Schwere Zeiten beim Zulieferer
Bosch baut bisher 6.000 Stellen in Deutschland ab
Bosch baut in der Mobilitätssparte weiter massiv Stellen ab: Bereits 6.000 Jobs sind weggefallen, insgesamt sollen 22.000 folgen. Der Konzern setzt auf freiwillige Programme – doch die größte Belastung steht noch bevor.
„Der größte Weg liegt also noch vor uns.“ Bosch-Boss Stefan Hartung erwartet einige sehr herausfordernde Jahre beim Autozulieferer.
Bosch / MARTIN STOLLBERG
Der Technologiekonzern Bosch hat in der Mobilitätssparte
bisher rund 6.000 Stellen in Deutschland abgebaut. Das sagte Bosch-Chef Stefan
Hartung der Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten. Der
weltgrößte Autozulieferer reagiert auf die sich wandelnde Branche und die
verhaltene Nachfrage nach Elektroautos unter anderem mit einem großangelegten
freiwilligen Abbauprogramm beim Personal. Insgesamt sind davon in der
Kfz-Sparte rund 22.000 Stellen am Standort Deutschland betroffen, die in den
nächsten Jahren wegfallen sollen.
Hartung sagte weiter: „Der größte Weg liegt also noch vor uns.“ Darüber hinaus
habe man in den Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern in den vergangenen
Monaten Abschlüsse an fast allen betroffenen Standorten erreicht. „Das war für
beide Seiten sehr anspruchsvoll, aber leistet einen entscheidenden Beitrag zur
Schließung der Kostenlücke und damit zur Sicherung der Wettbewerbs- und
Zukunftsfähigkeit von Bosch“, betonte der 60-Jährige, der seit 2022
Vorsitzender der Geschäftsführung ist.
Der Konzern hat für 2025 Rückstellungen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro für den
Stellenabbau gebildet. Auf dem Papier seien damit alle finanziellen Lasten
berücksichtigt, wurde Hartung weiter zitiert: „In der Realität natürlich noch
nicht.“ Die Rückstellungen zögen die Belastungen bei den Gewinnen vor, aber das
Geld für ausscheidende Beschäftigte werde erst in den kommenden Jahren
abfließen. 2025 hat Bosch laut dem Bericht knapp 900 Millionen Euro an scheidende Mitarbeiter
ausgezahlt. „Die restlichen Mittel werden erst in den Folgejahren eingesetzt,“
sagte der Konzern-Chef, „die eigentliche Liquiditätsbelastung kommt also noch.“
Unternehmen setzt auf sozialverträglichen Stellenabbau
Eine Bosch-Sprecherin sagte, mit Angeboten für Vorruhestand und Altersteilzeit,
auf Freiwilligkeit basierenden Abfindungen und Vermittlung auf andere interne
oder externe Stellen soll der an den Standorten erforderliche Personalabbau
möglichst sozialverträglich umgesetzt werden.
„Die lokalen Vereinbarungen sehen auch Maßnahmen wie
Investitionen in Zukunftsfelder und die Sicherung von Ausbildungsabteilungen
vor.“ Das leiste einen entscheidenden Beitrag zur Schließung der Kostenlücke
von jährlich 2,5 Milliarden Euro bei der Mobilitätssparte und damit zur
Sicherung der Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit von Bosch.