Subaru

In den USA will Subaru künftig Verbrenner und E-Autos auf einer Linie produzieren. (Bild: Subaru)

Bei den japanischen Automobilherstellern spielt Toyota die unumstrittene Hauptrolle. Nach jahrelangem Sträuben soll die jetzt auch BEVs beinhalten. Bis 2030 wollen die Japaner 30 elektrische Modelle auf den Markt bringen. Im Land der aufgehenden Sonne gilt mehr denn je: Wenn Toyota einen Schritt macht, binden sich die kleineren Autobauer schon mal die Schuhe. Gerade in Zeiten immenser Ausgaben im Zuge der Transformation hin zur Elektromobilität, orientieren sich die sie sich am großen Fixstern, um durch Synergien die R&D-Kosten möglichst gering zu halten.

Dies gilt etwa für Mazda, wo man bei der Elektrifizierung bisher ein eher langsames Tempo anschlug. Dass man mit dem MX-30 bislang lediglich ein batterieelektrisches Modell am Start hat, zeigt, wie bedächtig man sich in Hiroshima an diese neue Art der Mobilität nähert. Dies soll sich in den nächsten drei Jahren ändern, zumal man sich Toyota angenähert hat. Bis 2025 sollen drei BEVs, fünf PHEVs und fünf Hybridmodelle mit Toyota-Technik erscheinen. Eines davon ist der Mazda 2 Vollhybrid, der die Technik des Toyota Yaris nutzt.

Mazda hinkt mit Hybriden hinterher

Immerhin hat Mazda mit dem Crossover CX-60 e-Skyactiv PHEV den ersten Plug-in-Hybrid der Unternehmensgeschichte auf den Markt gebracht. Der Zeitpunkt ist interessant, da sich die meisten anderen Autobauer so langsam von dieser Technik verabschieden. Dies darf man als Ausdruck der anhaltenden Skepsis gegenüber der Elektrifizierung werten. Und so sollen bis 2030 lediglich ein Viertel der verkauften Modelle Elektroautos sein.

Spannend dürfte vor alle die Hybrid-Version des MX-30 werden. Denn das E-Crossover bekommt im nächsten Jahr einen Wankelmotor als Range-Extender verpasst und zugleich eine kleinere Batterie, was die Reichweite über 400 Kilometer wuchtet. Der Crossover CX-60 sowie der siebensitzige CX-80 basieren auf der neuen Skyactiv Multi-Solution Scalable Architecture für größere Fahrzeuge.

Auf der stehen auch die beiden Crossover CX-70 und CX-90, die aber nur für die USA gedacht sind. Auch Diesel- und Otto-Reihensechszylindermotoren mit 48-Volt-Mildhybrid-Technik sind geplant. Der japanische Autobauer will sich seine Unabhängigkeit partout bewahren und bis 2025 die Elektroarchitektur namens „Skyactiv EV Scalable Architecture“ einführen.

Mazda
Mazda ist bei der E-Mobilität vergleichsweise zögerlich. (Bild: Mazda)

Honda und Sony vollziehen Partnerarbeit

Ähnlich technikgetrieben ist Honda. Obwohl der zweitgrößte japanische Autobauer nach wie vor von den globalen Krisen und der Covid-19-Pandemie gebeutelt wird, verbuchte der Konzern im Geschäftsjahr 2021/22 einen konsolidierten Betriebsgewinn von 871,2 Milliarden Yen, was einem Anstieg um 211 Milliarden Yen im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Grund für diese positive Entwicklung sind ein rigoroser Sparplan sowie günstige Währungseffekte.

Glaubt man den Honda-Strategen, geht es weiter bergauf. Nachdem man schon zum Abschluss des Fiskaljahres für die kommenden zwölf Monate einen Anstieg des Betriebsgewinns von 810 Milliarden Yen prognostiziert hatte, erhöhte man diese Vorhersage im August auf 830 Milliarden Yen. Um diesen Aufwärtstrend nachhaltig zu gestalten, will Honda bis 2025 die Gesamtzahl der Ausstattungsvarianten und Optionen im Vergleich zum Jahr 2018 auf ein Drittel reduzieren.

