Ein Mercedes-Benz EQS fährt entlang eines Sees

2021 wird als das Jahr der Elektromobilität in die Geschichte eingehen. Zahlreiche OEMs verkünden ihren Ausstieg aus der Verbrennertechnologie und stellen neue E-Modelle vor. Der EQS von Mercedes-Benz (im Bild) gilt als eines der fortschrittlichsten Autos überhaupt. (Bild: Daimler)

2021 als "Krisenjahr" zu bezeichnen, erscheint auf den ersten Blick trivial. Die anhaltende Corona-Pandemie setzt den Menschen nach wie vor zu und viele Wirtschaftszweige sehen sich immensen Problemen gegenübergestellt. Im Hinblick auf die Autobranche lässt sich die Lage jedoch nicht so einfach zusammenfassen: Die Coronakrise sowie der anhaltende Halbleitermangel stellen die Branche zwar ganzheitlich vor immense Herausforderungen, jedoch teilt sich die Autoindustrie aufgrund der anhaltenden Probleme zunehmend in Gewinner und Verlierer auf.

Während zahlreiche Zulieferer um ihr Überleben kämpfen müssen, erarbeiten die Autobauer infolge ihrer Fokussierung auf margenstarke Modelle nie dagewesene Gewinne. Laut einer EY-Studie konnten die 16 weltweit größten Hersteller ihre operativen Gewinne im dritten Quartal 2021 um 11,4 Prozent auf ein neues Rekordhoch steigern, obwohl die Absatzzahlen um 16 Prozent sanken. Eine aktuelle Alix Partners-Studie zeigt zudem, dass die Hersteller insbesondere im Bereich der Elektromobilität künftig eine deutlich höhere Quote an Eigenleistung erzielen möchten als bisher. Die Aussichten für Zuliefererunternehmen sind somit in einem ohnehin kritischen Marktumfeld alles andere als rosig.

Gleichzeitig müssen allerdings alle Player der Branche trotz der anhaltenden Krisen zunehmend in relevante Wettbewerbsvorteile rund um Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Elektromobilität investieren. Es wird deutlich: Die Autoindustrie ist an den Krisen des Jahres 2021 nicht zerbrochen, aber sie ist doch in eine Schieflage geraten, deren Konsequenzen sich nicht nur im kommenden Jahr, sondern vermutlich auch weit darüber hinaus manifestieren werden.

Das Automotive-Jahr im Überblick

1. Quartal: Januar, Februar, März

2. Quartal: April, Mai, Juni

3. Quartal: Juli, August, September

4. Quartal: Oktober, November, Dezember

Im Januar nimmt Stellantis den Betrieb auf

  • Bedingt durch die anhaltende Coronakrise muss die CES 2021 als virtuelle Veranstaltung stattfinden, was die Autohersteller nicht davon abhält, zahlreiche Neuerungen vorzustellen. So zeigt unter anderem BMW das Curved Display, das im neuen BMW iX und danach im i4 seine Premiere feiern wird, Daimler kontert mit dem Hyperscreen, der ab dem Sommer den Mercedes EQS zieren wird. FCA zeigt mit UConnect 5 die neue Version des eigenen Infotainment-Systems.
  • Nach dem Zusammenschluss von PSA und Fiat Chrysler entsteht mit Zustimmung der Aktionäre der Stellantis-Konzern, der zu Anfang des Jahres den Betrieb aufnimmt. Durch die Mega-Fusion erreicht das neue französisch-italienische Unternehmen den Status als weltweit viertgrößter Autobauer. Gleichzeitig gibt Stellantis das künftige Führungsteam bekannt: An der Spitze des Unternehmens steht CEO Carlos Tavares. Die Verantwortung für das Amerika-Geschäft übernimmt Mike Manley, Silvia Vernetti leitet den Bereich Global Corporate Office.
  • Volkswagen baut den eigenen Standortverbund konsequent in Richtung der Elektromobilität um: In der Gläsernen Manufaktur Dresden läuft der erste ID.3 vom Band, gleichzeitig kündigt der Hersteller an, an den eigenen Standorten im Laufe des Jahres 750 Ladesäulen aufzubauen, darunter auch Supercharger mit einer Leistung von bis zu 300 Kilowatt. Volkswagen Nutzfahrzeuge nutzt hingegen den Jahreswechsel für Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen im Werk Hannover. Unter anderem entstehen hier neue Produktionslinien für E-Fahrzeuge.
ID3-Produktion in Dresden
In der Gläsernen Manufaktur laufen im Januar die ersten ID.3 vom Band. (Bild: Volkswagen)

