Plattformen und Praxis

Hyundai startet Allianz für mobile Robotik

Mit der MobED Alliance will Hyundai seine mobile Robotik-Plattform in Korea in den Markt bringen. Das neue Partnernetzwerk soll konkrete Anwendungen beschleunigen, branchenspezifische Module entwickeln und den Einstieg in B2B- und B2G-Geschäfte ebnen.

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Ausstellungsstand von Hyundai Robotics Lab mit mobilen Robotern und Besuchern in Messehalle
Hyundai präsentiert die mobile Robotik-Plattform MobED auf der Automation World 2026 in Seoul und demonstriert mögliche Anwendungen für Transport, Auslieferung und autonome Mobilität.

Die Hyundai Motor Group treibt die Kommerzialisierung ihrer mobilen Robotik-Plattform MobED voran. Auf der Messe Automation World 2026 in Seoul hat das Robotics Lab des Konzerns die sogenannte „MobED Alliance" vorgestellt. Das neue Kooperationsnetzwerk soll den Markteintritt der Plattform in Korea beschleunigen und ein tragfähiges Ökosystem aus Industriepartnern, Zulieferern, Lösungsanbietern und öffentlichen Institutionen aufbauen. MobED, kurz für Mobile Eccentric Droid, ist eine mobile Roboterplattform, die Hyundai in den vergangenen Monaten bereits auf internationalen Technologiemessen präsentiert hatte. Dort rückte vor allem die hohe Manövrierfähigkeit in den Fokus. Hinzu kommen Funktionen wie ein automatischer Niveauausgleich auf unebenem Untergrund sowie die Möglichkeit, den Roboter sowohl im Innen- als auch im Außenbereich einzusetzen.

Mit der nun gegründeten Allianz verlagert Hyundai den Schwerpunkt von der Technologie-Demonstration auf die konkrete Markteinführung. Nach Angaben des Unternehmens soll MobED damit schrittweise in den Geschäfts- und Serviceeinsatz überführt werden. Im Zentrum steht zunächst der koreanische Markt. An der Allianz sind neben Hyundai unter anderem die Zulieferer Hyundai Transys und SL Corporation beteiligt. Hinzu kommen Robotik-Spezialisten wie LS THiRA-UTECH und Kaon Robotics sowie öffentliche Einrichtungen, darunter die Korea Association of AI Robot Industry und das Korea Planning & Evaluation Institute of Industrial Technology. Dong Jin Hyun, Vice President und Leiter des Hyundai Motor Group Robotics LAB, ordnete die Allianz als nächsten Entwicklungsschritt ein. Mit dem Ökosystem-Modell gehe es nicht mehr nur um klassische Unternehmenspartnerschaften, sondern um konkrete Kommerzialisierung in Korea mit Beteiligung von Unternehmen, Lösungsanbietern, Zulieferern und öffentlichen Stellen.

Plattformstrategie für den koreanischen Markt

Die Aufgaben innerhalb des Bündnisses sind klar verteilt. Hyundai liefert die technologische Basis der Plattform. Zehn Komponentenlieferanten sollen zentrale Bauteile wie Sensoren, Elektronik und Batterien bereitstellen. Fünf Robotik-Unternehmen übernehmen die Entwicklung kundenspezifischer Anwendungen und deren Implementierung vor Ort. Öffentliche Institutionen sollen Demonstrationsprojekte unterstützen und die Rahmenbedingungen für eine breitere Einführung verbessern. Ein wesentlicher Bestandteil der Allianz ist die Entwicklung branchenspezifischer Aufbauten. Geplant sind nach Unternehmensangaben bis zu zehn sogenannte Top-Module, die auf unterschiedliche Einsatzfelder zugeschnitten sind. Genannt werden unter anderem Lösungen für die Auslieferung im Außenbereich, Drohnenstationen für Sicherheitsanwendungen sowie digitale Signage-Systeme.

Hyundai verweist dabei auf die Skalierbarkeit der Plattform. MobED lasse sich mit unterschiedlichen Modulen kombinieren und könne dadurch in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden, etwa in der Logistik, bei Sicherheitsdiensten, in der Forschung oder in der Videoproduktion. Für den koreanischen Markt ist die Allianz aus Sicht des Unternehmens ein erster konkreter Meilenstein auf dem Weg zur offiziellen Einführung von MobED. Hyundai will auf dieser Basis ein Geschäftsmodell für B2B- und B2G-Kunden aufbauen und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Robotikindustrie stärken.

Auf der Automation World 2026 zeigt Hyundai MobED an einem 180 Quadratmeter großen Messestand. Vorgesehen sind Demonstrationen in verschiedenen Anwendungsszenarien, darunter Broadcasting, Delivery, Loading/Unloading und Golf. Zudem können Besucher die Modelle MobED Basic und MobED Pro in unterschiedlichen Erlebniszonen selbst testen. Auch Kaufberatungen und Gespräche zu möglichen Kooperationen werden vor Ort angeboten.