Zulieferer verkleinert Produktionsnetzwerk
Aumovio verkauft Werk Mechelen an die Dumarey Group
Aumovio verkauft seinen Produktionsstandort im belgischen Mechelen an die Dumarey Group. Der Schritt ist Teil der Konsolidierung des Fertigungsnetzwerks. Mitarbeitende und Werk wechseln den Eigentümer, Kundenverträge verbleiben beim Conti-Spin-off.
Das Aumovio-Werk im belgischen Mechelen existiert seit Anfang der 1970er Jahre und beschäftigt 300 Menschen.
Aumovio
Aumovio plant den Verkauf seines Produktionsstandorts im
belgischen Mechelen an die Dumarey Group. Die Transaktion ist Teil der
strategischen Neuausrichtung und Konsolidierung des globalen
Fertigungsnetzwerks des Autozulieferers. Über die finanziellen Details haben die
beiden Unternehmen Stillschweigen vereinbart.
Die Vereinbarung sieht vor, dass Werk und rund 300
Mitarbeitende von der Dumarey Group übernommen werden, während bestehende
Kundenbeziehungen und -verträge bei Aumovio verbleiben. Für einen begrenzten
Zeitraum fungiert der Standort weiterhin als Auftragsfertiger für
Aumovio-Komponenten.
Produktion läuft begrenzt weiter
In Mechelen werden aktuell Magnetventile, hydraulische und
elektronische Steuergeräte sowie Raddrehzahlsensoren für die Automobilindustrie
gefertigt. Diese Produktion soll nach dem Eigentümerwechsel zunächst
fortgeführt werden. Parallel plant Aumovio, die Fertigung schrittweise auf
andere Standorte im eigenen Netzwerk zu verlagern.
Die Dumarey Group beabsichtigt zudem, neue Produkte und
Aktivitäten für weitere Industriesektoren am Standort anzusiedeln. Das
familiengeführte Unternehmen mit belgischen Wurzeln gilt als Marktführer für
Antriebssysteme in Fahrzeugen und Industrieanwendungen.
Aumovio-Chef: „Geben Mitarbeitenden ein Perspektive“
Der Verkauf steht unter dem Vorbehalt der nach belgischem
Recht vorgeschriebenen Informations- und Konsultationsphase sowie der behördlichen
Genehmigungen. Das zuständige Gremium des Werks Mechelen hat diesen Prozess
bereits aufgenommen.
Aumovio-CEO Philipp von Hirschheydt betont die strategische
Dimension des Schritts:
„Wir arbeiten weiter an der Umsetzung unserer Strategie, sorgen für Kontinuität
und geben dem Standort und seinen Mitarbeitenden eine Perspektive für die
Zukunft. Die Dumarey Group hat ihre Wurzeln in Belgien und langjährige
Erfahrung in verschiedenen Industriebranchen – wir sind überzeugt, dass sie der
richtige Eigentümer ist.“
Auch Guido Dumarey, Gründer und Vorsitzender der Dumarey
Group, sieht Chancen trotz der angespannten Marktlage: „Zwar ist die
Automobilindustrie in einer herausfordernden Lage, gleichzeitig können daraus
neue Geschäftsmöglichkeiten entstehen. Für das Werk in Mechelen plane ich, auf
den Erfahrungen in der Fertigung aufzubauen und diese mit weiteren Initiativen
der Dumarey Group zu verbinden.“
Reaktion auf Marktdruck in Europa
Der geplante Verkauf des 1971 gegründeten Werks in Mechelen
ist vor dem Hintergrund eines weiterhin schwierigen Marktumfelds zu sehen. Aumvio
leidet wie die gesamte Zulieferbranche unter der schwachen Nachfrage der
Automobilhersteller, da die globale Fahrzeugproduktion nur schleppend
vorankommt. Verzögerte Serienanläufe, Wechselkurseffekte sowie zusätzliche
Belastungen wie höhere Zölle in Nordamerika dämpfen die Geschäftsentwicklung. Das Management um Chef Philipp von Hirschheydt schließt vor diesem Hintergrund
auch weiteren Druck auf die Profitabilität nicht aus.
Um gegenzusteuern, treibt Aumvio den Konzernumbau und die
Reduzierung von Kapazitäten konsequent voran. Neben Einschnitten in Verwaltung
sowie Forschung und Entwicklung steht auch das Produktionsnetzwerk im Fokus: Weltweit
sollen Standorte geschlossen oder verkauft werden. Zwar wird die finanzielle
Entwicklung, etwa beim Cashflow, von Analysten teils positiv bewertet, doch
belasten Umbaukosten und strukturelle Anpassungen weiterhin das Ergebnis. Der
Verkauf des Standorts Mechelen fügt sich damit in die Strategie ein, den
Konzern in einem herausfordernden Umfeld nachhaltig zu verschlanken und auf
Profitabilität auszurichten.