Der Februar steht im Zeichen der Daimler-Neuaufstellung

  • Toyota legt gemeinsam mit der Unternehmenstochter Woven Planet Holdings den Grundstein für die Woven City am Fuße des Mount Fuji. In der „Stadt der Zukunft“ sollen Technologien aus unterschiedlichsten Bereichen in einem realen Umfeld erprobt werden – vom automatisierten Fahren und Mobilitätslösungen bis hin zur Robotik und künstlichen Intelligenz.
  • BMW beginnt mit dem Roll Out der neusten Version des BMW Operating System 7. Mehr als 20 Modelle und insgesamt über eine Million Fahrzeuge weltweit werden mit der Softwareaktualisierung versorgt. Die nach eigenen Angaben größte OTA-Kampagne eines europäischen Herstellers vertieft unter anderem die Integration von Amazon Alexa in die Fahrzeuge des Münchner Herstellers.
  • Um die Weichen für den Rollout von Elektrofahrzeugen zu stellen, investiert Ford rund eine Milliarde US-Dollar in den Umbau des Werks in Köln. Insgesamt möchte der US-Hersteller bis 2025 rund 22 Milliarden Dollar in die Elektromobilität und sieben Milliarden Dollar in das autonome Fahren investieren. Ab 2030 möchte der Hersteller ausschließlich Autos mit E-Antrieb verkaufen.
  • Daimler kündigt eine Neuaufstellung des Konzerns an und möchte das Geschäft auf zwei eigenständige Unternehmen aufteilen. Künftig soll es nur noch die Mercedes-Benz AG für Autos und Vans sowie die Daimler Truck AG für Lastwagen und Busse geben. Zudem kündigt der Hersteller die Absicht an, mit Daimler Truck in diesem Jahr an die Börse gehen.
  • Mit Milliardenhilfen will die Bundesregierung vor allem kleine und mittlere Autozulieferer beim Strukturwandel unterstützen. Insgesamt geht es um einen Förderumfang von insgesamt 1,5 Milliarden Euro für die Jahre 2021 bis 2024. Ziel sei, mit Investitionen die Transformation der Branche voranzutreiben - beim autonomen Fahren, bei der digitalisierten und nachhaltige Produktion, der Entwicklung datengetriebener Geschäftsmodelle sowie beim Umstieg auf alternative Antriebe, so das BMWI. Gleichzeitig beschließt das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf, der einen Rechtsrahmen setzen soll für autonome Fahrzeuge der Stufe 4.
  • Der DAT Report 2021 zeigt einen deutlichen Mobilitätstrend des Jahres auf: Das eigene Fahrzeug gewinnt aufgrund der Coronapandemie zunehmend an Bedeutung. Der Studie zufolge setzt sich jeder vierte Pkw-Halter seit der Corona-Krise häufiger ins Auto als vor Beginn der Pandemie. In großen Städten gibt ein knappes Drittel an, den Pkw häufiger als vorher zu nutzen. Zwei Drittel der Befragten nutzten seltener als bisher oder überhaupt nicht den ÖPNV.
  • Vollelektrische Modelle des Audi-Konzerns basieren künftig auf der gemeinsam mit Porsche entwickelten Premium Platform Electric. Dafür bereitet der OEM die Serienproduktion einer neuen Antriebsgeneration am ungarischen Standort in Györ vor. Unter anderem wird dazu in der Antriebsproduktion von Audi Hungaria ein neuer Fertigungsbereich eingerichtet und eine bestehende Produktionshalle ausgebaut, um nötige Prozessschritte unterzubringen.
  • Die Warnungen des Volkswagen-Konzerns erweisen sich schnell als wahr und die ersten konkreten Folgen des Chipmangels werden im Februar deutlich. Volkswagen selbst drosselt die Produktion in Wolfsburg und muss in Emden Kurzarbeit anmelden. Auch bei Audi gehen fast 10.000 Mitarbeiter in Ingolstadt und Neckarsulm in Kurzarbeit. Daimler muss in Rastatt und Bremen Kurzarbeit ankündigen, Auslieferungen an Kunden verzögern sich. Als einzige Autohersteller bleiben Eigenaussagen zufolge zunächst nur BMW und GM von den Problemen verschont.

