Seat und Cupra haben eigene Batteriemontage eröffnet
Spanien soll für den VW-Konzern das neue Zentrum für bezahlbare Elektroautos werden. Dafür wurde in Seats Stammwerk eine eigene Batteriemontage hochgezogen. Von hier aus werden unter anderem Cupra Raval und ID.Polo beliefert.
Symbolisch drücken die Verantwortlichen auf den Buzzer zur Eröffnung des Batteriemontage-Werks.
Seat
So langsam wird es ernst. Zwar hat die Konkurrenz aus China und teils Europa schon vorgelegt, indem sie kleine, günstigere Elektroautos auf dem Markt gebracht haben. Doch bei Volkswagen ist man überzeugt, dass der eigene Weg zum Erfolg führt. Dafür wurde in Seats Stammwerk in Martorell, nahe Barcelona, ein Batteriemontage-Werk gebaut. Nach zwei Jahren ist es fertig und soll nun vor allem die ebenfalls in Martorell entstehenden Cupra Raval und VW ID.Polo mit Antrieben bestücken. „Martorell ist nun das Epizentrum der Mobilität der Zukunft. Wir sind stolz darauf, das Projekt der urbanen Elektrofahrzeugfamilie für die Markengruppe Core des Volkswagen Konzerns zu leiten und zwei der Modelle zu produzieren, die die Spielregeln der Elektrifizierung verändern werden", sagt Markus Haupt, CEO von Seat und Cupra.
Neuen Batteriemontage als zentrales Element der Elektrifizierungsstrategie
Mit der neuen Batteriemontage macht Seat in Martorell den Schritt vom klassischen Fahrzeugwerk hin zu einem integrierten Elektromobilitätsstandort. Die Anlage ist darauf ausgelegt, Batteriesysteme im industriellen Takt für die kommende Generation kompakter Elektrofahrzeuge des Volkswagen-Konzerns zu fertigen. Herzstück ist eine hochautomatisierte Produktion, die alle 45 Sekunden ein vollständiges Batteriesystem ausliefert. Hochgerechnet ergibt das eine Kapazität von bis zu 300.000 Einheiten pro Jahr. Die Batterien gelangen dabei nicht per Lkw, sondern über eine rund 600 Meter lange, automatisierte Brücke direkt in die Fahrzeugmontage – ein Logistikkonzept, das Effizienzgewinne und CO₂-Einsparungen gleichermaßen verspricht.
Nachhaltigkeit als integraler Bestandteil der Fabrik
Der Neubau ist nicht nur auf Volumen, sondern logischerweise auch auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Auf dem Dach der Halle sind 11.000 Solarpaneele installiert, die künftig rund 70 Prozent des Strombedarfs der Batteriemontage decken sollen. Ergänzt wird das Energiekonzept durch ein Wasserauffangsystem, das der OEM mit einem Fassungsvermögen von drei olympischen Schwimmbecken vergleicht (Anm. d. Red.: Etwa 7.500.000 Liter Wasser). So werde Regenwasser für industrielle Prozesse nutzbar gemacht. Seat betont, dass die Batteriemontage damit ein zentraler Baustein zur Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks des Standorts ist. Insgesamt hat der Volkswagen-Konzern drei Milliarden Euro in die Elektrifizierung des Werks Martorell investiert, eingebettet in ein Gesamtinvestment von rund zehn Milliarden Euro in Spanien.
Martorell als Schlüsselstandort für bezahlbare Elektromobilität
Mit der Batteriemontage unterstreiche Seat den Anspruch, Spanien zum Zentrum für erschwingliche Elektrofahrzeuge im Volkswagen-Konzern zu machen. Das Werk ist Teil des Projekts der urbanen Elektrofahrzeugfamilie der Markengruppe Core, die vier vollelektrische Modelle von drei Marken umfasst. Neben dem Cupra Raval und dem Volkswagen ID. Polo in Martorell entstehen der Škoda Epiq sowie der Volkswagen ID. Cross im Werk Navarra.
Für Martorell selbst bedeute das eine klare Zukunftsperspektive: Das Werk ist bereits heute das drittgrößte Produktionswerk des Konzerns in Europa und steht für rund ein Viertel der Fahrzeugproduktion in Spanien. Perspektivisch soll die Kapazität auf bis zu 600.000 Fahrzeuge pro Jahr steigen, davon bis zu 300.000 vollelektrische Modelle.