Die geplante Kooperation mit Sony sorgte für reichlich Schlagzeilen, ergibt aber aus Sicht der beiden japanischen Akteure viel Sinn. Um bei den zukünftigen Mobilitätsanforderungen konkurrenzfähig zu bleiben, bringen beide Partner ihre spezielle Expertise ein: Honda beim klassischen Automobilbau inklusive Sales und Aftersales und Sony bei der Bild-Sensorik, dem Infotainment sowie der Konnektivität. Bereits im Jahr 2025 soll das erste gemeinsame Auto auf den Markt kommen, schließlich hatte Sony auf der CES 2022 bereits sein zweites elektrisches Konzeptfahrzeug vorgestellt.

Woher bezieht Honda seine Batterien?

Ungeachtet dessen treibt Honda seine eigene Elektrifizierungsstrategie voran und will seine elektrifizierte Modellpalette bis 2030 auf 30 Modelle aufstocken. Auch hier sollen Partnerschaften, die auf die spezielle Region zugeschnitten sind, dabei helfen, dieses ambitionierte Ziel zu erreichen. Dabei hat Honda vor allem eine zuverlässige Batterie-Lieferkette im Blick. In Nordamerika bezieht man die Ultium-Batterien von GM und prüft die Gründung eines Joint-Venture-Unternehmens für die Batterieproduktion.

In China rückt man näher an CATL heran und in Japan kommen die Akkus für die Mini-EVs von Envision AESC. Schon im nächsten Jahr will man die elektrifizierte Modellpalette ausbauen: mit einem vollelektrischen SUV im B-Segment, einem Vollhybrid-SUV im C-Segment sowie dem neuen CR-V, der erstmals in Europa sowohl mit Vollhybrid- als auch mit Plug-in-Hybrid-Antrieb erhältlich sein wird.

Suzuki macht Indien zur Drehscheibe der E-Mobilität

Bei Suzuki sieht man nach einem harten Corona-Geschäftsjahr 2020 bis 2021 wieder Licht am Ende des Tunnels. Von April 2021 bis März 2022 stieg der Nettoumsatz der Japaner im Vergleich zum Vorjahr um 390,2 Milliarden (12,3 Prozent) auf 3.568,4 Milliarden Yen. Damit die Erholung auch längerfristig anhält, fährt Suzuki weiterhin einen bedächtigen Kurs bei der Modellplanung. Ein fünftüriger Jimny soll die Erfolgsgeschichte des Sympathieträgers zeitnah weiterschreiben.

In Indien will Maruti-Suzuki die Produktion reiner Benziner in den nächsten sieben bis zehn Jahren komplett beenden und 2025 das erste reine Elektroauto verkaufen. Um diesen Zeitplan halten zu können, investiert der Autobauer 1,3 Milliarden US-Dollar in seine Fabrik. Der Subkontinent soll die zentrale Drehscheibe für die Elektrifizierung der Modellpalette werden. Aus diesem Grund installiert der japanische Autobauer ein globales R&D-Zentrum in Indien und verstärkt die Entwicklungsbande mit Toyota, indem ein von Suzuki entwickeltes Hybrid-Fahrzeug in einer Toyota-Fabrik produziert wird.

Suzuki Jimny
Ein fünftüriger Jimny soll die Erfolgsgeschichte von Suzuki fortschreiben. (Bild: Suzuki)

Subaru errichtet neue Fabrik in den USA

Auch bei Subaru schauen die Verantwortlichen optimistisch in die Zukunft. Zumal der asiatische OEM in den USA gut vertreten ist, wo 2027 eine Fabrik für batterieelektrische Autos entstehen soll. Schon vorher sollen auf einer flexiblen Produktionslinie sowohl elektrische als auch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren vom Band laufen.

"Der Markt für Elektroautos hat sich im vergangenen Jahr sehr schnell verändert", erklärt dazu Subaru-CEO Tomomi Nakamura. Der OEM lässt seinen Worten Taten folgen und will in den nächsten fünf Jahren 250 Milliarden Yen (1,93 Milliarden Dollar) in die Elektrifizierung der Modellpalette investieren. Einen ersten Schritt ist man mit dem vollelektrischen SUV Subaru Solterra Electric bereits gegangen.

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