Im März kündigt VW den Bau von Batteriezellfabriken an

  • Renault nutzt den guten Aktienkurs des Stuttgarter OEMs, um seine verbleibenden Anteile an Daimler zu verkaufen. Insgesamt erlöst der Hersteller damit rund 1,14 Milliarden Euro für den Verkauf von gut 16,4 Millionen Aktien. Die industrielle Partnerschaft mit Daimler sei von der Transaktion nicht betroffen, heißt es bei Renault.
  • Volkswagen kündigt den Aufbau einer Reihe von eigenen Batteriezellfabriken an. Neben der Produktion in Salzgitter und im schwedischen Skellefteå sollen gemeinsam mit Partnern vier weitere Werke für eine Selbstversorgung mit der zentralen E-Technologie aufgebaut werden. Die Giga Factories könnten laut den Planungen bis 2030 Batteriezellen mit einem Gesamt-Energiegehalt von 240 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr herstellen. Auch das finnische Unternehmen Valmet kündigt den Bau einer deutschen Batteriefabrik an: In Kirchardt bei Heilbronn soll bereits im ersten Quartal 2022 die Vorserienfertigung von Batteriesystemen starten.
Batteriefertigung VW
Volkswagen möchte insgesamt sechs neue Standorte aufbauen, um die eigene Batteriezellfertigung voranzutreiben. (Bild: Volkswagen)
  • Daimler startet in Bremen die Produktion der neuen C-Klasse in den Varianten als Limousine und T-Modell, die Werke im chinesischen Peking sowie am südafrikanischen Standort in East London ziehen später nach. Bei der Produktion in Bremen kommt erstmals ein neues Rohbau-System zum Einsatz: Während im traditionellen Rohbau die Karosserie-Einzelteile in einer Linie gefertigt werden, besteht das neue System aus flexibel kombinierbaren Fertigungszellen – den sogenannten Cubes.
  • Volvo kündigt den kompletten Abschied vom Verbrennungsmotor an. Ab 2030 wollen die zum chinesischen Geely-Konzern gehörenden Schweden nur noch reine Elektroautos bauen und verkaufen. Beginnend mit dem XC40 Recharge Pure Electric des Modelljahres 2022 will Volvo seine Elektroautos außerdem in Zukunft ausschließlich über Online-Kanäle anbieten.
  • Die Halbleiterkrise innerhalb der Autobranche verschärft sich zunehmend: Bei Volkswagen müssen unter anderem die Werke Wolfsburg und Emden Zwangspausen einlegen. Auch das Toyota-Werk im tschechischen Kolin muss wegen Chipmangels vorübergehend die Pkw-Produktion unterbrechen. Die Fließbänder stehen für zwei Wochen still.

