Großauftrag vom Premium-OEM

Bosch baut langfristig E-Motoren für Mercedes-Benz

Bosch liefert künftig Elektromotoren in großem Volumen an Mercedes-Benz. Der Auftrag bis in die 2030er Jahre hinein sichert Bosch eine wichtige Einnahmequelle in schwierigen Zeiten.

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Bosch wird bis ins nächste Jahrzehnt hinein zentrale Komponenten für die E-Modelle von Mercedes-Benz herstellen.

Bosch baut seine Position in der Elektromobilität weiter aus. Der Zulieferer hat von Mercedes-Benz einen Großauftrag für die Lieferung von E-Motoren erhalten. Die Vereinbarung ist langfristig angelegt und umfasst die Versorgung der nächsten Generation elektrischer Antriebe bis in die 2030er Jahre.

„Der neue Auftrag bekräftigt unsere langjährige Partnerschaft mit Mercedes-Benz und zeigt, dass wir unsere Kompetenzen auch in technologisch anspruchsvollen Projekten erfolgreich einbringen“, sagt Markus Heyn, Bosch-Geschäftsführer und Vorsitzender von Bosch Mobility.

Serienkompetenz als entscheidender Faktor

Der Auftrag reiht sich in eine Reihe von Projekten ein, die Bosch im Jahr 2025 akquiriert hat. Nach Angaben des Unternehmens wurden weltweit mehr als 70 Kundenprojekte gewonnen. Insgesamt beliefert Bosch aktuell mehr als 50 Automobilhersteller mit Komponenten und Lösungen für die Elektromobilität.

Für Heyn liegt der Kern des Erfolgs in der Industrialisierung: „Wir überzeugen Kunden mit unserer Kernkompetenz, komplexe Technik in hohen Stückzahlen mit signifikanten Skaleneffekten weltweit entwickeln und fertigen zu können.“ Bosch liefere entsprechende Lösungen für alle relevanten Märkte.

Technologischer Fokus auf Effizienz und Skalierung

Die E-Motoren von Bosch erreichen laut Unternehmen einen Wirkungsgrad von bis zu 98 Prozent. Grundlage hierfür ist unter anderem eine neue Wicklungstechnologie. Ergänzt wird der Ansatz durch eine Rotor-Ölkühlung, die die thermischen Eigenschaften verbessert.

Ein weiterer Aspekt ist die Plattformstrategie: Die Elektromotoren lassen sich in ihrer Länge variieren und damit an unterschiedliche Leistungsanforderungen anpassen. Das soll den Einsatz über verschiedene Fahrzeugarchitekturen hinweg erleichtern und den Integrationsaufwand sowie Kosten reduzieren

Globale Fertigung in widrigen Zeiten

Bosch treibt parallel den industriellen Hochlauf voran. Für 2026 plant das Unternehmen die Produktion von mehr als sieben Millionen Komponenten für das elektrische Fahren. Derzeit entstehen weltweit rund sieben Elektromotoren pro Minute.

Neben Europa gewinnen internationale Märkte weiter an Bedeutung. In Indien arbeitet Bosch im Rahmen eines Joint Ventures mit Tata Autocomp Systems an der Entwicklung und Fertigung von E-Achsen für den lokalen Markt.

Wie andere Zulieferer auch kämpft Bosch derzeit mit großen Herausforderungen in der Automobilbranche, unter anderem stellt die schwache Nachfrage nach E-Autos ein großes Problem dar. Der weltweit größte Autozulieferer muss daher in den kommenden Jahren rund 22.000 Stellen im Automotive-Geschäft abbauen. Die Kosten für den umfangreichen Stellenabbau belasteten zuletzt vor allem die Profite von Bosch.