Nach massivem Absatztief

Nio entlässt Deutschland-Chef Sultzer

Nio trennt sich nach einem massiven Absatztief von Deutschland-Chef David Sultzer. Die Europa-Zentrale in Amsterdam übernimmt hierzulande vorerst die Steuerung des E-Auto-Neulings.

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David Sultzer übernahm erst im Sommer 2024 die Position des General Manager für Nio Deutschland.

Der chinesische Elektroautohersteller Nio hat seinen Deutschland-Chef David Sultzer abgesetzt. Das bestätigte das Unternehmen gegenüber dem Magazin kfz-betrieb. Sultzer, der die Position erst seit Juni 2024 innehatte, habe seine Funktion im Zuge einer europaweiten Umstrukturierung niedergelegt. Einen direkten Nachfolger werde es nicht geben, stattdessen soll das Geschäft künftig stärker aus der Europa-Zentrale in Amsterdam gesteuert werden, schreibt das Magazin.

Nio mit Quasi-Null-Absatz in Deutschland

Auslöser für die Personalentscheidung sind die zuletzt massiv eingebrochenen Zulassungszahlen. Laut Kraftfahrt-Bundesamt wurde im Januar 2026 in Deutschland nur ein einziges Nio-Fahrzeug neu zugelassen – ein historischer Tiefstand, nachdem die Marke bereits in den Vorjahren deutliche Rückgänge verzeichnet hatte.

Nio hatte seit seinem Markteintritt 2022 mehrfach die Führungsebene in Deutschland gewechselt; mit Sultzer verliert das Unternehmen bereits den vierten Deutschland-Chef innerhalb von gut drei Jahren. Parallel befindet sich die europäische Organisation in einem laufenden Restrukturierungsprozess, zu dem Nio bislang keine weiteren Details nennt.

Die starke Abhängigkeit vom europäischen Markt, hohe Importzölle und ein überaltertes Modellangebot gelten laut mehreren Branchenberichten als zusätzliche Belastungsfaktoren für die Marke.