Im April schafft Renault ein neues Software-Ökosystem

  • Der vor allem als Smartphone-Anbieter bekannte chinesische Xiaomi-Konzern geht unter die Autobauer. In den kommenden zehn Jahren nimmt der Tech-Player dafür zehn Milliarden US-Dollar in die Hand. Gründer und Konzernchef Lei Jun will laut dem Unternehmen die Führung der neuen Auto-Tochter selbst übernehmen. Xiaomi ist nicht der erste Elektronik-Anbieter, den es in die Autobranche zieht. Sony stellte bereits Anfang 2020 den Prototypen eines Elektroautos vor. Nach wie vor ist jedoch unklar, ob der japanische Konzern eine Serienproduktion plant.
  • Als Teil der Strategie „Renaulution" will sich Renault in den nächsten Jahren zu einer Technologiemarke entwickeln. Dazu ruft der französische Autobauer die „Software République“ ins Leben. Im Fokus steht die Schaffung eines offenen kooperativen Ökosystems mit den Schwerpunkten Software, Daten, Cybersicherheit und Mikroelektronik. Gründungsmitglieder der sind neben der Renault-Gruppe die Unternehmen Atos, Dassault Systèmes, STMicroelectronics und Thales.
  • Continentals Automotive-CTO Dirk Abendroth kündigt seinen Abschied beim Zulieferer an, den er Ende Juni verlässt, um sich einer anderen Aufgabe außerhalb der Autobranche zu widmen. Abendroth war im Januar 2019 zum CTO von Continental Automotive berufen worden, um die Technologiefür autonomes Fahren und die vernetzte Mobilität zu vereinen. Abendroth hatte zudem die Verantwortung für die entsprechende Forschung und Entwicklung inne.
  • Nach GTI und GTE ruft Volkswagen mit GTX eine neue Marke für eigene Performance-Fahrzeuge ins Leben. Die Bezeichnung soll exklusiv elektrischen Modellen vorbehalten sein. Das erste Modell der neuen Performance-Reihe ist der ID.4 GTX. Prägend für die Performance-Modelle ist ein zusätzlicher Elektromotor an der Vorderachse, der den Allradantrieb in die ID-Familie bringen soll.
  • Aufgrund von Lieferengpässen bei Halbleiterbauteilen in der Coronapandemie hält Ford die Produktion in einigen Werken an. Betroffen ist unter anderem der Standort Saarlouis. Zudem setze das Unternehmen die Produktion in Gölcük (Türkei) beim Joint Venture Ford Otosan bis Mitte Juni aus. Auch im Werk in Valencia (Spanien) wird die Fertigungskapazität reduziert.
Skyline einer Metropole um die ein Kreis gezogen wird
Gemeinsam mit Partnern möchte Renault in Zukunft die Themenfelder Software, Daten, Cybersicherheit und Mikroelektronik vorantreiben. (Bild: Renault)

Ab Mai startet die Serienfertigung des EQS

  • Nissan verkauft seine restlichen Daimler-Aktien. Für die 1,54 Prozent haben die Japaner 1,15 Milliarden Euro eingestrichen. Das Geld will Nissan ins Geschäft investieren, unter anderem in den Aufbau der Elektroantriebe. Die industrielle Partnerschaft mit Daimler selbst besteht hingegen weiter.
  • BMW und Ford erhöhen ihre Investitionen in die Firma Solid Power, um sich leistungsstarke, kostengünstige Feststoffbatterien für künftige Elektroauto-Generationen zu sichern. Nach Angaben des bayerischen Premiumherstellers beteiligt sich auch Volta Energy Technologies an einer weiteren Investitionsrunde in Höhe von 130 Millionen Dollar. Damit könne Solid Power vollständige Batterien herstellen und die Produktionskapazität erweitern. Anfang 2022 soll die Produktion von autotauglichen Batterien auf einer Pilotproduktionslinie beginnen, sagt Firmenchef Doug Campbell.
  • Im internationalen Wettlauf um die Technik der Zukunft gibt die Bundesregierung insgesamt zwei Milliarden Euro für die Entwicklung von Quantencomputern frei. 1,1 Milliarden Euro vergibt das Bundesforschungsministerium, 878 Millionen Euro stammen aus dem Etat des Bundeswirtschaftsministeriums. Ziel sei es, innerhalb der nächsten fünf Jahre in Deutschland einen konkurrenzfähigen Quantencomputer zu bauen und ein dazugehöriges Ökosystem mit potenziellen Anwendern zu schaffen, erklärte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek.
  • Mercedes-Benz startet mit der Produktion der neuen vollelektrischen Limousine EQS am Standort Sindelfingen. In der Factory 56 werden die Fahrzeuge zusammen mit der S-Klasse hochflexibel mit modernen Industrie 4.0-Anwendungen für die weltweiten Märkte gefertigt.
  • Stellantis geht eine strategische Partnerschaft mit dem Auftragsfertiger Foxconn ein, der bisher vor allem als Hersteller von Apple-Geräten bekannt ist. Im Fokus stehen Infotainment-Dienste und andere vernetzte Services.
Eine Frau sitzt in einer S-Klasse von Mercedes-Benz und schaltet im Infotainment den autonomen Stau-Piloten auf Autobahnen ein.
Deutschland verabschiedet ein Gesetz zum autonomen Fahren und erhält dabei viel Zuspruch aus der Automobilindustrie. (Bild: Daimler)

