zwischen den aktuellen Fähigkeiten und den Anforderungen realer Industrieanwendungen klaffen weiterhin deutliche Lücken. Schmidt formuliert es im Gespräch ähnlich zurückhaltend: In abgeschirmten Bereichen könne es „bereits in einigen Monaten oder wenigen Jahren sinnvolle Anwendungen geben“, auch wenn deren Wirtschaftlichkeit noch zu zeigen sei.
FAQ für Produktionsverantwortliche: Wo humanoide Roboter in der Automobilproduktion wirklich sinnvoll werden
Welche Bereiche in der Automobilproduktion eignen sich am ehesten für einen ersten Pilot mit humanoiden Robotern?
Am ehesten eignen sich strukturierte, wiederkehrende Aufgaben mit überschaubarer Varianz und geringer Taktkritik. Dazu zählen etwa Kommissionieraufgaben, interne Materialtransporte, einfache Handling-Prozesse oder klar abgegrenzte Maschinenbedienung. Für einen ersten Pilot sind Bereiche sinnvoll, in denen sichere Integration, stabile Abläufe und klare Erfolgskriterien möglich sind.
Nach welchen Kriterien sollten Produktionsverantwortliche einen humanoiden Use Case intern bewerten?
Entscheidend sind nicht nur die sichtbaren Fähigkeiten des Roboters, sondern vor allem Prozessfit, Sicherheitsanforderungen, Wiederholgenauigkeit, Integrationsaufwand, Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit. Relevant ist außerdem, wie stark die Umgebung standardisiert ist und ob der Roboter dort einen echten Flexibilitätsvorteil gegenüber bestehender Automation bringt. Ein guter Use Case ist also nicht der spektakulärste, sondern der belastbarste.
Woran erkennt man, ob ein humanoider Robotereinsatz echten Produktionsnutzen hat – oder nur Demo-Charakter?
Ein belastbarer Einsatz lässt sich an klaren Prozesskennzahlen messen: stabile Wiederholbarkeit, sichere Mensch-Roboter-Interaktion, definierte Taktleistung, geringe Störanfälligkeit und nachvollziehbarer wirtschaftlicher Nutzen. Reine Demo-Szenarien wirken oft beeindruckend, zeigen aber keine dauerhafte Robustheit im Schichtbetrieb. Entscheidend ist daher, ob der Roboter unter realen Produktionsbedingungen konstant Leistung bringt.
Welche Anforderungen sollte ein Werk erfüllen, bevor humanoide Robotik überhaupt sinnvoll getestet werden kann?
Das Werk sollte geeignete Prozesse mit klaren Abläufen, beherrschbaren Schnittstellen und einem definierten Sicherheitskonzept mitbringen. Hilfreich sind außerdem standardisierte Arbeitsplätze, saubere Prozessdaten, klare Verantwortlichkeiten zwischen Produktion, Instandhaltung, IT und Arbeitssicherheit sowie die Bereitschaft, Piloten systematisch auszuwerten. Ohne diese Grundlagen wird selbst gute Robotik schnell zum Insellösungsprojekt.
Welche Kennzahlen sollten Unternehmen bei einem Pilotprojekt mit humanoiden Robotern von Anfang an messen?
Sinnvoll sind Kennzahlen zu Verfügbarkeit, Prozessstabilität, Zykluszeit, Fehlerrate, manuellen Eingriffen, Sicherheitsereignissen und Betreuungsaufwand. Ergänzend sollten Unternehmen den wirtschaftlichen Effekt bewerten, etwa über Entlastung von Personalengpässen, reduzierte Nebenzeiten oder höhere Anlagenverfügbarkeit. Nur mit solchen KPIs lässt sich später entscheiden, ob aus einem Pilot ein skalierbarer Serieneinsatz werden kann.
Welche Durchbrüche braucht humanoide Robotik für Automotive?
Schmidt sieht den eigentlichen Gewinner der aktuellen Entwicklung ohnehin weniger in der humanoiden Form als in den zugrunde liegenden Technologien. Ob künftig mehr Roboter tatsächlich auf zwei Beinen unterwegs sein werden, sei aus seiner Sicht „zweitrangig“. Viel wichtiger sei, dass Restriktionen wie Wirtschaftlichkeit und funktionale Sicherheit überwunden würden. Besonders prägnant formuliert er: „Der eigentliche Gewinner der aktuellen Entwicklungen ist die Technologie an sich, unabhängig von der Form des Roboters, die immer seiner Funktion folgen sollte.“
Damit verschiebt sich der Blick weg vom spektakulären Erscheinungsbild und hin zu den technischen Kernfragen. Schmidt nennt hier vor allem Roboterhände und flexible Greifer als entscheidend – unabhängig davon, ob diese auf einer mobilen Plattform oder auf zwei Beinen eingesetzt werden. Das Whitepaper argumentiert in eine ähnliche Richtung: Für Investitionsentscheidungen reiche die reine HCN-Bewertung nicht aus. Unternehmen müssten zusätzlich Faktoren wie Reichweite, Nutzlast, Verfügbarkeit, Service-Life, Service-Netz sowie CAPEX- und OPEX-Aspekte berücksichtigen.
Für die kommenden Jahre erwartet Schmidt insbesondere Fortschritte beim Handhaben biegeschlaffer Bauteile wie Kabel oder Textilien, bei Roboterhänden und feinfühligen Endeffektoren sowie bei der Autonomie. Er spricht dabei von der Fähigkeit eines Roboters, zu verstehen, „was getan werden muss“. Was für Menschen banal klinge, sei für Maschinen trotz aller aktuellen Fortschritte noch immer eine große Hürde. Auch hier bleibt seine Einordnung vorsichtig: Er rede eher von mittel- bis langfristigen Zeitfenstern, denn viele der heutigen Fortschritte seien noch nicht in einen robusten industriellen Kontext übertragen.
Die entscheidenden Fortschritte erwarte ich bei Dexterity, Autonomie und dem Handhaben flexibler Bauteile.
Simon Schmidt, Geschäftsbereichsleiter „Automatisierte Intralogistik-, Fertigungs- und Montagesysteme am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Was bringt das Whitepaper der Industrie konkret?
Der eigentliche Wert des Humanoid Capabilities Navigator liegt darin, Erwartungen zu sortieren. Das Modell hilft Unternehmen, Potenziale realistischer zu bewerten, Entwicklungsbedarfe sichtbar zu machen und Marktprognosen enger an realen Anwendungsanforderungen auszurichten. Fraunhofer positioniert den HCN ausdrücklich als praxisnahes Instrument, das Transparenz, Vergleichbarkeit und eine fundiertere Entscheidungsbasis schaffen soll.
Für die Automobilproduktion kommt diese Nüchternheit zum richtigen Zeitpunkt. Die Branche interessiert sich stark für humanoide Robotik, schwankt aber noch zwischen Pilotbild, PR-Effekt und echtem Produktionsnutzen. Schmidt liefert dazu die passende Einordnung: Klassische Industrieroboter würden in vielen Bereichen auf absehbare Zeit die tragende Rolle behalten. Humanoide könnten dort relevant werden, wo Flexibilität, sichere Integration und wirtschaftlicher Nutzen zusammenkämen. Genau deshalb ist das Whitepaper weniger ein Manifest für den baldigen Siegeszug humanoider Roboter und mehr ein Werkzeug, um nüchtern zu prüfen, wo ihr Einsatz überhaupt sinnvoll sein kann.