Volvo verlagert Produktion des Polestar 3 in die USA
Volvo Cars und Polestar bündeln die Fertigung des bislang in China hergestellten Polestar 3 künftig im US-Werk Charleston. Dafür erhöhen die Schweden mittels groß angelegter Umwandlung von Krediten ihren Anteil an Polestar auf knapp 20 Prozent.
Redaktion Redaktion
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Bislang wurde der Polestar 3 ausschließlich in Chengdu, in der chinesischen Provinz Sichuan, produziert.Polestar
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Volvo Cars und Polestar wollen die Produktion des Polestar 3
künftig vollständig am US‑Standort Ridgeville konsolidieren. Bislang liefen die
elektrischen SUVs im chinesischen Chengdu vom Band. Laut Unternehmen soll der
Schritt Synergien schaffen und die Produktionsstrukturen straffen.
„Die Konsolidierung der globalen Polestar‑3‑Produktion in
Charleston schafft Effizienz für beide Unternehmen“, so Volvo‑CEO Håkan
Samuelsson.
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Volvo erhöht Anteil an Polestar
Um diesen Schritt möglich zu machen, will Volvo seinen
Einfluss bei der Elektrotochter durch einen umfangreichen Tausch von Schulden
zu Eigenkapital erhöhen. Konkret wandelt Volvo Cars zunächst 272 Millionen
US-Dollar eines ausstehenden Wandelkredits in Polestar-Aktien um. Damit steigt
Volvos Anteil an Polestar von derzeit 9,8 auf 19,9 Prozent. Die Geely Sweden
Holdings AB wird anschließend rund 300 Millionen
US‑Dollar ebenfalls in Aktien tauschen.
Insgesamt werden 339 Millionen
US‑Dollar des ursprünglich eine Milliarde US‑Dollar
umfassenden Darlehens in Eigenkapital umgewandelt. Die Maßnahmen sind ein
klares Zeichen: Polestar benötigt finanzielle Stabilität – und Volvo Cars ist
bereit, dafür stärker ins Risiko zu gehen.
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Charleston wird zum Schlüsselstandort
Volvos Werk in Ridgeville, South Carolina.Volvo
Mit der Bündelung der Polestar‑3‑Produktion steigt die
Bedeutung des Werks in South Carolina weiter. Bereits heute wird dort der
vollelektrische Volvo EX90 gebaut, der ebenso wie der Polestar 3 auf der SPA2‑Plattform
basiert.
Ob der Standort mittelfristig effizient mit dieser
Modellvielfalt umgehen kann, ist offen. Dass Volvo die Produktion des Polestar
3 aus China abzieht, könnte zudem als Hinweis auf schwächere Absatzperspektiven
in China oder auf eine Reaktion auf geopolitische Risiken interpretiert werden.
Polestar unter Druck – Volvo übernimmt das Steuer
Die parallele Neuausrichtung von Produktion und Finanzierung
zeigt: Polestar kämpft weiterhin mit seiner Positionierung im Markt und seiner
Kapitalstruktur. Die Konsolidierung im US‑Werk dürfte vor allem Kosten senken,
während die Kapitalmaßnahmen dem angeschlagenen E‑Hersteller dringend
notwendige Stabilität verschaffen sollen.
Volvo Cars spricht von einer „Stärkung der Partnerschaft“,
doch die Schritte machen deutlich, dass Polestar ohne die finanzielle und
operative Unterstützung der Muttermarke kaum handlungsfähig wäre.