Fertigung von Dachsystemen in der Region Delhi

Webasto baut in Indien ein drittes Werk

Zulieferer Webasto will die wachsende Nachfrage nach öffenbaren Dächern auf dem indischen Fahrzeugmarkt bedienen und kündigt die Eröffnung eines dritten Produktionsstandorts an. Die Anlage in der Region Delhi soll im vierten Quartal in Betrieb gehen.

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Webasto wird ein drittes Produktionswerk in Indien eröffnen. Die neue Anlage in der Region Delhi 
soll im vierten Quartal 2026 in Betrieb gehen.
Webasto baut einen Produktionsstandort für Dachsysteme in Indien auf.

Nicht nur auf dem enorm wichtigen chinesischen Markt sind Dachsysteme, zumal wenn sie sich öffnen lassen, gefragte Fahrzeug-Features. Die Ankündigung eines neuen Werks zwischen Manesar und Kharkhoda in der nordindischen Region Delhi erfolgt dem Top 100-Zulieferer Webasto zufolge vor dem Hintergrund der steigenden Nachfrage nach öffenbaren Dachsystemen für den dortigen Automobilmarkt. Das neue Werk soll überwiegend Kunden in dieser Region beliefern und ist auf eine jährliche Kapazität von etwa 500.000 Einheiten ausgelegt. Die neue Anlage soll bereits im vierten Quartal 2026 in Betrieb gehen.

Webasto plant eine Gesamtkapazität von zwei Millionen Dächern

Der Zulieferer ist rund um den Globus aktiv, seine Dachsysteme haben hierzulande etwa im bayerischen Schierling eine lange Tradition, im Dachsysteme-liebenden China ohnehin. Doch das Unternehmen will auch in Indien am expandierenden Markt für automobile Dächer teilnehmen.  Mit dem neuen Standort sowie mit bestehenden Werken im Westen und Süden des Landes sei man nun in allen wichtigen Automobilclustern Indiens vertreten und erhöhe die Gesamtkapazität auf zwei Millionen Dächer pro Jahr, heißt es von Seiten des Unternehmens. Das neue Werk soll die Nähe zu den Kunden sicherstellen, die Flexibilität erhöhen und die Strategie des Unternehmens stärken, direkt in den Zielmärkten zu produzieren.

Webastos CEO Jörg Buchheim hat im Vorfeld der aktuellen Meldung zu Beginn des Jahres an einer deutschen Wirtschaftsdelegation teilgenommen, die Bundeskanzler Friedrich Merz auf einer offiziellen Indienreise begleitete. Bei Webasto sieht man dies als weiteren Beleg für die wachsende Bedeutung Indiens für die deutsche Industrie und für das Unternehmen. Die Dachsparte des Zulieferers, der freilich ebenso für Elektromobilität und seine Heizsysteme bekannt ist, befindet sich in einer Art Switch zu einer sogenannten „All Roof Company“ und bietet ein Beispiel dafür, wie sich durch M&A-Aktivität das eigene Profil schärfen lässt – ein Kurs, den Jan Henning Mehlfeldt als Vorstand für das Dachgeschäft bewusst mit seinem Team verantwortet.  

Indien hat eine zunehmende Bedeutung für den Zulieferer

Vikas Prasad, Präsident Webasto India, erklärt die Bedeutung des künftigen Standorts: „Mit unserem dritten Standort können wir unsere Kunden noch besser unterstützen und Lösungen anbieten, die optimal auf die Vielfalt des indischen Markts zugeschnitten sind.“ Gesamt hat Webasto seit 2019 mehr als 110 Millionen Euro in den Ausbau seines Indien-Geschäfts investiert. Bis 2030 sind insgesamt 174 Millionen Euro eingeplant. Vor diesem Hintergrund betont Webasto-Chef Jörg Buchheim: „Unsere Investition in einen dritten indischen Standort zeigt, welche Schlüsselrolle dieser Markt inzwischen für die globalen Aktivitäten von Webasto spielt.“ Der CEO spricht daher auch von Indien als einem Motor für die Mobilität der Zukunft.