Nissan stoppt E-Auto-Pläne für US-Werk
Nissan gibt die geplante E-Auto-Produktion im US-Werk Canton, Mississippi, auf. Statt lokaler Stromer-Fertigung setzt der Hersteller auf Importe und baut parallel die Produktion konventionell angetriebener Fahrzeuge aus.
Nissans E-SUV Ariya kommt doch nicht in die USA.
Nissan
Nissan hat seine Pläne für eine Elektroauto-Produktion in
den USA vollständig aufgegeben. Wie Nissan North America gegenüber dem Portal Nikkei
bestätigt, wird es im Werk Canton im Bundesstaat Mississippi keine Fertigung
von Elektrofahrzeugen geben. Der Schritt ist Teil einer strategischen
Überprüfung, nachdem der US-Absatz von Elektroautos mit dem Auslaufen
staatlicher Förderprogramme deutlich nachgelassen hat.
Zuvor hatte der japanische Hersteller bereits die Produktion
eines neuen Modelljahrgangs des in Japan gefertigten Elektro-SUV Ariya für den
US-Markt ausgesetzt und dies mit der angespannten Marktsituation begründet.
Mehrere E-Projekte bereits zuvor gekippt
Die E-Auto-Pläne für Canton waren schon länger ins Stocken
geraten. Ursprünglich wollte Nissan dort ab 2028 zwei elektrische
Crossover-Modelle bauen – eines unter der Kernmarke Nissan und eines für die
Premiummarke Infiniti. Im Juli des vergangenen Jahres wurde das Projekt
zunächst verschoben, um die Entwicklung des Marktes nach dem Ende der
Förderungen abzuwarten. Im Oktober folgte dann die vorläufige Stilllegung, nun
die endgültige Absage.
Bereits zuvor hatte Nissan weitere Elektrifizierungs-Vorhaben
für den US-Markt verworfen. Dazu zählen zwei elektrische Limousinen – ebenfalls
jeweils für Nissan und Infiniti sowie ein kleineres E-SUV, das nie in die
Umsetzungsphase kam.
Fokus auf Importe und konventionelle Antriebe
Statt der ursprünglich geplanten fünf in den USA
produzierten Elektrofahrzeuge wird Nissan den amerikanischen Markt künftig nur
noch mit importierten E-Autos bedienen, darunter der neue Leaf. Im Gegenzug
soll das Werk Canton stärker für die Fertigung von Fahrzeugen mit
Verbrennungsmotor genutzt werden. Hintergrund ist, dass sich solche Fahrzeuge
in den USA seit der Beendigung der E-Auto-Förderung wieder deutlich besser
verkaufen.
Wie Nissan wieder wachsen will
Die Entscheidung passt in den größeren Kontext von Nissans
jüngst vorgestellter Unternehmensstrategie. Der Hersteller will seine
Investitionen stärker auf rentable Märkte und Technologien konzentrieren,
Kosten senken und flexibler auf regionale Nachfrage reagieren. Statt eines
schnellen Hochlaufs der Elektromobilität in allen Regionen setzt Nissan
verstärkt auf einen ausgewogenen Antriebsmix, einschließlich effizienter
Verbrenner und elektrifizierter Modelle wie Hybridfahrzeuge.
In den USA bedeutet das eine stärkere Orientierung an der
tatsächlichen Kundennachfrage und am wirtschaftlichen Umfeld – selbst wenn dies
zulasten lokaler E-Auto-Produktion geht. Damit folgt Nissan seiner neuen Linie,
Wachstum gezielter und risikobewusster zu verfolgen, wie sie zuletzt auch in
der überarbeiteten Konzernstrategie beschrieben wurde.