Studienergebnisse zu Automatisierung und Robotik

Humanoide Roboter kommen in den Fabriken an

Eine neue Studie sieht humanoide Roboter vor dem Sprung in Produktion und Logistik. Vor allem China baut seine Marktführerschaft aus, während Unternehmen auf sinkende Kosten und schnelle Amortisation hoffen.

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An dieses Bild können wir uns gewöhnen: Laut einer aktuellen Studie werden menschenähnliche Roboter mehr und mehr zur Realität in Fabriken weltweit.

Humanoide Roboter rücken näher an den industriellen Einsatz. Das zeigt die neue „2026 Humanoid Robot Study“ von Nexery und Consult Ing. Weltweit arbeiten demnach inzwischen rund 90 Unternehmen an entsprechenden Systemen, nach etwa 55 im Vorjahr. Besonders dynamisch wächst China, das inzwischen 53 Prozent der relevanten Anbieter stellt. Die USA kommen auf 17 Prozent, der Rest der Welt auf 30 Prozent.

Das größte Potenzial sehen die Autoren in Produktion und Logistik. Zwischen 40 und 60 Prozent der heute noch manuell ausgeführten Tätigkeiten könnten dort grundsätzlich automatisiert werden. Besonders hoch ist die Relevanz laut Studie in der Logistik, aber auch in Produktionsprozessen erwarten Unternehmen Effizienzgewinne und sinkende Kosten.

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Sinkende Kosten erhöhen den Druck auf die Industrie

Treiber der Entwicklung sind nicht nur technologische Fortschritte, sondern auch die Kosten. Industrielle humanoide Roboter könnten laut Studie bis Ende des Jahrzehnts auf unter 55.000 US-Dollar pro System sinken. In geeigneten Anwendungen seien sogar Amortisationszeiten von weniger als einem Jahr möglich. Neue Modelle wie Robot-as-a-Service sollen die Einstiegshürden zusätzlich senken.

Rund 73 Prozent der befragten Unternehmen planen bereits konkret den Einsatz von Embodied-AI-Systemen in den kommenden Jahren. Erste kommerzielle Deployments erwarten die Studienautoren noch 2026. Vollautonome humanoide Roboter sehen sie allerdings erst nach 2030 in einem realistischen industriellen Einsatz. Trotz Fortschritten bei Mobilität, Manipulation und KI-basierter Steuerung bestehen weiter Einschränkungen bei Autonomie, Energieeffizienz und feinmotorischen Fähigkeiten.

Über die Studie

Für die dritte Neuauflage ihrer Untersuchung haben Nexery und Consult Ing. nach eigenen Angaben 152 Experten aus der Industrie befragt. Ergänzt wurde das durch drei Fallstudien zu realen manuellen Prozessen in der Automobilproduktion, der Halbleiterindustrie und der industriellen Lohnfertigung. Ziel war es, konkrete Einsatzfelder und Effizienzpotenziale humanoider Robotik in realen Produktionsumgebungen zu identifizieren.