Im Juni investiert GM massiv in Zukunftsthemen

  • Mercedes-Benz schließt mit Apple Music eine Partnerschaft, um die vollständige Integration in den Mercedes me-Dienst Online-Musik und das Infotainmentsystem MBUX zu ermöglichen. Künftig könne der Fahrer über den Sprachassistenten, die Lenkradbedienung oder das Display auf mehr als 75 Millionen Songs zugreifen. Die Integration wird für die neue C- und S-Klasse mit Produktionsstart in diesem Monat sowie für den EQS im Sommer verfügbar sein. Die bestehende C- und S-Klasse mit der neuesten Generation des MBUX werden im Laufe des Jahres per Over-the-Air-Update mit der entsprechenden Software ausgerüstet.
  • Der VW-Konzern steckt eine zusätzliche halbe Milliarde Euro in seinen Batteriezell-Partner Northvolt. Die Wolfsburger schließen sich damit einer Finanzierungsrunde bei dem schwedischen Unternehmen an, das bis vor Kurzem auch am Aufbau einer Zellfertigung in Salzgitter beteiligt war.
  • Unter dem Dach der Tochtergesellschaft ElectriCity fasst Renault fortan die drei französischen Standorte Douai, Maubeuge und Ruitz zu einem Produktionsverbund für Elektrofahrzeuge zusammen. ElectriCity wird künftig als neuer elektrischer Industriepol in Nordfrankreich fungieren. Dazu will die Renault-Gruppe nach eigenem Bekunden die drei Werke Douai, Maubeuge und Ruitz in den nächsten Jahren zum wettbewerbsfähigsten und effizientesten Produktionsverbund für Elektrofahrzeuge in Europa machen.
  • Der E-Autohersteller Next.e.GO Mobile startet mit dem Verkauf und kündigt die Produktion seines E-Autos zum Juli an. Gleichzeitig wird die Führungsstruktur umgestellt. Gründer Günther Schuh übergibt die operative Geschäftsleitung an das Führungsteam bestehend aus Verwaltungsrat und geschäftsführenden Direktoren.
Next.e.GO Mobile-Firmengründer und CEO Günther Schuh steht in der Mitte von einem weißen und einem roten E-Auto der Marke
Günther Schuh wird sich fortan wieder auf seine Institute sowie Mobilitätsprojekte der RWTH Innovation Factory konzentrieren. (Bild: Next.e.GO Mobile)

Im Juli dreht sich alles um Elektromobilität

Im August verliert Daimler eine Schlüsselfigur

  • Nach vielen Spekulationen und zähen Verhandlungsrunden bringt Volkswagen die Übernahme des Mietwagenanbieters Europcar unter Dach und Fach. Das französische Unternehmen nimmt letztlich ein Angebot von rund 2,5 Milliarden Euro an. Die Wolfsburger möchten mit der Übernahme nach eigenen Angaben den Aufbau einer Mobilitätsplattform vorantreiben.
  • Continental beteiligt sich am Leipziger Startup Kopernikus Automotive und übernimmt eine Minderheitsbeteiligung. Kopernikus ist auf das Infrastrukturbasierte automatisierte Parken in Parkhäusern und Werkshallen spezialisiert.
  • Ford plant massive Investitionen in die Elektromobilität und möchte zu den größten E-Autobauern der Welt gehören. Das macht auch vor der deutschen Tochter nicht halt: Im August beginnen am Stammsitz in Köln die Umbauten zum Electrification Center.
  • Es ist eine der überraschendsten Personalien des Jahres: Sajjad Khan, als CTO in den vergangenen Jahren das Gesicht des Wandels bei Mercedes-Benz, verlässt die Stuttgarter, um sich dem Aufbau eines Tech-Fonds zu widmen. Für Mercedes-Benz ist es der Anstoß für strukturelle Veränderungen: Sämtliche Entwicklungsaktivitäten rund um das Fahrzeug wandern fortan ins Ressort von Entwicklungschef Markus Schäfer, mit Magnus Östberg kommt ein dezidierter Chief Software Officer zum Premium-OEM.
Moia Autonomes Fahren
Moia zeigt gemeinsam mit Argo, wie autonomes Ridesharing aus dem Hause Volkswagen aussehen könnte. (Bild: Volkswagen)

