Autonome Intralogistik

BMW bringt automatisiertes Fahren ins Werk Spartanburg

BMW weitet sein System für automatisiertes Fahren im Werk auf die USA aus. Nach mehreren europäischen Standorten soll die Technologie künftig auch in Spartanburg zum Einsatz kommen. Ziel sind effizientere Logistikabläufe und eine stärkere Vernetzung der Produktion.

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Ein schwarzer Mini fährt in einer hellen Werkhalle an einem Warnschild vorbei.
In den Werken von BMW und Mini rollen seit einigen Jahren fertige Fahrzeuge autonom durch die Werkshallen.

Die BMW Group treibt die Digitalisierung ihrer Produktion weiter voran und plant den nächsten großen Ausbauschritt für das System „Automatisiertes Fahren im Werk“ (AFW). Nachdem die Technologie bereits in Dingolfing, Leipzig, Regensburg und im Mini-Werk Oxford eingesetzt wird, soll sie künftig auch im US-Werk Spartanburg eingeführt werden.

Damit erreicht das Projekt eine neue Dimension: Erstmals wird die Lösung außerhalb Europas in das globale Produktionsnetzwerk des Herstellers integriert. BMW sieht in der Technologie einen zentralen Baustein für die weitere Automatisierung und Vernetzung von Produktions- und Logistikprozessen.

Rollout in den USA als nächster Skalierungsschritt

Seit dem Pilotstart im Werk Dingolfing im Jahr 2022 hat sich AFW schrittweise von einer Technologieerprobung zu einer serienreifen Anwendung entwickelt. Heute werden im BMW-Produktionsverbund nach Unternehmensangaben täglich rund 3.500 Fahrzeugbewegungen automatisiert durchgeführt. Insgesamt sollen bereits über eine Million solcher Fahrten durchgeführt worden sein, teilt BMW mit.

„Wir haben das Potenzial des automatisierten Fahrens im Werksumfeld früh erkannt, im Pilotbetrieb erprobt und konsequent zur Serienreife entwickelt. Nun rollen wir die Technologie weltweit aus“, sagt BMWs Produktionsvorstand Raymond Wittmann. Nach Angaben des Unternehmens ist die Lösung so ausgelegt, dass sie sich an unterschiedliche Werksstrukturen, Fahrzeugarchitekturen und Produktionsabläufe anpassen lässt. Der geplante Einsatz in Spartanburg soll daher den Nachweis erbringen, dass die Technologie international skalierbar ist.

Fahrzeuge kommunizieren mit Produktionsumgebung

AFW ermöglicht es, Neufahrzeuge fahrerlos durch definierte Produktions- und Logistikbereiche zu bewegen. Die Fahrzeuge reagieren dabei selbstständig auf andere Fahrzeuge, Personen, fahrerlose Transportsysteme oder temporäre Hindernisse.

Einen weiteren Integrationsschritt zeigt derzeit das Mini-Werk Oxford. Dort sind automatisiert fahrende Fahrzeuge erstmals direkt mit bestehenden Anlagensteuerungen vernetzt. Das System positioniert Fahrzeuge selbstständig an einer Hebevorrichtung, an der anschließend definierte Produktionsschritte erfolgen. Die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Produktionsanlage erfolgt über eine cloudbasierte Plattform.

Die Grundlage für das automatisierte Fahren im Werk bilden entlang der Fahrstrecken installierte Lidar-Sensoren, eine Cloud-Architektur sowie Software zur Bewegungsplanung. Die Sensorik erfasst kontinuierlich die Umgebung und ermöglicht die Navigation der Fahrzeuge in Echtzeit. Künstliche Intelligenz unterstützt zudem Simulation, Betrieb und Weiterentwicklung des Systems. Eine Schlüsselrolle spielt dabei das Werk Dingolfing. Dort betreibt BMW nach eigenen Angaben die größte Lidar-Infrastruktur Europas für industrielle Anwendungen und gewinnt daraus Erkenntnisse für den konzernweiten Ausbau der Technologie.

Kooperation mit Embotech

Entwickelt wurde AFW gemeinsam mit dem Schweizer Unternehmen Embotech. Die Zusammenarbeit begann über die BMW Startup Garage und wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut. Seit Dezember 2024 ist zudem die Venture-Capital-Gesellschaft BMW i Ventures an Embotech beteiligt.

Mit dem bevorstehenden Rollout in Spartanburg forciert BMW den weltweiten Ausbau der Technologie. Der Fokus liegt dabei weniger auf einzelnen Pilotanwendungen als auf der schrittweisen Standardisierung automatisierter Fahrzeugbewegungen im globalen Produktionsnetzwerk.