Der September im Zeichen des autonomen Fahrens

Der Oktober steht im Licht großer Investitionen

Fertigung des BMW i4 im Werk München
Im BMW-Werk München reihen sich die neuen i4 in die Fertigung der 3er-Reihe sowie in die der 4er Gran Coupés ein. (Bild: BMW Group)

Im November werden wichtige Nachbesetzungen bekannt

  • Der weite Sektor Mobilität bleibt auch im Herbst 2021 in Schwung. Anfang November melden die Player Free Now und Dott, dass sie auf internationaler Ebene partnern wollen. In den nächsten Wochen sollen dazu die eScooter von Dott über die Free Now-App verfügbar werden. Auch E-Bikes will man künftig in die Plattform integrieren. Dass Autohersteller „lernen müssen, nicht nur in Hersteller-Zulieferer-Einstellungen einzutreten, sondern horizontale Kooperationsmuster zu nutzen“, hebt Automobilexperte Stefan Bratzel auf dem diesjährigen Mobility Circle hervor und ermuntert die Autobranche beim Blick auf das Themenumfeld neue Mobilität, früh auf diesen Trend zu reagieren.
  • Die Branche gibt Gas bei alternativen Antrieben. So etwa der Volkswagen-Konzern, der für den VW Trinity sogar den Bau eines eigenen Werks ankündigt. Das E-Modell der nächsten Generation soll in der Nähe vom Stammsitz in Wolfsburg entstehen und ab 2026 von den Bändern rollen. Dass das Thema Brennstoffzellenantrieb je nach Fahrprofil und Fahrzeuggröße eine Ergänzung oder gar eine veritable Alternative zum rein batterieelektrischen Mobil sein kann, zeigen verstärkte Engagements namhafter Player wie Daimler Truck, Flixbus, Bosch, ZF, Freudenberg und Mahle, die in zahlreichen Projekten und konkreten Produkten dem Thema H2 erneuten Schub und Aufmerksamkeit verleihen.
Mercedes-Benz in Berlin
Berlin kommt im Produktionsnetzwerk von Mercedes-Benz eine zentrale Rolle zu. Der Standort wird zum Kompetenzzentrum für Digitalisierung. (Bild: Daimler)

Im Dezember erreicht BMW eine Million E-Fahrzeuge

  • Werden wir im Jahr 2030 auf deutschen Straßen 15 Millionen E-Autos sehen, wie es der Vertrag der jungen Regierungskoalition vorsieht? Im Rahmen ihrer Prognose zu Neuzulassungen halten Marktexperten dieses Ziel für eher unrealistisch. Insbesondere wenn Deutschland beim Thema Elektromobilität nicht beschleunigt. Die Marktexperten von Dataforce kalkulieren in den kommenden acht Jahren daher mit lediglich knapp neun Millionen neu zugelassenen Stromern.
  • Weiter beschleunigen wird Experten zufolge die Digitalisierung in den Unternehmen der Automobilbranche. Insgesamt 92 Prozent der Befragten geben in einer neuen Bitkom-Studie an, dass die Digitalisierung durch Corona an Bedeutung gewonnen hat. Indes könnte es in der IT-Branche zu vermehrten Wanderbewegungen kommen, denn insbesondere IT-Fachleute und Softwareingenieure werden rund um den Globus händeringend gebraucht. Eine aktuelle Untersuchung der Boston Consulting Group zeigt, dass nahezu drei Viertel der Arbeitnehmer in der IT-Branche in den nächsten zwei bis drei Jahren einen neuen Job suchen wollen.
  • Die Produktionserwartungen im Anlagen- und Maschinenbau werden sich für 2021 zwar nicht vollständig erfüllen, dennoch zeigt sich die Branche zuversichtlich und geht optimistisch in das neue Jahr. Der Branchenverband VDMA betont in einer Pressekonferenz zum Jahreswechsel, dass es nach wie vor insbesondere an Elektronikkomponenten und Metallen mangele. Das Produktionsvolumen im Maschinen- und Anlagenbau 2021 erreicht dem VDMA zufolge 219 Milliarden Euro. Die Produktionsprognose für 2022 erhöht der Verband von bisher plus fünf Prozent auf plus sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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